Du hast dir etwas vorgenommen für dieses Jahr – und trotzdem kommt du einfach nicht so richtig in die Gänge? Du bist nicht allein. Gerade jetzt, im Januar, Februar und März, kämpfen viele Menschen damit, ihre guten Vorsätze wirklich umzusetzen. Und das hat gute Gründe.
Erst mal: Bitte leg den Knüppel weg!
Falls du gerade mit dir haderst, weil es schon Mitte Januar ist und dein Vorsatz noch kaum angelaufen ist – ich bitte dich: Mach dich nicht fertig. Denn es gibt handfeste Gründe, warum das Aufschieben und die fehlende Motivation gerade besonders stark sind:
Zumindest in Norddeutschland (und vielen anderen Regionen) ist es dunkel, kalt und grau. Von Natur aus wäre jetzt eigentlich Winterschlaf angesagt – eine warme Decke, ein Buch, eine Tasse Tee. Die Feiertage waren für viele stressig und kräftezehrend, und Lichtmangel sowie Vitamin-D-Mangel können uns in eine Art saisonale Verstimmung rutschen lassen, die echte Prokrastination und das Aufschieben von Vorhaben begünstigt. Das ist keine Schwäche – das ist schlicht Biologie.
Das bedeutet aber nicht, dass wir uns einfach bemitleiden und alles liegenlassen. Es bedeutet nur: Sei realistisch, was gerade geht – und starte dann klug. Hier kommen meine 10 Ideen.
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10 Ideen für mehr Energie und weniger Aufschieben
1. Warte auf den Frühling – oder ein anderes Datum
Das ist die radikal ehrliche Option: Wenn es gerade wirklich nicht geht, weil du krank bist oder einfach keine Kapazitäten hast, dann verschieb den Start. Das Chinesische Neujahr im Februar oder der Frühlingsanfang im März sind energetisch viel bessere Startpunkte. Mehr Licht, mehr Wärme, mehr natürliche Aufbruchsstimmung – das hilft einfach.
2. Nicht alles auf einmal – bitte!
Diät halten, täglich Sport, Haushalt perfekt, Steuererklärung fertig, neues Hobby starten – und das alles gleichzeitig? Das ist eine Einladung zur Überforderung und damit ein Garant fürs Aufschieben. Such dir eine einzige Sache aus, die dir jetzt am wichtigsten ist. Nur eine. Und fang damit an. Alles andere kommt später, wenn du erst einmal Fahrt aufgenommen hast.
3. Erst Gesundheit, dann Vorsätze
Wenn du gerade angeschlagen bist, ist Selbstfürsorge der erste und wichtigste Schritt. Das kann bedeuten, dass du jetzt keine großen Aufräumaktionen startest, sondern stattdessen in Ruhe ein Buch liest, das du schon lange lesen wolltest, oder eine Weiterbildung vom Sofa aus machst. Sport kommt dann, wenn der Körper auch mitmacht.
4. Kleine Schritte – wirklich kleine
Das klingt banal, ist aber einer der wirksamsten Tipps gegen Prokrastination. Wer bisher gar keinen Sport macht und sich jetzt dreimal pro Woche ins Fitnessstudio vornimmt, landet nach zwei Wochen mit Muskelkater auf dem Sofa – und geht nie wieder hin. Viel klüger: Starte mit 10 Sit-ups morgens. Oder nimm einmal die Treppe statt den Aufzug. Was sich nachhaltig hält und über Wochen durchgehalten werden kann, bringt langfristig viel mehr als der große Anlauf, der nach zwei Wochen wieder endet.
5. Stelle dir vor, wie es ist, wenn du das Ziel erreicht hast
Wir neigen dazu, uns immer anzuschauen, was noch nicht klappt – und das zieht die Motivation runter. Dreh den Blick um: Wie fühlt es sich an, wenn du dein Ziel erreicht hast? Wie sieht dein aufgeräumtes Wohnzimmer aus? Wie fühlst du dich nach dem Lauf, den du geschafft hast? Dieses gedankliche Hochziehen an einem erstrebenswerten Bild ist eine kraftvolle Methode im Selbstmanagement – und hilft dem Unterbewusstsein, in die richtige Richtung zu gehen.
6. Visualisieren – mit Bildern, Filmen, Vorstellungskraft
Einen Schritt weiter geht das aktive Visualisieren: Suche dir Bilder raus, die dein Ziel repräsentieren. Schau dir einen Film an, der dich motiviert. Stell dir so konkret wie möglich vor – am besten mit allen Sinnen –, wie du dein Ziel erreichst. Das ist keine Wunschdenk-Romantik, sondern eine nachgewiesene Methode, um Motivation zu erzeugen und das eigene Verhalten in eine bestimmte Richtung zu lenken. Wer nur auf den Status quo schaut, erzeugt das Gegenteil.
