Prioritäten setzen

In diesem Artikel geht es darum, wie du mit Hilfe einer Vierfeldermatrix deine Aufgaben in die richtige Reihenfolge bringen kannst. Es gibt dazu auch eine Podcast-Episode:

“Prioritätensetzung heißt, darüber zu entscheiden, welche Aufgaben erstrangig, zweitrangig und welche nachrangig zu behandeln sind” (vgl. SEIWERT, 2005, S. 41f.). Dies ist ein wichtiges Vorgehen, damit man am Ende des Tages nicht zwar viel aber das falsche gearbeitet hat. Häufig werden die Aufgaben, die einen persönlich weiter bringen, immer wieder nachrangig behandelt. Hierzu zählt bei vielen Menschen auch das eigene Studium.

ABC-Analyse / Eisenhower-Prinzip

Es ist ein hilfreiches Vorgehen, den anstehenden Aufgaben die Buchstaben A, B und C (sowie D) zuzuweisen (“ABC-Analyse”) (vgl. SEIWERT, 2005, S. 63). Es kann lohnend sein, seinen eigenen Tagesablauf einmal darauf hin zu analysieren, welche Aufgabentypen am häufigsten erledigt werden und welche häufig zurück stehen müssen. Die Prioritäten-Vergabe lässt sich noch mit den Attributen “dringend” und “nicht dringend” verknüpfen. Dann ergibt sich das folgende Schema. Es geht auf Dwight D. Eisenhower (1890 – 1969) zurück. Man kann es als (grobes) Entscheidungsraster verwenden, v.a. wenn schnell entschieden werden muss, welche Aufgaben zuerst bearbeitet werden sollten.

A-Aufgaben sind die wichtigsten Aufgaben und gleichzeitig dringend. Diese sollte man selbst und möglichst sofort in Angriff nehmen. Sie können nur von einem selbst erledigt werden, sind also nicht an jemand anderen delegierbar. Für die Erfüllung der ausgeübten Funktion (im Job) bzw. die eigenen Ziele sind sie von höchstem Wert. Hierzu gehören z.B. das Lernen für eine wichtige Prüfung, das Schreiben der Abschlussarbeit oder das prestigeträchtige Projekt bei der Arbeit, das zur Beförderung führen könnte.

B-Aufgaben sind durchschnittlich wichtig aber noch nicht dringend. Es können Aufgaben darunter sein, die teilweise delegierbar sind. Z.B. Korrekturlesen. Oder das Suchen neuer Ideen, das man am besten mit anderen Menschen gemeinsam erledigen kann. Es kann auch sinnvoll sein, jemanden zu beschäftigen, der die Interviews für die Abschlussarbeit abtippt, wenn ich selbst nicht so schnell tippen kann. Oder eine Putzhilfe, die regelmäßig zu Hause klar Schiff macht, während ich in dieser Zeit Geld verdiene. Manchmal kann man auch Aufgaben mit jemandem tauschen. Es muss nicht jeder alles selbst können.

C-Aufgaben sind die Aufgaben mit dem geringsten Wert für die eigenen Ziele. Leider haben sie meist den größten Anteil an der Menge der Arbeit (z.B. Routineaufgaben, Papierkram, Telefonieren, Haushalt usw.). Also Aufgaben, die für das Ziel, das man gerade vor Augen hat, nichts bringen, die sich aber “vordrängeln”. Hierunter zählen gerade in Studienabschlusszeiten häufig auch Gefallen für andere Menschen.

D-Aufgaben sind weder wichtig noch dringend. Sie sollten am besten direkt in den Papierkorb wandern. Einzige Einschränkung: Wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die einem Freude bereiten, sollten sie in die Kategorie “Belohnung” wechseln, weil sie eine angenehme Abwechslung bieten können (z.B. meinen Avatar im Computerspiel auf Level 100 bringen, meinen Garten verschönern usw.). Oder wenn du dich davon nicht trennen magst, such am besten jemand anderen, der die Sache für dich erledigt, und gib sie ab.

Tipp: Folgende Tagesplanung hat sich bewährt (vgl. SEIWERT, 2005, S. 43):
1 – 2 A-Prioritäten pro Tag einplanen (ca. 2 – 3 Stunden gesamt)
2 – 3 B-Aufgaben pro Tag einplanen (ca. 1 Stunde)
den Rest für C-Aufgaben (ca. 3-4 Stunde) reservieren

Achtung:

Manche B’s sind eigentlich A’s, sage ich in meinen Veranstaltungen häufig. D.h. sie sind noch nicht dringend, aber sehr wichtig für die eigenen Ziele. Wenn man zu lange wartet, werden sie dringend, deshalb sollte man sie rechtzeitig mit in die Planung aufnehmen.

Wenn ich mich selbständig machen will, ist die Akquise von neuen Kunden zu Beginn vielleicht noch nicht dringend. Es gibt viele andere Tätigkeiten, die zuerst meine Aufmerksamkeit fordern wie die Finanzierung, das Layout, die Erstellung meiner Homepage usw. Wenn ich aber nicht zu irgendeinem Punkt damit beginne, ein Angebot zu erstellen und es potentiellen KundInnen zu zeigen, werde ich langfristig keine Einnahmen generieren und mein Business kann nicht ins Laufen kommen.

Wenn mein Ziel ist, den Studienabschluss zu machen, dann ist das Schreiben einer entsprechenden Hausarbeit oder sogar der Abschlussarbeit auf jeden Fall wichtig. Wenn der Abgabetermin erst in einem halben Jahr ist, dann ist es erst mal noch nicht dringend. Aber wenn man lange genug wartet, wird die Aufgabe irgendwann dringend. Wenn der Abgabetermin nicht mehr lange hin ist, dann ist es wirklich dringend.

Und auch die klassische Steuererklärung ist sehr wichtig, aber eine lange Zeit noch nicht dringend, bis sie dann bei vielen in der Regel plötzlich sehr dringend wird.

Es macht bei solchen Aufgaben Sinn, etwas rechtzeitiger anzufangen und die Dringlichkeit selbst herzustellen, d.h. die Priorität auf A heraufzusetzen. Bereits Kunden zu haben und das Angebot dann entsprechend ihrer Bedarfe fertigzustellen oder zu entwickeln, ist mittlerweile sogar eine Empfehlung vieler Marketing-ExpertInnen. Und eine Abschlussarbeit für Studium oder Weiterbildung oder die Steuererklärung kann man im Zweifelsfalls auch vor dem offiziellen Termin abgeben, falls man sich verschätzt hat.

Das fühlt sich sogar sehr gut an und trägt zur persönlichen Entspannung bei.

Literatur:
Seiwert, L. (2005): Das neue 1 x 1 des Zeitmanagement. GU, München.

Bildquelle: canva.com

Anregungen für deinen Jahresrückblick 2020

Was spricht dafür, einen Jahresrückblick zu machen? Ich nenne dir in diesem Blogartikel drei gute Gründe. Außerdem beleuchte ich ein paar Schwierigkeiten, die bei dem Thema auftreten können und gebe dir hilfreiche Fragen an die Hand, die du für deine Jahresbilanz verwenden kannst.

Zu diesem Blogartikel gibt es auch eine Podcast-Episode (s.u.).

Jahresbilanz 2020 – Damit verbinden viele vor allem die “negativen” Erfahrungen, die das zu Ende gehende Jahr uns beschert haben. Die Dinge, auf die wir alle vermutlich gern verzichtet hätten.

Es kann sein, dass deshalb einige lieber auf eine Jahresbilanz verzichten, lieber nicht mehr nach hinten schauen, lieber nach vorn, in ein hoffentlich besseres 2021. Glaub mir, das kann ich total gut verstehen! Ich denke, wir haben alle dieses Jahr einige Erfahrungen gemacht, auf die wir auch liebend gern verzichtet hätten. Auch ich habe einen Moment gebraucht, um mich zu einem Jahresrückblick durchzuringen.

