30 Tage Positiv-Bilanz-Challenge: Übung in Wertschätzung, Freude und Dankbarkeit Teil I

Gestern habe ich spontan eine neue „Challenge“ begonnen, weil mir die letzte soviel Spaß gemacht hat. Ich habe mir vorgenommen, jeden Abend mindestens zwei Sachen aufzuschreiben, die gut waren, mir Freude bereitet haben, die ich wertschätze und/oder für die ich dankbar bin. Einigen habe ich spontan eine WhatApp–Nachricht dazu geschickt, aber dann dachte ich, es direkt hier hineinzuschreiben ist viel einfacher und besser, als Leute, die vielleicht gerade gar keine Lust darauf haben, mit Kurznachrichten zu bombardieren. 🙂 Außerdem ist die Übung auf diese Weise noch ein wenig dauerhafter. Wer mag, kann gern für sich selbst mitmachen oder in den Kommentaren etwas dazu schreiben.

Dieser Artikel wird dadurch ein wenig anders werden als die anderen, denn ich werde ihn ja nun 30 Tage lang immer wieder ergänzen. Es lohnt sich also, immer mal wieder vorbeizuschauen und weiterzulesen.

Tag 1 (Gestern): Ich habe eine schicke Powerpoint-Präsentation für einen Vortrag, den ich Montag halten werde, gebastelt, mit gaaaaanz vielen selbst gemalten Bildchen drin. Und ich hatte ein sehr nettes spontanes Mittagessen mit einem Kollegen. Außerdem haben wir abends wieder unser momentanes Lieblingsvideo angeschaut, das uns immer gute Laune macht, weil wir mitlachen müssen: Ganda Boys Laughter is medicine. Das waren ja schon drei (und ich könnte noch mehr aufzählen) schöne Sachen des Tages. So schwer ist die Challenge gar nicht…

Tag 2: Das Highlight des Tages war heute ein total schöner Familienausflug ins Niendorfer Gehege. Wir sind spazieren gegangen, haben Rehe mit Möhren- und Apfelstückchen gefüttert (nur ein ganz paar) und waren mit unserer Tochter auf dem Spielplatz. Das Wetter war super, Sonne aber nicht heiß, alle hatten Spaß, toller Tag! Außerdem gab es leckeres Spiegelei zum Frühstück und gerade bringt mein Mann die Kleine ins Bett und ich habe frei, um diesen Artikel anzufangen. 🙂 Ich bin schon gepannt, was es heute noch Schönes gibt und was ich morgen berichten kann!

Tag 3 – 6: Abends gab es irgendwie keine Gelegenheit, etwas aufzuschreiben, deshalb gibt es jetzt Wertschätzung für alle drei Tage zusammen. 🙂
Das Wetter war toll, wir waren viel gemeinsam draußen, die ganze Familie und auch ich und unsere Tochter zu zweit, das hat viel Spaß gemacht. Überhaupt hatten wir an diesem langen Wochenende viel schöne gemeinsame Zeit, auch in der Wohnung war es sehr gemütlich und entspannt. Wir haben viel gespielt und gelacht. Leckeres Essen gab es auch an allen Tagen. Sonntag haben wir liebe durchreisende Verwandte am Bahnhof getroffen, ein kurzes aber sehr schönes Treffen und wieder ein spannender Ausflug für unsere Tochter. Es gab mehr Tagesnickerchen als erhofft, ich konnte mich auch viel hinlegen, Schlaf nachholen, entspannen, das hat mir gut getan.

Tag 7: Obwohl noch nicht Abend ist, schonmal eine Wertschätzung, weil ich gerade dabei bin. Unsere Süße hat mich heute in der KiTa fast gar nicht verabschiedet, so freute sie sich, endlich dort zu sein. Es war schön, dass sie gar keinen Abschiedsschmerz hatte und ich ganz in Ruhe zur Arbeit gehen konnte. Außerdem kann ich heute auch einen ganzen Tag arbeiten und viel schaffen, das schafft mir gerade ein sehr gutes Gefühl. Dafür habe ich diese Woche sehr viele schöne Events eingeplant, darüber freue ich mich auch gerade.

