Ein paar Gedanken zum neuen Jahr

Schwein

Es ist allgemein üblich, dass man sich zum Jahreswechsel ein paar Gedanken macht und meistens gehören auch die sogenannten “guten Vorsätze” dazu. Dieser Tradition folgend habe auch ich rund um den Jahreswechsel ein wenig sinniert und mir überlegt, was ich vom Jahr 2017 erwarte und mir wünsche. Natürlich habe auch ich ein paar Vorsätze gefasst. Mal wieder Sport machen zum Beispiel (aber erst, wenn das Fitness-Studio nicht mehr so überfüllt ist mit den Leuten, deren Neujahrs-Vorsatz es ist, mehr Sport zu treiben…). Nach den Feiertagen wieder gesünder essen, weniger Süßes, mehr Gemüse usw. Weiterhin immer wieder ein paar Artikel in diesen Blog schreiben (hiermit schon mal einen guten Anfang gemacht :-)). Und bei den Wünschen sind auch die üblichen “Verdächtigen” dabei, wie Gesundheit, Liebe, Glück, Geld usw.

Aber abseits des allgemeinen Klischees, was ist mir denn WIRKLICH wichtig für das neue Jahr? In einem Newsletter habe ich dieser Tage die Frage gelesen: “Wie soll das neue Jahr sich anfühlen?” Diese Frage hat mich wirklich ins Grübeln gebracht. Also nicht: Was nimmst du dir vor? Was wünschst du dir? Sondern welche Gefühle möchtest du im neuen Jahr erleben, wie fühlt sich das an, was du in der Essenz wirklich willst. Spontan dachte ich: leicht hätte ich gern! Nicht so vollgepackt – wie kann ich das positiv formulieren? Alles in einem sinnvollen Maß, mit Raum für Muße und Nachspüren, enspannt und langsam, das wäre schön. Wahrscheinlich nicht immer, das wäre wohl auch zuviel des Guten, aber immer mal wieder. Zeit, um schöne Momente zu genießen, Dingen, Erlebnissen, Begegnungen nachzuspüren, sie wirken zu lassen. Mehr Zeit, wie diese gerade, die ich dem Nachtschlaf abringe, weil ich das Bedürfnis hatte, nach den turbulenten und vollen Feiertagen endlich hier mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben.

Für das neue Jahr habe ich bereits viele Pläne gemacht. Was ich nicht alles tun und machen will. So viele schöne, kreative Ideen, ich habe wirklich richtig Lust darauf. Aber wenn ich dann hineinspüre, wie sich das in einen Alltag umgesetzt anfühlen wird, dann muss ich sagen, das ist wohl hier und da ein wenig viel auf einmal, was ich im Überschwang der Neujahrsplanung alles auf den imaginären Zettel geschrieben habe, da nehme ich wohl noch ein wenig wieder herunter von der aktuellen To-Do-Liste, rauf auf die Wunschliste für etwas später, denn sonst wird es nichts mit den ruhigen Minuten. Beim Nachspüren merke ich erst, dass manches nicht zusammenpasst, dass ich es ein wenig ruhiger angehen lassen sollte, damit ich nicht am Ende dieses Jahres sagen muss: “Das Jahr ist so schnell vergangen, ich kann es kaum glauben. Und ich konnte kaum Luft holen.” Ich möchte viel lieber sagen: “Das Jahr war reich und bunt und schön UND ich konnte es immer wieder sehr GENIEßEN!”. Ja! Genussvoll soll es auch sein, das neue Jahr, köstlich und wunderbar! Und dafür braucht es dann auch Zeit. So wie man von einem köstlichen Dessert auch mehr hat, wenn man es nicht in einem Happen herunterschlingt, sondern lieber Löffel für Löffel auf der Zunge zergehen lässt. Mein Jahr soll sich immer wieder anfühlen, wie ein tiefer Atemzug köstlicher frischer Luft und ein Schultern-fallen-lassen. Ein Genussvoll-auf-eine-weiche-Matratze-legen, wie eine liebevolle Umarmung eines Menschen, den ich liebe, wie ein Blick in die entzückten Augen meiner Tochter, wenn wir gemeinsam Quatsch machen, wie dieses warme, wohlige Gefühl, das sich nur einstellt, wenn man dafür Raum lässt. Wie ein Seufzer des Wohlbehagens.

Ach, bei diesen Gedanken und diesem Nachfühlen freue ich mich schon sehr auf das neue Jahr und bin gespannt, was es alles bringen wird. Und zu meinen guten Vorsätzen kommt ein ganz wichtiger dazu, der ja eigentlich kein neuer ist, aber den ich immer wieder neu nach vorne auf die Liste setzen muss, damit er nicht verloren geht: Mach mal langsam! Lass Raum zum Luftholen und Nachspüren! Dickes Ausrufezeichen! Wenn ich das schaffe, da bin ich sicher, wird das ein wirklich wunderbares neues Jahr.

Alles Liebe und ein tolles, langsam-entspanntes neues Jahr wünsche ich!

Catrin Grobbin

Kleeblatt