Und es gibt gute Gründe, immer eine Jahresbilanz zu machen:

1) Der menschliche Verstand neigt dazu, den Fokus auf Erfahrungen jeweils eingefärbt durch die jeweilige Stimmung zu setzen. D.h. ganz kurz zusammengefasst: Wenn ich in schlechter Stimmung bin, bewerte ich alles drumherum auch eher negativ. Und andersherum. Wenn du also mal einen “schlechten Tag” hast, werden dir durch diesen Fokus vermehrt die Ereignisse auffallen, die diesen Eindruck verstärken.

Es regnet.

Der Bus fährt dir vor der Nase weg.

Dir fällt etwas in der Küche runter.

Gleichzeitig nimmst du die Guten Dinge, die passieren, eher nicht so bewusst wahr.

Du hast – anders als sonst – einen Schirm dabei.

Jemand hält dir die Tür auf.

Das Essen ist super gelungen – vielleicht obwohl es ein neues Rezept war.

Genau dieser Effekt läuft aus meiner Sicht auch aktuell bei uns ab: Corona-Pandemie, zweiter Lockdown, der zeitliche Verlauf ist noch nicht absehbar… viele Menschen haben eine stark gedrückte Stimmung deswegen. Und diese Stimmung wirkt sich natürlich auf den Blick auf das gesamte letzte Jahr aus.

Aber du hast es in der Hand, denn du kannst bewusst steuern, worauf der Fokus deines Verstandes gerichtet sein soll. Deshalb würde ich dir empfehlen, dennoch oder auch gerade deshalb noch einen Blick auf das vergangene Jahr zu richten und dem Verstand dabei ganz klare Anweisung zu geben, worauf er den Fokus richten soll.

2) Wir neigen dazu, das, was gewesen ist, zu vergessen.

Das an sich ist nicht nur schlecht, denn dann vergessen wir auch die Dinge, die vielleicht nicht so gut waren. Aber gleichzeitig ist es dann schwierig, aus Ereignissen und dem Erfolg des eigenen Verhaltens zu lernen. Und genau dies ist ein sehr sinnvoller Ansatz für deinen Jahresrückblick: Was lerne ich aus dem vergangenen Jahr?

3) Ein Rückblick hilft uns dabei, das Alte abzuschließen und offen für das Neue zu werden.

Ich habe mich deshalb über Weihnachten bewusst abends ein wenig zurück gezogen und Rückschau gehalten.

Da ich (leider?) absolut nicht die Tagebuch-Schreiberin bin, habe ich mich mit meinem Kalender und meinem Handy hingesetzt und anhand der Termine und der Fotos rekonstruiert, was so alles los war.

Und zwar als Erstes über all das Positive, was ich im vergangenen Jahr erlebt habe. Die Dinge, die ich auf der “Gewinn-Seite” verbuche. Und das ist wirklich viel!

Auch wenn es beim vergangenen Jahr zuerst einmal “auf der Hand liegen würde”, an all das zu denken, was ich mir auch anders gewünscht hätte. Man muss dafür manchmal nur genau hinschauen und an den “lauten”, vordringlichen Events vorbei auch auf all die Dinge sehen, die eher leise, aber doch auch eindrucksvoll daher kommen. Ereignisse und Geschenke, die das Jahr 2020 auch im Gepäck hatte.

Und ich habe zu meiner eigenen Freude in jedem Monat mindestens drei Sachen gefunden, die ich toll fand und finde und für die ich dankbar bin. In einigen Monaten stehen sogar sieben positive Punkte auf meiner Liste. Und diese nehme ich als meine Ausbeute mit ins neue Jahr! Dinge, die gut gelaufen sind, über die ich mich freue, für die ich dankbar bin. Das hat mich mit dem alten Jahr ziemlich versöhnt.

Wenn du magst, setz dich doch auch einmal hin und werte das Jahr 2020 für dich aus. Hier sind ein paar Fragen, die du dir stellen kannst, um für deine Bilanz eine positive Grundlage zu schaffen:

Wofür bin ich dankbar?

Was ist Schönes passiert?

Was ist besser gelaufen, als ich gedacht hatte?

Was gewinnt aus dem heutigen Blickwinkel an Positivität?

Ein eigenes Beispiel für diese Frage ist die Geburtstagesfeier unserer Tochter im Januar 2020. Diese steht auch auf meiner “Positiv-Liste”, denn ich freue mich dass sie gut verlaufen ist und die Kinder viel Spaß hatten. Gleichzeitig war sie natürlich für uns Eltern anstrengend, denn die Organisation einer Party für relativ kleine Kinder ist auch immer viel Arbeit. Wenn ich dieses Event aus dem heutigen Blickwinkel betrachte, bin ich zusätzlich froh darüber, dass wir das Fest so ausgerichtet haben, denn im Januar 2021 wird sie auf jeden Fall nicht auf diese Weise stattfinden.

Anschließend kannst du dein Jahr weiter auswerten. Dabei schaust du natürlich nicht ausschließlich auf das, was gut gelaufen ist. Allerdings habe ich dazu noch einen Hinweis: Wähle gut aus, so dass du auch bei den Aspekten, die du dir anders gewünscht hättest, den Fokus auf das lenkst, was du selbst beeinflussen kannst. Über das zu klagen, was du selbst nicht ändern kannst und was höhere Gewalt war, kann zwar kurzfristig einen erleichternden Effekt haben, bringt dich aber auch gleichzeitig in eine “Opferhaltung” anstatt dich proaktiv lernen zu lassen, was du aus den vergangenen Erfahrungen für dich ziehen kannst. Der Lerneffekt fällt an der Stelle dann entsprechend geringer aus.

D.h. schau im Zweifel, was du aus deinem Verhalten in der schwierigen Situation lernen kannst und lass die Dinge, die gesamtgesellschaftlich oder global eben so waren, wie sie waren, als Beobachtungen stehen.

Was habe ich gelernt aus den Ereignissen des letzten Jahres?

Was möchte ich noch lernen? => Jahresplanung

Was fehlt mir noch? Wo hätte ich gern noch etwas dazu?

Wo habe ich mich verändert?

Was hat mich bgeprägt?

Was hat mich behindert?

Welche Ressourcen habe ich gefunden/ zur Verfügung gehabt, um damit umzugehen?

Welche neuen Fähigkeiten habe ich entwickelt, um damit umzugehen?

Welche Fähigkeiten fehlen mir noch? Welche möchte ich mir gern noch aneignen oder entwickeln? => Jahresplanung

Was hat mich weiter gebracht?

Womit hatte ich zu kämpfen?

Wie ich bin damit umgegangen?

Wer oder was hat mir geholfen, damit umzugehen und einen neuen Weg zu finden?

Was hat mich glücklich gemacht?

Welche Freude hatte ich?

Wofür bin ich dankbar?

Was hat mich in gute Stimmung versetzt?

Was war schwieriger, als ich gedacht habe?

Und wie bin ich damit umgegangen?

Welche Lösungen habe ich gefunden?!

Welche Lösungen suche ich noch in der Zukunft? => Jahresplanung

Was ging besser als erwatet?

Woran lag das? Welche Aspekte haben dies begünstigt?

Was hat dazu beigetragen, dass es besser lief?

Was kann ich daraus lernen, damit die Dinge in Zukunft weiterhin besser laufen, als ich das erwarte?

Worauf bin ich stolz?

Was hab ich richtig gut gemacht?

Was hab ich erreicht? Im Kleinen oder auch im Großen?

Und schließlich, wenn ich auf alle Antworten und auch auf meine Monatsbilanz schaue:

Was nehme ich aus dem vergangenen Jahr mit?

Was lass ich im vergangenen Jahr zurück?

Das waren einige meiner liebsten Fragen. Natürlich kannst du diese durch die Fragen ergänzen, die für dich am besten passen. Denn eine Rückschau, eine Bilanz, ist etwas sehr Persönliches. Die Fragen, die du dir stellst, müssen zu dir und zu zu deiner Persönlichkeit passen. Und auch zu deinem Jahr, zu dem, was dir wichtig ist und zu deinem Ziel für die Auswertung, dazu, was du persönlich daraus ziehen willst.

Fazit:

Es gibt gute Gründe, die für einen Jahresrückblick, eine Auswertung, sprechen und dafür, eine Bilanz zu ziehen.

Dabei tut es gut, zunächst einen positiven Blick auf das vergangene Jahr zu richten.