Tag 8: Das Tagesprogramm begann heute mit einem sehr schönen Brunch mit einer lieben Freundin, wundervoll! Außerdem scheint die Sonne und der Wind lässt die Blätter der Bäume rauschen – ein Geräusch, das ich sehr liebe. Am Abend habe ich meinem Mann ein kleines Geschenk gemacht und er hat sich total gefreut, weil er sich (ohne dass wir bisher darüber gesprochen hatten), genau das gewünscht hatte. Toll! 🙂

Tag 9: Heute war ein supervoller Tag mit vielen Terminen, aber es ist trotzdem alles reibungslos gut gelaufen und ich konnte nebenbei sogar noch ein paar kleine Erledigungen schaffen, das hatte ich gar nicht erwartet. Ich hatte u.a. einen schönen runden Seminarabschluss, eine fruchtbare Teamsitzung und einen angenehm-netten Nachmittagstermin. Obwohl ich relativ spät zu Hause war, konnten unsere Tochter und ich noch ein bisschen Spaß machen und dann ist sie einfach und schnell eingeschlafen. Nun habe ich noch ein bisschen Zeit in Ruhe für mich, seufz, wie schön!

Tag 10: Heute habe ich nach langer Zeit eine liebe Freundin endlich mal wieder gesehen, wir haben schön zu Mittag gegessen und Eis gab es anschließend auch noch. Das Wetter war sommerlich und angenehm, am Nachmittag haben wir noch schön mit unserer Tochter auf dem Spielplatz im Schatten gesessen.

Damit dieser Artikel nicht noch länger wird, geht es ab jetzt weiter in Teil II…*

Eure

Catrin Grobbin

* Gerade habe ich beschlossen, den Artikel doch noch weiter zu unterteilen, die zwei Einzelteile sind doch immer noch seeeeehr laaaang!

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Den Pflanzen beim Wachsen zusehen

Eine Methode, mich zu erden und zu verlangsamen, ist es, Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Und immer im Frühjahr kommt die Lust dazu, ein paar Samen auszustreuen und zu sehen, was passiert. Das ist die Beobachtungsvariante für Ungeduldige, denn natürlich wachsen kleine neue Pflänzchen wesentlich schneller als große Topfpflanzen oder die Bäume draußen. Ich finde es total spannend, wie innerhalb weniger Tage aus unscheinbaren Samen verschiedenster Größe kleine Pflanzen mit einem ganz eigenen Charakter sprießen. Das hat mich schon als Kind fasziniert. Natürlich lässt sich diese schöne Beschäftigung auf der Fensterband das ganze Jahr hindurch anfangen, aber der Frühling, wenn draußen alles wieder anfängt, auszutreiben und grün zu werden lädt immer besonders dazu ein.

In diesem Jahr habe ich mir als Belohnung und kleine Motivation für eine anstrengende Arbeitsphase ein Mini-Beet mit Deckeln gegönnt, und nun schaue ich sehr interessiert dabei zu, wie meine kleinen Kohlrabi-Pflänzchen sich gen Sonne recken. Ich bin sehr gespannt, ob es denn später auf dem Balkon auch Kohlrabi zu Ernten geben wird, aber erst einmal bin ich schon sehr glücklich, sie zu begießen und anszusehen. Und weil es so schön ist und ich mich im Baumarkt nicht so richtig entscheiden konnte, gibt es noch ein weiteres Beet mit Sonnenblumen, Salat, Kürbis, Bohnen und Kräutern. Und alle kleinen Pflänzchen sehen unterschiedlich aus, das ist so spannend!

Die Herbstvariante dieses experimentellen Gärtnerns, das ich schon aus meiner Kindheit kenne, ist das Einpflanzen einer Kastanie oder einer Eichel in einen Topf, wobei man nach einiger Zeit beobachten kann, wie ein kleiner Baum zu wachsen beginnt. Dieser muss natürlich später irgendwo draußen eingepflanzt werden, denn auf Dauer ist so eine große Pflanze auf dem Balkon nicht glücklich.