7. Beweg dich – auch wenn Sport nicht dein Vorsatz ist
Bewegung bringt nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn in Schwung. Gerade nach den Feiertagen, wo viele viel saßen und lagen, ist der Körper ein bisschen eingerostet. Auch wenn es draußen grau und kalt ist: Ein Spaziergang an der frischen Luft tut Wunder. Sauerstoff und Bewegung schaffen Energie und damit auch Motivation, andere Dinge anzugehen. Ich war gestern Abend noch kurz raus, obwohl die Sonne schon unterging – und es hat wirklich gut getan.
8. Mach einen Plan mit kleinen Meilensteinen
Kleine Schritte allein reichen nicht – du brauchst auch eine Richtung. Sobald du mit deinem ersten kleinen Schritt ins Tun gekommen bist, mach dir einen Plan: Was ist der nächste kleine Meilenstein? Und der übernächste? So weißt du immer, wohin es geht, und kannst jeden erreichten Punkt auch feiern. Dieses Abhaken und Anerkennen des eigenen Fortschritts ist ein echtes Motivationsbooster im Selbstmanagement – und eine wirksame Gegenstrategie zum Aufschieben.
9. Feiere jeden Erfolg – auch die kleinen
Das klingt vielleicht seltsam, aber ernst gemeint: Klopf dir auf die Schulter. Sag dir innerlich: Ich habe das geschafft! Dieser kleine Akt der Anerkennung eigenen Tuns ist psychologisch hochrelevant und baut Motivation auf.
10. Tu dich mit anderen zusammen
Wenn es alleine schwerfällt: Such dir Menschen, die ein ähnliches Ziel haben, und motiviert euch gegenseitig. Das kann ganz konkret sein – ein gemeinsamer Sporttermin, ein Lernbuddy, oder ein virtuelles gemeinsames Arbeiten. In meiner Aufräum-Challenge erleben wir das gerade hautnah: Wenn andere auch am Arbeiten sind, macht man selbst einfach auch was – auch wenn man eigentlich gar keine Lust hat. Soziale Unterstützung ist eine der wirksamsten Strategien gegen Prokrastination.
Konkrete Beispiele: So kannst du starten
Du willst fitter werden oder abnehmen? Starte nicht gleich mit Fitnessstudio-Abo, sondern mit kleinen Bewegungseinheiten im Alltag: ein paar Kniebeugen beim Zähneputzen, im Stehen arbeiten, beim Fernsehen auf der Stelle laufen. Wer abnehmen möchte, tut gut daran, zunächst mehr Gesundes einzubauen – einen Apfel mehr, mehr Salat, mehr Ballaststoffe – statt sofort alles Ungesunde zu streichen. Die Darmflora dankt es dir.
Du willst aufräumen, weißt aber nicht wo anfangen? Dann such dir eine einzige Schublade oder eine kleine Ecke, das wird zur sogenannten Ruheinsel, von der aus sich Ordnung nach und nach ausbreiten kann. Oder beim Thema Steuern: Sortiere einfach mal die Belege für einen Monat. Das reicht für heute.
Du hast eine Hausarbeit oder Prüfung vor dir? Mach zunächst ein Brainstorming zu allem, was dir dazu einfallt. Dann such dir einen einzigen Unterpunkt heraus, mit dem du anfängst. Oder schau ein YouTube-Video zum Thema, um überhaupt erst eine Art Schubladenkommode in deinem Kopf aufzustellen, in die du den Stoff dann einsortieren kannst.
Fazit: Sanft in Bewegung kommen statt überwältigt stehen bleiben
Gute Vorsätze scheitern selten am Willen – sie scheitern daran, dass wir zu viel auf einmal wollen, zu ungünstigen Bedingungen starten und uns bei den ersten Stolpersteinen sofort selbst geißeln. Das Gegenmittel ist keine eiserne Disziplin, sondern kluge Strategie: kleine Schritte, realistische Erwartungen, soziale Unterstützung und die Bereitschaft, den eigenen Fortschritt auch anzuerkennen.
Du bist nicht gescheitert, wenn es im Januar noch holprig läuft. Du fängst gerade erst an – und das ist gut so.
Was hast du dir vorgenommen für dieses Jahr? Ich freue mich, von dir zu hören. Und wenn du Fragen hast oder Themen, zu denen du dir einen Blogartikel oder Podcast wünschst, melde dich auch gerne über das Kontaktformular.