Und wenn du auf die Dinge schaust, die vielleicht anders gelaufen sind, als du es dir gewünscht hättest, macht es Sinn, den Fokus auf das zu richten, was du persönlich beeinflussen kannst.

Das Ziel dieser Auswertung ist eine Stärkung deiner Ressourcen, ein Lerneffekt und eine Versöhnung mit dem alten Jahr und nicht, dass du mit einem negativen Blick aus der Auswertung heraus gehst. Es geht vielmehr um eine Abrundung, einen guten Abschluss, damit du dann entscheiden kannst,…

…was nehm ich mit?

…was lass ich da?

…was lern ich daraus für meine Planung und mein Weitergehen in das neue Jahr?

Das ist jedenfalls meine Empfehlung an dich.

So eine Jahresbilanz kann durchaus ein paar Tage dauern. Und vielleicht schläfst du auch noch einmal drüber und ergänzt das eine oder andere, denn ein Jahr ist sehr reichhaltig und birgt viele Schätze und Lerngelegenheiten.

Ich wünsche dir gute Erkenntnisse und alles Gute und setze mich jetzt auch noch eine Runde an meine Jahresbilanz 2020.

Herzliche Grüße

Deine Catrin Grobbin

7 Tipps, wie du gut durch diese Zeit kommst

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich dich dabei unterstützen, mit Methoden der Selbstfürsorge gut durch die Corona-Krise und andere schwierige Zeiten zu kommen. Darin verrate ich dir meine persönlichen 7 Lieblingsmethoden zur Selbstfürsorge, die ich persönlich aktuell anwende und meinen Coaching-KlientInnen empfehle, um möglichst gesund und positiv gestimmt durch die kommenden Wochen zu kommen.

Warum dieser Artikel wichtig ist

Es ist bekannt, dass viele Menschen zu dieser Jahreszeit ohnehin einige Schwierigkeiten mit ihrer Motivation und ihrer Stimmung haben. Müdigkeit in Kombination mit vorweihnachtlichem Stress und all den Dingen, die bis zum Jahresende noch erledigt werden wollen, zerren an den Nerven. Zum Jahresend-Blues und dem saisonalen Tief durch Lichtmangel und nasskaltes Wetter kommt nun 2020 auch noch ein zweiter Lockdown. Das ist für viele noch schwerer zu verkraften als im Frühjahr, als das Wetter schöner und die Nerven noch entspannter waren.

Miriam Flüß vom Niendorfer Wochenblatt hat deshalb die Serie “Denk an dich – bleib gesund” gestartet. Auch ich wurde dafür vor kurzem als Expertin interviewt (Zum Zeitungsartikel geht es hier). Da ich das Thema so wichtig finde und den großen Bedarf sehe, führe ich die darin kurz genannten Methoden und Tipps in diesem Artikel weiter aus. Außerdem gibt es die Inhalte auch als Youtube-Video und eine Podcast-Episode (diese findest du auch direkt unter diesem Artikel noch einmal direkt). Such dir aus, welches Format dir am besten gefällt.

Auch ich habe Momente, in denen ich mit Frustration und Anspannung zu tun habe. Im Rahmen meiner Selbstfürsorge wende ich mehrere Selbstfürsorge-Methoden an, um mich immer wieder möglichst gut zu fühlen. Diese möchte ich nun mit dir teilen.

Welche Methoden dir helfen können, möglichst gut und in positiver Stimmung durch die aktuelle Situation zu kommen

1. Geh raus an die frische Luft und beweg dich

Geh nach draußen und beweg dich an der frischen Luft. Egal, ob du lieber spazieren gehst, walkst oder Fahrrad fährst, Hauptsache, du kommst mal aus der Wohnung/ dem Home-Office raus und tankst Sauerstoff und ein wenig Licht.

2. Nutze Alltagstätigkeiten als Achtsamkeits-Übung

Verrichte eine (oder mehrere) Alltagstätigkeit ganz bewusst. Räum bewusst die Spülmaschine ein oder aus oder erledige deinen Abwasch ganz präsent im Hier und Jetzt. Spüre dabei deine Muskeln, den Kontakt deiner Finger zum Geschirr und nimm alles mit deinen Sinnen wahr, was die Situation hergibt. Dies erdet dich und bringt dich aus deinen Gedanken raus und rein in den Körper. Für diese Übung kannst du so gut wie alle Tätigkeiten nutzen, die v.a. mit dem Körper ausgeführt werden wie z.B. Putzen, Kochen, Fegen, Spazierengehen usw.

Zu Beginn macht es Sinn, die Tätigkeit etwas langsamer als normal auszuführen, damit du besser ins Spüren kommst und deinen Fokus bewusst auf die gegenwärtige Situation und deine Tätigkeit richten kannst. Beobachte dich z.B. dabei, wie du Teller um Teller in die Spülmaschine räumst. Wenn du geübt darin bist, achtsam im Moment zu sein, kannst du auch im normalen Tempo achtsam und präsent sein.

Diese Übung wirkt in der Regel beruhigend und erdend. Wenn du zusätzlich auch noch hin und wieder bewusst in deinen Atem hineinfühlst, kannst du diesen Effekt noch verstärken. Und das alles ohne dich auf ein Meditationskissen setzen zu müssen.

3. Pflege deine sozialen Kontakte

Nutze die (technischen) Möglichkeiten, um in Kontakt mit Freunden und Familie zu bleiben. Gerade die Isolation ist einer der schwierigsten Aspekte der Corona-Krise für viele Menschen. Besser als endlose Textnachrichten finde ich persönlich echte Gespräche per Telefon oder Videokonferenz. Mit den technischen Möglichkeiten sind viele von uns ja spätestens seit diesem Jahr gut vertraut. Egal, ob du lieber draußen auf Abstand mit der Nachbarin sprichst oder mit jemandem telefonierst oder eine Videokonferenz per Zoom, Skype oder WhatsApp organisierst, Hauptsache du schmorst nicht nur im eigenen Saft. Und wenn du nicht allein lebst, dann nimm dir gerade jetzt auch die Zeit für echte Gespräche innerhalb deiner Familie, Partnerschaft oder Wohngemeinschaft. Echter Kontakt führt dazu, dass im Körper Hormone ausgeschüttet werden, die sich positiv auf die Stimmung auswirken.

4. Knuddle und kuschle soviel zu kannst

Schnapp dir deine liebsten Menschen und umarme sie noch mehr als sonst. Körperlicher Kontakt und Streicheleinheiten führen dazu, dass dein Körper das sogenannte “Kuschel-Hormon” Oxytoxin ausschüttet und du dich entspannt und verbunden fühlst.

Wenn du gerade niemanden greifbar hast, kannst du auch eine Selbstumarmung machen. Auch wenn dies natürlich nicht das gleiche sein kann, wie die Umarmung einer anderen Person, kannst du dir dadurch etwas Gutes tun. Hierbei entscheiden v.a. deine Gedanken darüber, ob eine positive Wirkung eintreten kann. Lege deine Arme um dich, Hände überkreuz auf deine Schultern und denke dabei positive über dich selbst. Konzentriere dich darauf, dass du dich magst und ein toller Mensch bist. Spüre bewusst die Wärme deiner Hände und deiner Arme am Körper. Du kannst auch ein kuscheliges Lieblingskleidungsstück anziehen oder mit einem Kuscheltier oder deiner Kuscheldecke kuscheln. Umgib dich mit Dingen, die dir ein gutes Gefühl bereiten. Mach es dir richtig gemütlich und zelebriere deine Kuscheleinheit. Auch Kinder beruhigen sich selbst mit Kuscheltieren und Co., wenn die Welt mal blöd ist.