Und eine neue tolle Möglichkeit habe ich vor ein paar Jahren gefunden, nämlich das Pilze züchten zu Hause. Dafür kann man sogar fertige Sets bestellen, die fertig vorbereitet sind und die man nur zu gießen braucht. Einige Wochen später kann man dann fertige Pilze ernten, das fand ich auch enorm interessant.

Irgendwann habe ich vielleicht mal wieder einen Garten, in dem auch größere Projekte und reichere Ernte möglich sind. Für den Moment sind diese kleinen Pflanzexperimente auf der Fensterbank aber sicher besser geeignet, denn es entfällt das Rasenmähen und Heckeschneiden und all die Arbeiten, die in einem richtigen Garten regelmäßig anfallen und erledigt werden müssen, wenn er nicht völlig überwuchern soll. Kein Unkrautjäten, keine Vorgaben wie in Kleingärten üblich, die zu beachten wären, kein Stress mit den Nachbarn… Sondern einfach nur die Freude über das Wachstum der kleinen Pflanzen, langsam und entspannt. Das ist ganz nach meinem Geschmack.

Ich wünsche Euch viel Spaß, falls Ihr auch Lust bekommen haben solltet, Euch ein kleines Mini-Gärtchen anzulegen. Einen schönen Frühling allerseits!

Catrin Grobbin

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Langsam (nicht) schreiben

Langsam machen kann auch mal bedeuten, ein paar Monate nichts zu schreiben, weil andere Dinge wichtiger sind. Schlafen zum Beispiel :-). Oder ein krankes Kind pflegen. Oder endlich mal ein bisschen arbeiten…

Es kann bedeuten, immer mal wieder an den Blog zu denken, das kleine schlechte Gewissen zu registrieren und dann immer neu zu entscheiden, was nun am wichtigsten ist. Und zu warten, bis die Zeit wieder da ist und die Inspiration auch wieder fließt. Bis jetzt zum Beispiel.

Ich werde immer mal wieder gefragt, wo denn der Unterschied zwischen Aufschieben und Verschieben liege. Darauf antworte ich gern, dass das jede/r nur selbst einschätzeb kann und zwar von Fall zu Fall. Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, können wir ziemlich genau sagen, ob wir eine Angelegenheit, die wir gerade nicht erledigen, obwohl wir sie uns vorgenommen hatten, gerade auf die lange Bank schieben oder ob wir sie verschieben, weil gerade andere Dinge wichtiger sind. Es fühlt sich einfach unterschiedlich an.

Manchmal ist es auch an der Zeit zu entscheiden, dass eine Sache ganz ad acta gelegt werden sollte, weil sich herausgestellt hat, dass es einfach nicht ins eigene Leben passt, oder dass sich die Prioritäten mittlerweile geändert haben. Oder man entscheidet erneut, dass es doch die Sache wert ist und schafft Raum dafür, es nun endlich (wieder) anzugehen. Oder man entscheidet, dass es zwar weitergehen soll, aber eben langsamer, so dass es wieder passt.

Was diesen Blog angeht, so fällt mir die Entscheidung ganz leicht: es geht weiter, wenn es auch vermutlich immer mal wieder Pausen geben wird. Es macht mir einfach Zuviel Spaß. 🙂 Also weiter, ganz langsam.

Alles Gute für Eure Entscheidungen zur Verlangsamung

Catrin Grobbin

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Einfach mal ans Meer verfahren?