5. Schau mehr auf das Positive

Auch, wenn es mal schwer fällt: Trainiere deinen Verstand darauf, mehr auf das zu achten, was gerade alles gut ist. Aus den Zeiten, in denen das Überleben noch wesentlich schwieriger war als heute, ist dieser nämlich noch v.a. darauf programmiert, alle möglichen Gefahren im Blick zu haben. Zum Glück bist du Meisterin/ Meister über deinen Verstand und kannst ihn bewusst steuern. Dafür kannst du ganz einfache Dinge aufzählen, die wir häufig als selbstverständlich hinnehmen, die aber tatsächlich ganz wunderbar sind:

  • Wenn ich auf einen Schalter drücke, geht das Licht an. Egal, wie grau es gerade draußen ist!
  • Aktuell sind sehr viele Fenster und Häuser weihnachtlich mit vielen schönen Lichtern dekoriert. Wie schön!
  • Wenn ich an einem Wasserhahn drehe, kommt Wasser raus – meistens sogar wahlweise warm oder kalt.
  • Ich habe genug Wasser zu trinken. Wie angenehm es ist, jederzeit trinken zu können, wenn ich durstig bin!
  • Wertschätze jeden einzelnen schönen Kontakt zu anderen Menschen. Wie schön, dass es sie gibt!
  • Wie lecker das Weihnachtsgebäck ist!
  • Erfreue dich an schöner Musik.

Aufzählen ist gut, aufschreiben ist noch besser! Nimm dir ein Notizbuch und schreibe jeden Tag 3 (oder auch gern mehr) Dinge auf, die dir am Tag gefallen haben, die gut gelaufen sind, über die du dich freust. Du kannst auch gern mein Noitzbuch dafür nehmen, das ich selbst häufig meinen KlientInnen überreiche, damit sie damit üben:

(Das war Werbung in eigener Sache. :))

6. Nutze Gute-Laune-Medien: Filme, Literatur, Musik

Wähle gerade jetzt bewusst Medien, die dich in eine gute Stimmung versetzen. Lustige Filme, schöne Gute-Laune-Musik, aufbauende Literatur. Alles, was dich zum Schmunzeln, Lächeln oder auch Lachen bringt, unterstützt dein Wohlgefühl. Es gibt Berichte von Menschen, die nach eigenen Angaben dadurch von einer Krankheit genesen sind, dass sie ganz bewusst nur schöne und lustige Dinge an sich heran gelassen haben. Auf jeden Fall unterstützen Entspannung und gute Stimmung das Immunsystem, also ist dieser Tipp gerade aktuell aus meiner Sicht besonders wichtig. Also noch einmal: Umgib dich mit Dingen, die dich in eine positive Stimmung bringen.

7. Selbstfürsorge durch Glücks-Essen: Ernähre dich bewusst

Achte besonders darauf, dass du Lebensmittel zu dir nimmst, die deinem Körper gut tun. Und dass du Ernährungsgewohnheiten, die weniger hilfreiche sind, vielleicht zurückfährst. Wenn du z.B. zuviel Zucker ist, fühlst du dich vielleicht kurzfristig besser, weil der Blutzuckerspiegel ansteigt und dein internes Belohnungszentrum anspringt, aber kurz danach lässt die Wirkung meistens nach und du fühlst dich eher schwer und voll. Gesund ist das natürlich auch nicht.

Besser sind Lebensmittel, die erwiesenermaßen glücklich machen, d.h. die Stoffe enthalten, die sich positiv auf die Stimmung auswirken oder dem Körper helfen, diese Hormone herzustellen. Einige dieser positiven Inhaltsstoffe sind z.B. Serotonin, Tryptophan und Magnesium. Um diese mit der Nahrung aufzunehmen, kannst du z.B. Bananen, Nüsse oder auch dunkle (!) Schokolade essen. Gleichzeitig hilft eine bewusste und gesunde Ernährung auch deinem Immunsystem beim Gesundbleiben. Wenn du in einer Suchmaschine “Lebensmittel, die glücklich machen” eingibst, findest Listen mit empfohlenen Nahrungsmitteln.

Diesen Tipp kannst du natürlich auch prima mit einer Achtsamkeitsübung verbinden, indem du dein Essen nicht hinunterschlingst sondern ganz bewusst und vielleicht etwas langsamer und achtsamer als normalerweise verzehrst. Schmecke, was du isst und genieße dein Essen.

Und einen extra Bonus-Tipp hab ich noch:

8. Baue Entspannungsübungen in deinen Alltag ein

Als Gegenstück zur Bewegung in Tipp 1 kannst du auch Entspannungsübungen und Meditation in deinen Alltag einbauen. Dieses sind ein wichtiger Pfeiler der Selbstfürsorge. Dafür kannst du z.B. einfach ganz bewusst deinen Atem beobachten oder dir eine geführte Meditation anhören und mitmachen.

Wenn du nicht so gern still sitzt und mehr Bewegungsdran hast, kannst du auch Meditation in Bewegung machen, z.B. mit Yoga, Qigong oder Tai Chi. Das Internet hat eine Vielzahl von kostenlosen Anleitungen parat. Oder du machst einen Online-Kurs mit, z.B. beim Yoga-Raum Stade.

Such aus, was dir gefällt und zu dir passt. 5 oder 10 Minuten pro Tag reichen oft schon aus. Mehr geht natürlich immer.

Je mehr es dir gelingt, durch diese Übungen aus der Frustration oder Angst heraus in die Akzeptanz zu kommen, umso besser stehen die Chancen, dass du gut durch diese Phase kommst.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung! Und wenn du jemanden kennst, dem dieser Beitrag auch weiterhelfen könnte, dann teile ihn gern!

Bleib gesund!

Herzliche Grüße

Deine Catrin

Wenn du es eilig hast, geh achtsam

“Wenn du es eilig hast, geh langsam.” So lautet ein Sprichwort. Aber das ist meistens leichter gesagt als getan. Vor allen Dingen, wenn die To-Do-Liste soooo lang ist!

Bei den meisten Menschen gibt es immer mal wieder – oder auch mal dauerhaft – Zeiten, in denen weiß man nicht so richtig, wie man alles schaffen soll. Die Aufgaben stapeln sich, ein Termin jagt den nächsten und eigentlich müsste man gefühlt die ganze Zeit rennen, um alles zu schaffen.

Ich kenne solche Zeiten auch. Und früher, als ich noch Fremdsprachenassistentin war, bin ich dann auch wirklich gerannt. Im Büro-Outfit über den Flur, zwischen Büro und Fotokopierer hin und her beispielsweise. Das sah bestimmt lustig aus. Aber ich hatte in manchen Phasen das Gefühl, dass ich nicht alles schaffe, wenn ich langsam gehe und nur eine Sache zur Zeit mache.

Heute tue ich das nicht mehr (oder nur im Ausnahmefall, wenn ich ungewöhnlicherweise mal für einen Termin spät dran bin ;)), und das nicht nur, weil ich schon lange einer anderen Tätigkeit nachgehe.

Trotzdem gibt es Momente, da merke ich, dass mein Kopf “rennt”. Manchmal merke ich es beim Denken oder beim Ins-Bett-gehen, manchmal auch erst, wenn ich anfange, am Türpfosten anzustoßen, weil mein Kopf mir schon 10 Schritte voraus ist und der Körper die Abstände nicht mehr richtig einschätzen kann.

Spätestens dann ist es Zeit, einen Gang herunterzuschalten. Einfach mal etwas langsamer machen, ganz bewusst eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen. Oder auch einmal innezuhalten. Etwas weiter unten werde ich dir drei Strategien vorstellen, wie ich mich mit ganz einfachen Mitteln wieder vom Gaspedal “herunterhole”, wenn ich gerade dabei bin, mich selbst zu überholen.

Aber zuerst möchte ich dir noch verraten, warum ich ausgerechnet jetzt diesen Artikel schreibe, obwohl meine To-Do-Liste gerade extra-lang ist und ich “eigentlich” gar keine Zeit für einen Artikel habe. Der Grund liegt sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart:

In den letzten Wochen hatten zwei mir nahe Menschen unabhängig voneinander einen Unfall, der sie für einige Wochen verlangsamt hat. Gott sei Dank ist nichts “Schlimmeres” passiert, es waren “nur” Stürze mit Blessuren, die wieder heilen werden. Trotzdem schlimm genug! Beide waren gerade sehr im Stress und eilig dabei, alle ihre Aufgaben zu schaffen, als der Unfall passiert ist. Ich will diese Geschichten jetzt nicht auswalzen (es sind ja ihre und nicht meine) und auch nichts hineininterpretieren, aber ich nehme sie haben mich nachdenklich gemacht und wieder erinnert und ich nehme sie als Anlass, von meiner eigenen Geschichte zu dem Thema zu erzählen.