Heute habe ich von einer Freundin ein Bild geschickt bekommen. Es zeigt einen Steg in Richtung Meer und darüber steht:

EINFACH MAL MORGENS VERFAHREN
ANS MEER BEISPIELSWEISE.
AUS VERSEHEN NATÜRLICH.*

Neulich habe ich mich tatsächlich mal verfahren. Nicht so richtig, nur ein bisschen, weil ich auf dem Weg zu einem Termin noch ein anderes geschäftliches Telefonat geführt hatte (Es lebe das Multitasking!) und deshalb eine Station zu spät aus der U-Bahn ausgestiegen bin. Zuerst hat mich das gestresst, weil der Tag bis dahin überhaupt nicht entspannt und langsam, sondern eher vollgepackt und stressig war und ich sowieso schon später dran war, als ich eigentlich vorhatte. Aber als ich dann die Treppe von der Bahnstation zum Bus hinaufgestiegen kam und direkt auf die Alster schaute, da fand ich es eigentlich gar nicht mehr so schlecht, dass ich nicht so ganz aufgepasst hatte. Immerhin konnte ich dadurch auf dem Weg einmal auf’s Wasser gucken und tief einatmen, bevor ich mit dem nächsten Bus weiterfuhr.

Ich habe mich erinnert, dass ich im vorletzten Jahr ein paar Mal absichtlich bis zum Jungfernstieg gefahren bin, nur um morgens vor der Arbeit einmal auf’s Wasser zu gucken. Wenn man diese Gelegenheit mitten in der Stadt schon hat, sollte man sie eigentlich auch nutzen, finde ich. Ich vergesse es nur immer wieder. Durch diese Nachricht heute auf meinem Handy habe ich es mir jetzt erneut vorgenommen. Ich werde zwar jetzt auf dem Weg von der Kita zum Büro öfter einen anderen Arbeitsweg fahren, aber mindestens auf dem Rückweg könnte ich mich ja noch mal kurz verfahren. Oder morgens einfach trotzdem, einfach nur, um einmal Luft zu holen. Und das besonders an den vollgepackten Tagen, um ein wenig Tempo herauszunehmen.

Das ist doch eine schöne Anregung für diesen Blog, dachte ich: Wohin könntest Du Dich denn morgens mal verfahren, um den Tag etwas langsamer und entspannter angehen zu lassen? Oder mittags oder abends? Überleg doch mal (dazu passt auch mein Artikel zum Spazierengehen).

Und vielleicht fahre ich ja demnächst auch einfach mal wieder ans Meer. Aber das ist dann einen eigenen Artikel wert… Danke für die schöne Idee!

Liebe Grüße

Catrin Grobbin

(*Sobald ich die genaue Quelle kenne, werde ich sie hier aufführen.)

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Ein paar Gedanken zum neuen Jahr

Es ist allgemein üblich, dass man sich zum Jahreswechsel ein paar Gedanken macht und meistens gehören auch die sogenannten „guten Vorsätze“ dazu. Dieser Tradition folgend habe auch ich rund um den Jahreswechsel ein wenig sinniert und mir überlegt, was ich vom Jahr 2017 erwarte und mir wünsche. Natürlich habe auch ich ein paar Vorsätze gefasst. Mal wieder Sport machen zum Beispiel (aber erst, wenn das Fitness-Studio nicht mehr so überfüllt ist mit den Leuten, deren Neujahrs-Vorsatz es ist, mehr Sport zu treiben…). Nach den Feiertagen wieder gesünder essen, weniger Süßes, mehr Gemüse usw. Weiterhin immer wieder ein paar Artikel in diesen Blog schreiben (hiermit schon mal einen guten Anfang gemacht :-)). Und bei den Wünschen sind auch die üblichen „Verdächtigen“ dabei, wie Gesundheit, Liebe, Glück, Geld usw.

Aber abseits des allgemeinen Klischees, was ist mir denn WIRKLICH wichtig für das neue Jahr? In einem Newsletter habe ich dieser Tage die Frage gelesen: „Wie soll das neue Jahr sich anfühlen?“ Diese Frage hat mich wirklich ins Grübeln gebracht. Also nicht: Was nimmst du dir vor? Was wünschst du dir? Sondern welche Gefühle möchtest du im neuen Jahr erleben, wie fühlt sich das an, was du in der Essenz wirklich willst. Spontan dachte ich: leicht hätte ich gern! Nicht so vollgepackt – wie kann ich das positiv formulieren? Alles in einem sinnvollen Maß, mit Raum für Muße und Nachspüren, enspannt und langsam, das wäre schön. Wahrscheinlich nicht immer, das wäre wohl auch zuviel des Guten, aber immer mal wieder. Zeit, um schöne Momente zu genießen, Dingen, Erlebnissen, Begegnungen nachzuspüren, sie wirken zu lassen. Mehr Zeit, wie diese gerade, die ich dem Nachtschlaf abringe, weil ich das Bedürfnis hatte, nach den turbulenten und vollen Feiertagen endlich hier mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben.