2005 habe ich nämlich selbst eine sehr ähnliche Erfahrung gemacht: Ich machte gerade neben meinem Studium und meinem Studenten-Job zusätzlich ein Praktikum. Einige Wochen zuvor hatte ich eine schwierige familiäre Situation zu bewältigen gehabt und dann im Anschluss auch noch eine Diplomprüfung abgelegt. Man kann also sagen, dass ich mehr als beschäftigt und gestresst war. Fast jeden Tag fuhr ich mit dem Fahrrad zwischen den verschiedenen Terminen hin und her und ich fühlte mich eigentlich die ganze Zeit gehetzt. Bis ich an einer unübersichtlichen Straße mit schwieriger Verkehrsführung ein Auto übersah – und der Fahrer mich leider auch.

Von einem Moment auf den anderen waren alle meine wichtigen Termine plötzlich nicht mehr so wichtig und meine Geschwindigkeit änderte sich schlagartig von “Hetztempo” auf Null. Ich hatte damals großes Glück, dass ich mit einer Platzwunde am Kopf (Leute, tragt unbedingt einen Helm!) und einem angebrochenen Handgelenk davon kam. Alles heilte gut und nun ist nur noch eine sehr schwach sichtbare Narbe übrig, die mich daran erinnert. Die Wochen danach waren trotzdem absolut kein Spaß und ich lege keinen Wert darauf, solch eine Erfahrung noch einmal zu machen.

Seitdem besinne ich mich an fast jeder roten Ampel darauf, dass es eigentlich unwichtig ist, wenn ich hier ein paar Momente warten muss. Und wenn ich merke, dass ich wieder anfange, an irgendwelchen Ecken in der Wohnung hängenzubleiben, nehme ich mir einen Moment Zeit, um ein Stück weit wieder “runterzufahren”. Und ich achte besonders auf mich und mein Tempo, wenn mein Terminplan gerade sehr voll ist.

Ich möchte mich nämlich lieber selbst rechtzeitig entschleunigen und mein Tempo bewusst steuern, als dass ich so einen krassen “Stopp” mache wie damals. So etwas brauche ich wirklich nie wieder!

Um mich selbst wieder zu beruhigen und “runterzubringen” nutze ich aktuell v.a. drei Techniken. Wenn du gern mein Video dazu sehen möchtest, hier ist es. Es ist aber nicht komplett deckungsgleich mit diesen Text.

(Ab 1:50 Minuten geht es thematisch los.)

Die drei Techniken, die ich aktuell zur Verlangsamung nutze, sind:

1) Entspannungsübungen

Übungen zur Entspannung eigenen sich nicht nur zum “Runterfahren” nach der Arbeit sondern auch hervorragend VOR der Arbeit oder mittendrin. Um einfach einmal zur Ruhe zu kommen, sich auf das Wesentliche zu besinnen und die Hektik rauzunehmen. Die einfachste Übung ist das bewusste (Aus-)Atmen.

Danach läuft die Arbeit viel besser, es passieren weniger Fehler und man kann fokussierter Arbeiten. Eine meiner liebsten Entspannungsübungen, den Bodyscan, zeige ich dir in diesem Video.

2) Weglassen

Die richtigen Prioritäten zu setzen hilft dabei, nicht in die absolute Hektik zu verfallen. Auch wenn das heißt, dass man einige Projekte vielleicht mal pausieren muss und auch wenn einem das vielleicht mal schwer fällt und es auch dem, was andere tun oder raten entgegen steht.

Aber ich kann und will mich nicht zerteilen. Man kann immer nur an einem Ort zur gleichen Zeit sein. Manchmal müssen natürlich auch Aufgaben auf die To-Do-Liste, die sich nicht eilig vordrängeln, wie z.B. aufräumen. Aber manchmal muss auch auch mal Abstriche machen und an der einen oder anderen Stelle Zeit sparen, um mehr Zeit für die dringenden To-Dos zu haben. Es ist gilt also immer zu entscheiden (im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für Entscheidungen), 1. was wirklich erledigt werden muss und 2. in welcher Reihenfolge das gerade am meisten Sinn macht.

In Phasen mit einer sehr vollen Liste und sehr vielen Terminen prüfe ich meine Prioritäten noch viel kritischer als sonst und sortiere Dinge aus. Einen Artikel zum Thema Prioritäten findet Ihr hier.

3) Hilfreiche Gedanken denken

Die Gedanken, die wir denken, bestimmen sehr stark die Gefühle, die wir fühlen. Und diese wiederum führen zu unseren Handlungen.

Wenn wir sehr viel zu tun haben und im Stress sind, denken wir häufig Gedanken wie:

“Das ist so viel!”

“Das schaff ich alles nicht!”

“Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll!”

“Das ist alles so schrecklich!”

Daran ist nichts falsch und es ist auch völlig normal, solche Gedanken zu haben. Aber beobachte mal, wohin dich diese Gedanken emotional bringen. In deine Kraft? Oder eher in eine Opferhaltung und unangenehme Gefühle?

Aus meiner Erfahrung kommt man besser ins entspannte Arbeiten und/oder in die Entspannung, wenn man sich diese Gedanken einmal bewusst macht und durch hilfreichere Gedanken ersetzt:

“Ich mache eins nach dem anderen.”

“Was kann ich weglassen?”

“Wie kann ich es mir leicht(er) machen?”

“Wer oder was könnte mir helfen?”

“Was tut mir jetzt gut?”

“Womit kann ich anfangen?”

“Was kann ich als nächstes tun?”

Kurz gesagt: durch Gedanken, die dabei helfen, den Arbeitsberg nach und nach möglichst entspannt abzutragen oder auch entspannt damit zu sein, dass der Berg erst einmal da ist.

Ich hoffe, diese drei Techniken helfen dir auch, dich zu entspannen und zu entschleunigen, wenn dies angesagt ist bzw. wenn du dies möchtest. (Wenn du mehr Tipps zur Entspannung haben möchtest, dann hol dir mein kostenloses PDF.)

Am Ende möchte ich das oben genannte Sprichwort umformulieren: “Wenn du es eilig hast, geh achtsam.”

D.h. du kannst dabei auch ruhig mal schnell unterwegs sein, Hauptsache, du bist wirklich bei der Sache. Und zum Dauerzustand sollte ein zu schnelles Tempo natürlich auch nicht werden, damit es nicht in Stress ausartet.

Herziche Grüße

Deine Catrin

Gemeinsam geht es oft besser als allein – mit anderen schneller weiter kommen

Vielleicht kennst du das auch: Wenn du allein vor einer Aufgabe sitzt, kommst du häufig einfach nicht voran. Es geht vielen so, allein, sind manche Aufgaben noch schwerer als sie sowieso schon sind bzw. sie scheinen schwer.

Das trifft für viele für Aufgaben zu, aber auch für Ziele, die man sich setzt, wie z.B. mehr Sport machen oder das eigene Gewicht zu reduzieren.

Je unangenehmer die Aufgabe ist oder je weniger man überblicken kann, wie viel Aufwand sie bedeutet, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, diese lieber gar nicht erst anzugehen. Oder auch wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll oder wenn man ÜBERHAUPT keine Lust darauf hat, anzufangen. 😉 Oder es kann auch sein, dass man es allein nicht hinbekommt, etwas Neues in den Alltag zu integrieren, wie z.B. regelmäßige Entspannungs- oder Bewegungspausen.

Gerade in solchen Fällen kann es überaus hilfreich sein, sich Unterstützung von anderen Menschen zu holen. Im folgenden Video gib es die Kurzfassung mit einigen Anregungen, wenn du gerade wenig Zeit zum Lesen hast. Im anschließenden Blogartikel stelle ich dir noch ausführlicher verschiedene Möglichkeiten vor, wie du dies tun kannst.

Und hier nun ausführlich verschiedene Möglichkeiten, wie du mit Hilfe von “sozialer Unterstützung”, d.h. mit Hilfe anderer Menschen in die Umsetzung kommen kannst.

Erzähl jemandem davon

Eine Möglichkeit, sich bei einem Vorhaben unterstützen zu lassen, kann z.B. sein, sich jemanden zu suchen, der mindestens weiß dass du daran arbeiten willst. Dadurch erhöhst du den “sozialen Druck”. Du könntest die andere Person z.B. auch bitten, ab und zu mal nachzufragen, wie es denn läuft oder einen bestimmten Termin absprechen, zu dem du “Bericht erstattest”.

Such dir eine/n Verbündete/n

Gemeinsam geht es noch leichter. Such dir einen Sportpartner oder eine Sportpartnerin, jemanden, der die gleiche oder eine ähnliche Aufgabe erledigen muss oder will. Wenn ihr zu festgelegten Zeiten oder auch zeitversetzt an der gleichen Sache arbeitet, könnt ihr euch austauschen und gegenseitig motivieren.

Der oder die Verbündete kann natürlich auch ein/e ExpertIn sein, die oder der dich unterstützt. Viele setzen z.B. gemeinsam mit einem Coach viel mehr um als allein oder “nur” mit Freunden, einfach weil “jemand vom Fach” noch viel mehr Ideen und passendere Anregungen geben kann als andere Menschen, die im Zweifel auch keine Idee haben. Auch die Tatsache, dass man für diese Art von Begleitung Geld bezahlt hat, führt dazu, eher umzusetzen als wenn man dies nicht tut.

Finde eine Gruppe

Noch besser als eine andere Person ist eine Gruppe, also mindestens noch zwei andere Leute. Zwei Menschen sind sich nämlich auch schnell mal einig, es sein zu lassen (außer natürlich, die andere Person ist dein Coach). Oder du bist sehr abhängig davon, dass dein/e Partner/in gesund bleibt oder motiviert bei der Sache ist.

Wenn du mehrere Menschen um dich hast, die gleichzeitig ein Vorhaben verfolgen, hast du auch eine Auswahl, wer dir mehr liegt und kannst gezielt Kontakte ausbauen und pflegen und dich dadurch motivieren (lassen).

Übrigens müssen gar nicht alle am selben Ort leben. Spätestens seit Corona, aber auch schon vorher hat sich herausgestellt, dass auch virtuelle Begleitung hervorragend funktioniert. Schon seit einger Zeit biete ich deshalb auch unregelmäßig gemeinsames online Co-Working an und integriere es in meine Coaching-Programme und Seminare gegen das Aufschieben.

Im folgenden, kurzen Video erkläre ich, wie gemeinsames Online-Arbeiten, das ich je nach Länge gern auch “Workathon” (für lange Einheiten) oder “Work-Sprint” nenne, geht. Wenn du die aktuellen Termine nachschauen oder dich anmelden willst, findest du mehr Informationen zum online-Co-Working auf dieser Seite.

Verschiedene Möglichkeiten, gemeinsam mehr zu schaffen

Wie kannst du mit anderen gemeinsam nun konkret mehr schaffen und weniger aufschieben? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

Austausch, gegenseitige Ermutigung und Unterstützung

Allein durch die Tatsache, dass du mit anderen Menschen verbunden bist und ihnen von deinem Projekt erzählen kannst, kannst du schon mehr ins Tun kommen und mehr Schwung aufnehmen. Allerdings kann es auch passieren, dass der Austausch mehr in Richtung “Kaffeeklatsch” oder “Klagerunde” driftete, deshalb ist es wichtig, eine gute Struktur zu haben.

Gegenseitige Beratung

Wenn der Austausch noch strukturierter betrieben wird und man sich gegenseitig dabei unterstützt, gute Lösungen zu finden, ist dies eine Form von gegenseitiger Beratung. Auch das ist eine gute Möglichkeit um die Ideen mehrerer Menschen zu nutzen. Kim-Oliver Tietze hat dafür z.B. die Methode der “Kollegialen Beratung” entwickelt.

Gemeinsames Arbeiten am Projekt eines Einzelnen

Einer stellt eine Frage und alle überlegen gemeinsam. Gemeinsames Brainstorming oder in schriftlicher Form Brainwriting ist eine super Methode, um mehr Anregungen zu generieren und auf neue Lösungen zu kommen. Viele Abschlussarbeiten sind auf diese Weise schließlich doch noch zu einem guten Ende gekommen.

In meinem Seminaren wurden außerdem schon wechselseitige Verabredungen zu “Abheftpartys” getroffen oder gemeinsamem Gartenaufräumen oder noch ganz vielen anderen Projekten. Der Kreativität sind hier fast keine Grenzen gesetzt.

Gleichzeitiges Arbeiten an eigenen Projekten

Das ist der absolute “Kracher”, wenn es um die Steigerung von Produktivität und das Vermeiden von Aufschieben geht. Alle sitzen zeitgleich an den Aufgaben, die sie allein nicht anfangen würden. Während man sich gegenseitig arbeiten sieht, arbeitet es sich einfach viel leichter. Und man fühlt sich gleichzeitig auch etwas beobachtet, was die Tendenz, sich ablenken zu lassen, im Zaum hält. und wer vorher auch noch laut sagt, was die Aufgabe ist, ist motivierter, hinterher auch zu berichten, dass es geklappt hat.

Gemeinsame Pausen

Wer viel arbeitet, soll auch Pausen machen. Nach getaner Arbeit, egal ob zeitgleich am gleichen Ort oder virtuell oder zeitversetzt, sollte man auch soziale Kontakt zur Erholung mit einplanen. Dabei kann man dann auch stolz berichten, was geschafft wurde und im Anschluss dann evtl. noch ein paar Fragen stellen und sich wieder gegenseitig beraten…

Kurz: Gemeinsam ist man weniger allein. Und gemeinsam arbeitet es sich auch wirklich besser. Probier es mal aus. Und dann berichte mir gern wie es geklappt hat.

Herzliche Grüße

Deine Catrin

Weniger Prokrastination und entspanntes Zeitmanagement mit der Ivy Lee Methode

In diesem Beitrag stelle ich dir eine sehr einfache Methode vor, die viele noch gar nicht kennen. Mit dieser Methode kannst du ohne viel Aufwand eine gute Planung machen. Dadurch kannst du effizienter arbeiten, mehr schaffen und dadurch motivierter bist, weil du nicht so eine endlos lange To-Do-Liste hast, die am Ende des Tages fast genauso lang ist wie am Morgen.

Die Methode besteht aus 6 einfachen Schritten, die ich dir im folgenden Video der Reihe nach erkläre:

Falls du lieber liest, hier die Zusammenfassung:

  1. Du notierst dir die 6 wichtigsten Aufgaben für morgen, wenn du am Abend vorplanst (oder für heute wenn du jetzt sofort anfangen willst)
  2. Bring die Aufgaben in die richtige Reihenfolge. D.h. sortiere sie nach Priorität 1 – 6, Priorität 1 ist am wichtigsten. (Meinen Artikel über Prioritäten findest du hier.)
  3. Do it! Erledige Aufgabe 1. 🙂 Hier für kannst du alle Techniken nutzen, die du kennst, z.B. große Aufgaben unterteilen, Pomodoro-Technik, Umgang mit Emotionen zur Aufgabe,…
  4. Überprüfe die restlichen Prioritäten 2 – 6. Stimmt noch alles? Falls nicht, passe die Prioritäten an.
  5. Erledige Aufgabe 2, dann wiederhole Schritt 4 und geh danach die nächste Aufgabe an, bis alles erledigt oder der Tag vorbei ist.
  6. Erstelle eine neue Liste mit 6 Aufgaben für den nächsten Tag.

Soweit die “reine Lehre”. Wenn du mir schon ein bisschen folgst, weißt du, dass ich die “Queen des Anpassens und Abwandelns” bin. D.h. ich empfehle u.U. auch, die Methode auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. D.h. von mir aus könntest du dir auch nur 3 Aufgaben vornehmen.