Für das neue Jahr habe ich bereits viele Pläne gemacht. Was ich nicht alles tun und machen will. So viele schöne, kreative Ideen, ich habe wirklich richtig Lust darauf. Aber wenn ich dann hineinspüre, wie sich das in einen Alltag umgesetzt anfühlen wird, dann muss ich sagen, das ist wohl hier und da ein wenig viel auf einmal, was ich im Überschwang der Neujahrsplanung alles auf den imaginären Zettel geschrieben habe, da nehme ich wohl noch ein wenig wieder herunter von der aktuellen To-Do-Liste, rauf auf die Wunschliste für etwas später, denn sonst wird es nichts mit den ruhigen Minuten. Beim Nachspüren merke ich erst, dass manches nicht zusammenpasst, dass ich es ein wenig ruhiger angehen lassen sollte, damit ich nicht am Ende dieses Jahres sagen muss: „Das Jahr ist so schnell vergangen, ich kann es kaum glauben. Und ich konnte kaum Luft holen.“ Ich möchte viel lieber sagen: „Das Jahr war reich und bunt und schön UND ich konnte es immer wieder sehr GENIEßEN!“. Ja! Genussvoll soll es auch sein, das neue Jahr, köstlich und wunderbar! Und dafür braucht es dann auch Zeit. So wie man von einem köstlichen Dessert auch mehr hat, wenn man es nicht in einem Happen herunterschlingt, sondern lieber Löffel für Löffel auf der Zunge zergehen lässt. Mein Jahr soll sich immer wieder anfühlen, wie ein tiefer Atemzug köstlicher frischer Luft und ein Schultern-fallen-lassen. Ein Genussvoll-auf-eine-weiche-Matratze-legen, wie eine liebevolle Umarmung eines Menschen, den ich liebe, wie ein Blick in die entzückten Augen meiner Tochter, wenn wir gemeinsam Quatsch machen, wie dieses warme, wohlige Gefühl, das sich nur einstellt, wenn man dafür Raum lässt. Wie ein Seufzer des Wohlbehagens.

Ach, bei diesen Gedanken und diesem Nachfühlen freue ich mich schon sehr auf das neue Jahr und bin gespannt, was es alles bringen wird. Und zu meinen guten Vorsätzen kommt ein ganz wichtiger dazu, der ja eigentlich kein neuer ist, aber den ich immer wieder neu nach vorne auf die Liste setzen muss, damit er nicht verloren geht: Mach mal langsam! Lass Raum zum Luftholen und Nachspüren! Dickes Ausrufezeichen! Wenn ich das schaffe, da bin ich sicher, wird das ein wirklich wunderbares neues Jahr.

Alles Liebe und ein tolles, langsam-entspanntes neues Jahr wünsche ich!

Catrin Grobbin

Kleeblatt
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Eine kleine Achtsamkeitsübung mit Adventsschlemmereien

Ein Thema, das in diesem Blog natürlich auf gar keinen Fall fehlen darf, sind Achtsamkeitsübungen. Achtsamkeit, das bedeutet, dass man einmal ein besonderes Augenmerk (oder Ohren-, Nasen-, Geschmacks- oder Tastmerk, auch wenn es diese Worte strenggenommen ja nich gibt) auf das legt, das man gerade tut oder erlebt. So wie ich es kenne, bedeutet dies eben auch eine starke Verlangsamung und dadurch Intensivierung der Erfahrung, was zu neuen Eindrücken und Einsichten sowie zu Entspannung führen kann.