Wichtig ist aber, dass du realistisch planst. 20 – 30 To-Do’s für einen Tag sind in der Regel nicht zu schaffen. Und sich ständig zu viel vorzunehmen und das nicht zu schaffen, wirkt sich negativ auf die eigene Motivation aus. Dann fühlst du dich, als hättest du “nichts geschafft” und bist unzufrieden mit dir selbst. Im Gegenteil dazu fühlt es sich einfach gut an und ist motivierend, wenn du dein Tagwerk abends geschafft hast. Dann kannst du guten Gewissens deinen Feierabend genießen.

Insofern ist die Ivy-Lee-Methode einerseits gut geeignet, um weniger aufzuschieben, weil du gleich morgens weißt, womit du starten willst und nicht zuerst überlegen musst, was zu tun ist. Es gibt also eine Ausrede weniger ;-). Und dadurch, dass die wichtigste Aufgabe zuerst dran kommt, umgehst du den Impuls, dich davor womöglich zu drücken, weil die Aufgabe in irgendeiner Form unangenehm ist.

Und andererseits führt die Methode zu mehr Entspannung, weil du abends deinen Erfolg siehst und v.a. die wichtigsten Aufgaben schon erledigt hast.

Zur Geschichte der Methode:

1918 suchte Charles M. Schwab, der Präsident des zweitgrößten Stahlunternehmens der damaligen Zeit, “Bethlehem Steel”, einen Weg zu mehr Produktivität und Effizienz im Unternehmen. Ivy Lee war damals ein Experte für Produktivität und Schwab fragte ihn “Wie könnten wir in der gleichen Zeit produktiver sein?”. Ivy Lee antwortete: “Um das zu beantworten, brauche ich 15 Minuten mit Ihnen und Ihren Führungskräften. Danach können Sie die Methode drei Monate lang ausprobieren. Anschließend können Sie mir das Bezahlen, was Sie für angemessen halten.” Er bekam 25.000 US Dollar. Das wäre auch heute für 15 Minuten schon ein guter Lohn, aber damals war es ungleich mehr Geld. Daran sieht man, dass die Methode erstaunlich gut funktioniert haben muss. (Sie wird manchmal auch 25.000 $-Methode genannt.)

Die Vorteile der Methode auf einen Blick:

  • Klarer Fokus auf wenige Aufgaben. Du weißt genau, was zu tun ist.
  • Klarheit: Klare Prioritäten. Es ist ganz klar, was zu tun ist.
  • Weniger “Selbst-Beschummeln”, d.h. du merkst, wenn du das weniger wichtige zuerst machst.
  • Effizienz: Das Ziel ist möglichst ungestörte Arbeit ohne Ablenkung. Dafür kannst du z.B. ergänzend die Pomodoro-Technik nutzen.
  • Schriftlicher Überblick über die Aufgaben.
  • Motivation durch Erfolgserlebnisse durch das Erledigen und Abhaken wirklich wichtiger Aufgaben.
  • Einfache Anwendung: Papier und Stift reicht.
  • Leichter Einstieg am Morgen.

Probier es am besten jetzt gleich aus und erstell dir deine erste Liste nach der Ivy-Lee-Methode. Schreib mir gern, wie es geklappt hat.

Ich wünsche dir einen schönen, angenehmen, produktiven Tag!

Herzliche Grüße

Deine Catrin

Wie ich meine 1000 Dinge organisiere und dabei entspannt bleibe

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich die “1000 Dinge”, die ich so tue, unter einen Hut und organisiert kriege, habe ich im Rahmen meiner CatrinTVLive-Reihe einmal erklärt und gezeigt, wie ich das mache.

Hier gibt es das ganze Video zu sehen (ab 3:31 Minuten geht es mit dem Thema los):

Und für die Eiligen hier die Zusammenfassung:

Meine “1000 Dinge” bestehen aus einer halben Stelle an der Universität Hamburg sowie einer halben Stelle, in der ich freiberuflich offline wie online Trainings und Coachings gebe. Nebenbei sitze ich noch an meiner Doktorarbeit und habe außerdem Familie, d.h. meinen Mann und meine kleine Tochter. Und in meiner Freizeit bin ich sehr gern kreativ tätig. D.h. ich habe viele verschiedene “Baustellen”.

Wie organisiere ich mich zeitlich? Ich benutze…

… meinen Kalender (tatsächlich ein echter, richtig zum Anfassen),

… einen Google-Kalender für Terminüberblick (damit auch mein Mann für Planungszwecke meine Termine jederzeit einsehen kann),

… mein Handy (Erinnerungsfunktion, Einkaufszettel als Foto oder Notizen, Ideen als Notizen),

… To-Do-Listen.

Welche Zeitmanagement-Techniken nutze ich?

Prioritäten setzen (dazu gibt es auch einen eigenen Beitrag auf dieser Seite)
Der Trick ist, die Aufgaben zu erledigen, wenn sie noch “B-Priorität” haben, d.h. zwar wichtig aber noch nicht dringend sind.

Flexibel bleiben – Möglichkeit zum Umplanen haben

Atmen! Vor allem, wenn ich merke, dass ich gerade gestresst bin.

Hilfreiche Fragen: Wie könnte es einfach gehen? Wer könnte mir helfen? Was könnte mir helfen? Wie könnte ich das einfacher machen?

Im Fluss arbeiten und nicht dagegen, d.h. ich suche aus den Aufgaben aus, wonach mir gerade am ehesten ist

den richtigen Zeitpunkt wählen, z.B. Denkaufgaben am Morgen, Routinetätigkeiten im Mittagstief,…

(Das Gewinnspiel, das auf Facebook stattgefunden hat, ist leider bereits beendet. 🙁 Aber es gibt immer mal wieder ein neues. Also bleibt dran! :-))

Warum ich manchmal im Urlaub arbeite (so wie jetzt gerade)

Da ich ja aktuell schwerpunktmäßig Menschen sowohl​ dabei helfe, weniger aufzuschieben als auch entspannter zu leben, stellt sich vielleicht manchem die Frage, warum ich eigentlich im Urlaub arbeite. Wenn man die Work-Live-Balance betrachtet, wird ja eher empfohlen, im Urlaub komplett Abstand von der Arbeit zu haben, den Kopf richtig frei zu machen. Das würde ich auch unbedingt unterschreiben – wenn es das ist, was zur Entspannung beiträgt.

Wenn es aber wie in meinem Fall gerade eher verspannt und man ständig Gedanken und Ideen im Kopf hat​​ wenn Aufgaben wichtig und unauffschiebbar sind oder die Ideen schlicht sprudeln, weil endlich Raum dafür ist und die Arbeit Freude macht, dann würde ich sagen, in Maßen ist Arbeit durchaus auch im Urlaub erlaubt.

Gerade findet in meiner Abwesenheit an der Uni Hamburg z.B. eine Veranstaltung statt. Da meine Kollegin auch nicht da ist, schaue ich ab und zu in die Emails, um sicherzustellen, dass alles seinen Gang geht. Vorhin stellte ich fest, dass eine geplante Schlüsselübergabe nicht geklappt hat. Zum Glück habe ich reingeschaut, so konnte ich den Kontakt zu jemandem mit Schlüssel herstellen und kann nun beruhigt davon ausgehen, dass morgen alles glatt geht und niemand unglücklich vor verschlossenen Türen steht. ​​

​Freiberuflich mache ich ja wie oben schon erwähnt relativ kurz entschlossen nächste Woche eine Gratis-Challenge und dafür gibt es noch so einiges zu tun, nicht, weil ich es aufgeschoben habe, sondern weil die Idee erst vor einigen Wochen entstand, und gerade kreative Prozesse einfach Zeit brauchen.​ Und es macht mir gleichzeitig auch einfach total Spaß, mich dafür wieder in neue Dinge einzuarbeiten, zu organisieren, zu sehen, dass es ein Interesse an meiner Arbeit gibt und ich Menschen damit weiterhelfen kann! D.h. ich erlebe Flow, und das macht mich einfach zufrieden und glücklich.

Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass ich so arbeite wie sonst. Ganz im Gegenteil. Heute habe ich u.a.
– lecker und in Ruhe gefrühstückt
– lange und oft aus dem Fenster geschaut (sehr schöne Aussicht hier)
– Peterson und Findus geguckt
– mit Knete gespielt​​
– einen Regenbogen bewundert​
– in CatrinTV Live auf Facebook vom Urlaub geschwärmt​
​​​- einen schönen Spiel-Spaziergang im Regen gemacht
​- lecker Mittagessen gekocht und gemeinsam verspeist
– Ball gespielt
– ein Mittagspäuschen gemacht
– ​Kuchen gebacken
– einen Mini-Blogartikel mit Rezept draus gemacht​​​
– in die Uni-Arbeits-Emails geschaut und ein Problem gelöst​
– mich nett unterhalten​
– gekuschelt​
– ​diesen Newsletter​​​ geschrieben

Insgesamt ein sehr runder​​ Urlaubstag, finde ich!

Gleichzeitig muss man natürlich gerade als (Teil-)Selbständige darauf achten, nicht in einem 7/24-Hamsterrad zu landen. Deshalb sind natürlich auch Ruhezeiten ohne Arbeit absolut wichtig. Aber das funktioniert aus meiner Sicht nur dann, wenn alles so organisiert ist, dass man sicher sein kann, dass auch alles in der Abwesenheit läuft.​​ Irgendwann plane ich, für solche Fälle MitarbeiterInnen zu haben, die alles im Griff haben, bis ich wieder da bin. Aber bis es soweit ist, fühlt es sich einfach gut an, nicht soviel Arbeit anzusammeln und wichtige Projekte auch im Urlaub ein wenig im Blick zu behalten.

Wie hältst du es mit Arbeit im Urlaub? Schreib mir gern, wie du das machst und ob du die gleiche oder eine andere Meinung dazu hast.​​

So, und jetzt mache ich Urlaubs-Feierabend 

Herzliche Grüße

Catrin Grobbin

Dem Gefühl folgen und Prioritäten setzen

Hallo allerseits!

Na, habt Ihr mich vermisst? Ich hoffe doch schon. 🙂  Es ist eine Weile her, dass ich die Zeit gefunden habe, einen Artikel zu schreiben und böse Zungen könnten jetzt sagen, dass ich selbst ein Prokrastinationsproblem habe. Nein! Ich doch nicht! ;-))

Tatsächlich gibt es ja einen Unterschied zwischen auf-schieben und ver-schieben. Beim ersteren erledigt man alles andere zuerst, um einer unliebsame oder unangenehme Aufgabe aus dem Weg zu gehen. Beim zweiten geht es einfach darum, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was zuerst dran ist und was warten muss. Und Mitte diesen Jahres war es für mich Zeit, einmal zu überprüfen, was ich gerade tue und ob sich das noch stimmig anfühlt. Dabei habe ich festgestellt, dass ein sehr wichtiges Projekt schon seit längerer Zeit keine Aufmerksamkeit mehr erhalten hat. Dass ich sehr viel “online” gemacht habe, aber dafür einiges “offline” vernachlässigt habe. Und diese Energieverteilung fühlte sich nicht mehr gut an.

Deshalb habe ich meine Prioritäten neu gesetzt und entschieden, dass das Projekt jetzt den Raum erhält, den es verdient hat. Ich habe mich gleich an die Arbeit gemacht und bin vollständig eingetaucht und habe den ganzen Sommer und Frühherbst – abzüglich Urlaub natürlich – in jeder freien Arbeitsminute dran gesessen. Flow sozusagen. Das fühlte sich richtig gut an!

Überhaupt kann ich sehr empfehlen, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob das, was man gerade tut, noch die wichtigsten Prioritäten abdeckt. Oder ob eine Veränderung notwendig ist. Oft merkt man, dass es dringend Zeit ist, mal wieder zu stoppen und eine kleine Denkpause einzulegen, wenn sich eine innerliche Unzufriedenheit einstellt. Man arbeitet zwar, aber irgendwie fühlt es sich nicht mehr richtig an. Oder man ist nicht mehr voll und ganz zufrieden, obwohl die Arbeit sehr wohl effektiv ist.

Als Werkzeug kann man den Dingen Buchstaben zuordnen: A für sehr wichtig und dringend zu erledigen, B für sehr wichtig und (noch)  nicht dringend, C für weniger wichtig aber dringend (ja, das gibt es auch, ob Dinge, die der Aufrechterhaltung des täglichen Lebens dienen oder die wir für andere Leute tun) und D für weder noch. Zeitplanungsbücher empfehlen, A schnell selbst zu machen, B auch, C zu delegieren und D sein zu lassen. Nunja, ganz so einfach ist das wohl nicht. Aber eine regelmäßige “Inventur”, mit welchen Buchstaben ich die meiste Zeit des Tages beschäftigt bin, finde ich sehr sinnvoll und hilfreich. Und wer es schafft, die B-Prioritäten rechtzeitig zu erledigen, vermeidet zuviele A’s, die dann alle gleichzeitig “brennen”.

Soviel als erste Anregung dazu. Über dieses und verwandte Themen schreibe ich in der nächsten Zeit sicherlich noch mehr unter der Rubrik “Prokrastination”. Es passt aber gleichzeitig zur Entspannungsthematik und zur Achtsamkeit.

Und ich nehme mir hiermit offiziell vor, wieder regelmäßiger zu schreiben – weil es sich gut anfühlt.

Bis dahin herzliche Grüße

Catrin Grobbin

Welches Futter gebe ich meinem inneren Schweinehund?

Diese Frage wurde mir kürzlich in einem meiner Trainings gestellt. Gemeint war natürlich damit: Was gebe ich ihm, damit er mitmacht und mich nicht so ausbremst?

Diese Frage ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Es gibt nämlich keine Antwort, die für alle gleichermaßen passt. Das ist zumindest mein Kenntnisstand nach umfangreicher Recherche und meine Erfahrung aus den zahlreichen Veranstaltungen und Coachings, die ich in den vergangenen 10 Jahren zu dem Thema durchgeführt habe. Es gibt nämlich aus meiner Sicht nicht „den einen inneren Schweinehund“, der bei jedem, der ein Aufschiebeproblem hat, wohnt. Vielmehr sind es sehr individuelle Gestalten, die da ihr blockierende Unwesen treiben. Deshalb fängt meine Antwort nicht gleich beim Füttern an, das kommt in einem späteren Beitrag.

Wer etwas an seinem Aufschiebeverhalten ändern möchte, der sollte sich die Zeit nehmen, seinen inneren Aufschiebe-Anteil möglichst genau kennenzulernen. Erst nach einer gründlichen (und sicherlich auch fortlaufenden) Selbstbetrachtung findet man heraus, wo des Pudels Kern steckt, d.h. woraus das eigene Aufschiebeverhalten entsteht. In einem nächsten Schritt kann man dann Wege finden, dieses Verhalten zu verändern.

Eine Übung dafür ist das „Tagebuch des Aufschiebens“, die ich auch in meinen Kursen aufgebe. Eins vorweg: Sie ist nicht sonderlich beliebt. Bei einer Erhebung im Rahmen meiner Forschung war diese Übung die absolut unbeliebteste von allen.  Gleichzeitig ist sie aber eine sehr wirksame, weswegen ich sie ungeachtet der Rückmeldungen unbeirrt weiterhin einsetze. Zu Risiken und Nebenwirkungen: Es ist nach dieser Übung nicht mehr so eine Weiteres möglich, sich selbst in die Tasche zu lügen. Prokrastinierendes Verhalten wird bewusst, man kommt sich selbst und seinem inneren Schweinehund dadurch schneller auf die Schliche.

Wer möchte, kann dazu gern mein Arbeitsblatt zum „Aufschiebe-Tagebuch“ nutzen. Es befindet sich auf einer ganz neuen Seite, auf die ich freie Inhalte zum Thema Prokrastination stelle. Für den Zugang ist eine einmalige Registrierung notwendig. Hier kommst du zu den Inhalten: https://catringrobbin.de/interessante-inhalte. Der Link zum freien Prokrastinations-Bereich ist aktuell ganz unten auf der Seite.

Wenn du weitere Fragen rund um das Thema hast, schreib mir gern einen Kommentar unter diesen Beitrag.

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg bei deiner Entdeckungswoche!

Herzliche Grüße

Catrin Grobbin