Du solltest die folgenden Übungen nicht machen, wenn du gerade sehr hungrig bist oder bald werden könntest, es aber noch länger dauert, bevor du etwas essen kannst. Und auch nicht, wenn du gerade auf Zucker oder sogar alle Kohlenhydrate verzichtest. Mögliche Nebenwirkungen sind sonst noch größerer Hunger oder auch Süßappetit und Frustration. Dies einmal vorweg. Für diejenigen, die hier erst einmal nicht weiterlesen, gibt es zu einem späteren Zeitpunkt noch andere Achtsamkeitsübungen, die nichts mit Essen zu tun haben, versprochen!

Eine klassische Übung, die in keinem Buch mit Achtsamkeitsübungen, das ich kenne, fehlt, ist die „Rosinenübung“. Diese werde ich im Folgenden einmal kurz vorstellen, bevor ich dir eine Erweiterung auf die aktuellen adventlichen Genüsse vorschlage. Eine kleine Vorwarnung, bevor du anfängst: dies wird dein Erleben von Essen womöglich verändern. Es könnte sogar sein, dass du danach bewusster entscheidest, was du essen willst und was nicht…

Du kannst die Übung anhand der folgenden schriftlichen Anleitung machen oder auch mit diesem kurzen Audio (etwas andere Version):

Für diese Übung brauchst Du einige Rosinen, oder falls Du Rosinen gar nicht magst oder verträgst, ein paar Mandeln oder ein paar Stücke Obst, also etwas anderes, einfaches, kleines zu essen. Lege sie dir zurecht, setze dich entspannt davor und stelle dich darauf ein, diese in der folgenden Übung ganz bewusst wahrzunehmen.

Nimm zunächst eine Rosine auf deine Handfläche, schließe die Augen, und rieche daran. Kannst du einen Geruch wahrnehmen? Wonach duftet die Rosine?

Danach betaste einmal mit den Händen die Oberfläche von allen Seiten. Ganz vorsichtig, nicht kaputt machen.

Nimm die Rosine nun in den Mund und bewege sie langsam hin und her. Stop! Nicht draufbeißen, soweit sind wir noch nicht. Lasse sie einmal auf deiner Zunge liegen, einmal darunter, rolle sie hin und her und achte genau darauf, wie sie sich im Mund anfühlt und welchen Geschmack du wahrnehmen kannst.

Nun kannst du als nächstes ein ganz klitzekleines Stück von der Rosine abbeißen und den Geschmack intensiver erleben. Was schmeckst du? Hat sich am „Mundgefühl“ etwas verändert?

Kaue nun ganz langsam auf der Rosine herum, ganz lange, bis die Rosine quasi verschwunden ist und du kaum noch Stücke im Mund wahrnehmen kannst. Dann erst schlucke sie herunter.

Ist sie vorher schon versehentlich heruntergerutscht? Machts nichts, du hast ja noch ein paar. 🙂 Wenn du möchtest, kannst du die Übung mit den weiteren Rosinen oder anderen Lebensmitteln wiederholen und deine Erfahrung mit der eben gemachten vergleichen.

Welche Unterschiede kannst du zwischen deinem „normalen“ Essenserleben und dem eben gemachten feststellen? Interessant, oder?

Nun, da wir die Basisübung einmal gemacht haben, kannst du die Übung auch auf anderes Essen ausweiten. Du kannst sie beim Frühstück oder beim Mittagessen anwenden. Studenten berichten mir, dass sie unter Umständen mit Essen aus der Mensa nicht ganz so genussvoll ist, und dass sie dabei lieber gar nicht immer so genau schmecken wollten, was sie da genau auf dem Teller haben. Deswegen habe ich die am Anfang vorgewarnt, einige Gerichte essen sich vielleicht nicht mehr so leicht, während du andere viel intensiver genießen kannst.

Angewendet auf die Adventszeit könntest du die Übung nun einmal mit einem typischen Naschwerk versuchen: gebrannte Mandeln, Christstollen, Dominosteine,…

Ich esse letztere sehr gern und schlage dir daher einmal vor, die Übung damit zu versuchen. Du kannst sie aber natürlich mit allem machen, worauf du Lust hast. Nimm also zuerst den Dominostein in die Hand und rieche daran. Fühle dann einmal die Oberfläche (Vorsicht, nicht zu lange, sonst schmilzt die Schokolade sehr. Wobei das auch sehr lecker sein kann.). Dann kannst du versuchen, von jeder Schicht des Dominosteins eine winzigkleine Ecke zu kosten. Willst du oben anfangen, beim Marzipan, oder das Gelée in der Mitte versuchen, oder lieber die Gebäckschicht? Wie unterscheiden sich die Schichten in Konsistenz und Geschmack? Am Ende probiere einmal alles gemeinsam, auch erst einmal einen kleinen Bissen. Am Ende kannst du den Rest – endlich – einfach aufessen. Aber vielleicht willst du das Tempo dabei ja auch langsamer gestalten als sonst? Probiere einfach einmal aus, worauf du Lust hast.

Mögliche Nebenwirkungen der Übung könnten sein, dass du gar nicht so viel essen musst, wie sonst, um deinen Süßhunger zu befriedigen. Oder dass es dir einfach besser schmeckt und mehr Spaß macht. Ich wünsche jedenfalls guten Appetit und angenehme Erfahrungen bei den Übungen.

Eine Variation mit der Nase, die sich im Moment auf Weihnachtsmärkten gut durchführen lässt, ist die, dass du langsam von einem Stand zum anderen gehst, und einmal schupperst, was sie für Gerichte anbieten und wie sie riechen. Was riecht angenehm für dich? Was magst du lieber nicht riechen? Gibt es einen Unterschied, wenn du die Übung vor oder nach dem Essen machst? Probiere es in den nächsten Wochen gern einmal aus, wenn du an einem der zahlreichen kleinen Märkte vorbei kommst.

Ich jedenfalls koche ich erst einmal Mittagessen. Mann, hab ich einen Hunger gekriegt…

Catrin Grobbin

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Advent, Advent und alles rennt…

Der erste Advent steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr kommt Weihnachten wieder ganz plötzlich. In nicht einmal vier Wochen ist Heiligabend. Diese Tatsache versetzt viele bereits jetzt in hektische Betriebsamkeit. Was noch alles zu erledigen ist, einzukaufen vor allem! In der Stadt kann man es ja schon lange an der Weihnachtsdekoration und den weihnachtlichen Süßwaren erkennen, aber spätestens am Samstag vor dem ersten Advent geht die Jagd richtig los: Geschenke müssen her! Ohje! Andere fangen erst am 23. oder 24.12. mit der Geschenkejagd an und sind dann RICHTIG im Stress! Keine guten Voraussetzungen für adventliche oder gar weihnachtliche Stimmung.

Glücklicherweise kann ich mich da vergleichsweise entspannt zurücklehnen und das Treiben betrachten. In meiner Herkunftsfamilie war es an Weihnachten und auch davor immer sehr gemütlich, und so halten wir es dankenswerterweise auch heute noch. Es muss nicht jede und jeder unbedingt ausgerechnet an den Feiertagen selbst besucht werden. Das ginge bei uns zum Glück auch schon räumlich gesehen nicht. Und ist es nicht auch eigentlich viel schöner, die gemeinsamen Essen auf das ganze Jahr zu verteilen, anstatt sich an drei Feiertagen von Festessen zu Festessen zu hangeln und hinterher völlig erschöpft auf das eigene Sofa zu sinken und zu denken „Gott sei Dank ist DAS vorbei!“ ? Ich finde schon, dass das auch besser geht.

Und die Sache mit den Geschenken. Versteht mich nicht falsch: Ich schenke sehr gern, gern Selbstgemachtes, aber auch Gekauftes. Ich kriege auch sehr gern Geschenke. Aber dieser Zwang, für jede/n das Richtige ausgerechnet zu Weihnachten zu finden, ist nicht so richtig mein Ding. Und schon gar nicht der größer-teurer-spektakulärer-Trend! Auch da bin ich sehr froh, dass wir Erwachsenen in unserer Familie uns nichts, oder höchstens etwas Kleines (Achtung: Falle :-)) schenken. Die Kinder bekommen natürlich etwas, das soll und muss auch so sein. Aber auch das ist zur Zeit entspannt, denn ab einem gewissen Alter sind Geldgaben ja das liebste Geschenk, gilt es doch, sich größere Träume erfüllen, als die, die man mal eben so unter den Baum legen kann. Und unser Kind ist zum Glück noch mit allem zufrieden, es ist ohnehin ihr erstes Weihnachten, da haben wir noch ein wenig Zeit bis zum ersten Wunschzettel…

Und mal ehrlich: Ist es nicht das schönste Geschenk, dass man einander hat? Dass man so, wie es eben entspannt geht, schöne Zeit miteinander verbringt? Dass man sich ansonsten vielleicht auch irgendwann im Jahr unerwartet eine Freude bereitet, wenn man etwas Schönes findet, das einem zuruft: „Ich bin genau das Richtige jetzt gerade für Gertrud! Schenk mich einfach gleich!“ Oder vielleicht zum Geburtstag? Jedenfalls doch nicht unbedingt auf Zwang dann, wenn die Geschäfte einem Riesenpakete in die Schaufenster stellen. Mich stresst das jedenfalls zu sehr, ich mache da nicht mit. Und stricke lieber in der Zeit an einem neuen Paar Socken für meinen Liebsten, der mal wieder damit „dran“ ist (ich kann nicht jeden jedes Jahr bestricken, das wäre ja Stress). Und der das übrigens auch weiß und gesagt hat: „Mach dir keinen Stress, ganz in Ruhe. Wenn sie bis Weihnachten nicht fertig sind, zieh ich sie halt etwas später an.“ Danke!

Natürlich mache ich mir manche Jahre auch mehr Arbeit mit den Geschenken, stricke, häkle, bastele Geschenke für alle, die  ich gern beschenken möchte. Aber da gibt es in meinem Empfinden einen Unterschied zum allgegenwärtigen Geschenkewahn, den ich beobachte: Ich habe SPAß dabei, die Geschenke zu machen! Es ist eine schöne Freizeitbeschäftigung, mir etwas Schönes auszudenken und das dann in die Tat umzusetzen. Und ein Trick dabei ist außerdem: Wenn ich so etwas vorhabe, fange ich sehr rechtzeitig an. Somit komme ich selten wirklich in Stress. Und ich habe schöne Vorhaben, die mir viele schöne Stunden früher im Jahr bescheren, so macht Schenken gleich viel mehr Spaß! (Ich gebe zu, dieser Hinweis kommt für dieses Jahr etwas spät, aber vielleicht schreibe ich ihn in meinem Anti-Aufschiebeblog, den ich bisher noch aufschiebe, dann etwas rechtzeitiger fürs nächste Jahr.) Wenn du entspannte Geschenkideen für jetzt hast, die du mit anderen teilen möchtest, dann schreibe sie doch gern im Kommentar unter diesen Text.

Im Übrigen finde ich es wunderbar, einfach warm eingemummelt draußen spazieren zu gehen, die schönen Adventslichter zu betrachten (die liebe ich wirklich sehr, vor allem im nasskalten November und Dezember!). Und am besten ist das Ganze, wenn die Geschäfte schon geschlossen haben, dann ist die Atmosphäre gleich viel entspannter und adventlicher. 😉

Also: Mach doch mal langsam und erinnere dich an die eigentliche Botschaft von Weihnachten: Liebe und Freude! Mach es dir schön und gemütlich, trinke einen schönen Tee mit Freunden, und freue dich des Lebens.

In diesem Sinne wünsche ich allseits eine besinnliche und mögliches entschleunigte, stressarme Adventszeit!

Catrin Grobbin

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