Agathas Erfolgsgeheimnis

Die erfolgreiche Unternehmerin Agatha Bieschke verrät mir, wie sie es schafft, mehrere Projekte so erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Sie berichtet darüber, ob und was sie selbst aufschiebt und wie sie entscheidet, was sie selbst tut und was sie delegiert und was das damit zu tun hat, was man wirklich, wirklich will. Wir reden über die Methode Prio Frogging, die sie und ihre Tochter entwickelt haben, und wie man damit gezielt an seinen großen Zielen arbeiten kann. Es geht um kleine, machbare Schritte für die eigenen Ziele und den Made for More Club für Frauen. Agathas Werdegang ist ein tolles Beispiel dafür, wie man seinem Herzen folgen und damit in kleinen, machbaren Schritten sehr erfolgreich sein kann und dass es nie zu spät für Veränderung ist. Außerdem sprechen wir über kleine Boxenstopps im Alltag für Entspannung und Dankbarkeitspraxis, die in unser beider Leben einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

Möchtest du das Interview lieber hören? Hier findest du die Podcast-Episode:

Catrin Grobbin: Liebe Agatha, es ist so schön, dass du da bist, herzlich willkommen!

Agatha Bieschke: Dankeschön! Ich freue mich schon seit gestern auch total.

Catrin Grobbin: Super! Ich freue mich auch schon die ganze Woche auf unser Gespräch. Schön, dass wir heute hier sprechen. Unser Publikum kennt dich vielleicht noch nicht, deswegen möchte ich gern sagen, warum du heute mit mir im Interview bist:  Der Grund ist, dass du so ein tolles „Role Model“, also ein Vorbild bist. Du bist so eine Powerfrau! Und ich glaube, du schiebst gar nichts auf, oder? Kannst du uns ja gleich mal verraten.

Und du bist definitiv auch vielseitig interessiert, würde ich sagen, was ja viele der Menschen, die sich hier umschauen, auch von sich selbst sagen, dass sie gern verschiedene Dinge tun wollen und nicht immer nur eine Sache. Das kann ja auch dazu führen, dass man sich irgendwie verzettelt und gar nichts hinkriegt. Aber das scheint bei dir überhaupt nicht der Fall zu sein. Du hast einen Vollzeitjob mit 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vier Firmen gegründet und bist auch da noch als Gesellschafterin tätig. Du hast mit deiner Tochter den „Made for more Club“ gegründet und den Podcast „Your mind is not your Feind“. Großartikel Titel übrigens!

Wie kriegst du das alles hin?

Und da fragt man sich natürlich: Wie kriegst du das alles hin? Wie machst du das? Davon würden wir gerne von profitieren und lernen.

Agatha Bieschke: Also grundsätzlich ist es so, dass ich ganz früh immer gucke, was macht mir keinen Spaß. Da gibt es vier Quadranten: Ich liebe es und kann es. Ich liebe es und ich kann es nicht. Ich kann es, aber ich liebe es nicht. Und: Ich liebe es nicht und ich kann es nicht. Ich versuche jeweils ganz früh bei jeder neuen Tätigkeit herauszufinden, was ich nicht kann und nicht liebe. Und mich auf das zu konzentrieren, was ich liebe und was ich kann. Also auf meinen Genie-Bereich quasi.

Übersicht über die vier Bereiche:
Herz = “Genie-Bereich” selbst machen (liebe ich und kann ich),
! = delegieren (liebe ich nicht, obwohl ich es kann),
? = lernen, Unterstützung oder delegieren (Liebe ich, aber kann ich nicht),
X = weglassen oder delegieren! (liebe ich nicht und kann ich auch nicht)

Agatha Bieschke: Und dann versuche ich auch in allen Selbstständigkeiten und bei allen Firmen, genau die Tätigkeiten, die mir einfach keinen Spaß machen oder die ich einfach nicht gut kann, weil ich ein anderer Typ bin, an jemand anderen abzugeben. Und dann mach ich noch folgendes: ich dupliziere noch die Person. Also ich schaffe quasi einen „Klon“, der das auch alles kann. So dass, immer wenn beispielsweise einer FilialleiterIn kündigt, dann hab ich immer gleich eine, die dann noch da ist. Und wenn die Stellvertretung kündigt, hab ich immer noch die Filialleitung. Da mache ich mir immer am Anfang fortlaufende Listen. Immer wenn ich neue Aufgaben angehe, mach ich mir eine Liste: Was fällt mir schwer, was schiebe ich gerne auf? Und dann das ist schon ein Indikator dafür, dass man das nicht mag und dass man das vielleicht auch nicht kann und es einem nicht liegt. Und dann, wenn man wirklich Unternehmer sein möchte, sollte man das auch lassen, weil dann kommt dieser Aufschieberitis und das kostet eine unheimlich viel Zeit. Dieses Momentum geht verloren, diese Energie, die Motivation. Momentum verliert man, wenn man Dinge tut, die man hasst.

Und da hab ich relativ früh immer Listen geschrieben. Bei jeder Tätigkeit, die mir schwerfällt oder bei der ich dazu neige, aufzuschieben, und dann hab ich immer versucht, so klein wie möglich auszulagern. Am Anfang ist ja nicht so viel Kapital da, also zuerst vielleicht eine erste 450 Euro Kraft, die die Sachen macht. Und bei mir z.B. ist es Buchhaltung, Finanzen. Ich mache zwar die Finanzen im Sinne von Entscheidungen treffen, aber ich möchte mir da nicht jede Rechnung angucken. Und wenn ich weiß, das mag ich nicht, dann versuche ich das auszulagern.

Wie gibst du Aufgaben ab?

Agatha Bieschke: Und so hab ich das nach und nach einfach aufgebaut. Und erst, wenn ich gesehen habe, eine Sache läuft wirklich autark ohne mich, dann hab ich die nächste dazu genommen. Und dann hab ich irgendwann den Vollzeitjob dazu genommen, weil ich gesehen hab, die anderen Sachen laufen autark gut. Und jetzt hab ich den Made for more Club, der auch Zeit in Anspruch nimmt, aber so erfolgreich läuft, dass ich gerade beschlossen habe, den Vollzeitjob zu kündigen.

Catrin Grobbin: Okay. Also das heißt, bei dir war es sozusagen andersherum als bei vielen anderen. Du warst nicht angestellt und hast dann die Selbstständigkeit draufgesetzt, sondern du warst selbstständig und hast dann noch den Vollzeitjob dazu genommen.

Agatha Bieschke: Ja, weil ich mich gelangweilt habe. Ganz, ganz früher war ich Polizeikommissarin und habe dort mit kriminellen Jugendlichen gearbeitet und davor ganz viele Leichen und solche Sachen gemacht. Und ich habe quasi erst mal mein Beamtentum gekündigt und bin in die Selbstständigkeit. Dann hab ich nach und nach die Selbständigkeit aufgebaut und dann, als alles autark lief und ich mich gelangweilt habe, dann hab ich mir noch einen Job gesucht.

Catrin Grobbin: Da höre ich jetzt quasi schon den Widerspruch von einigen, die sagen: „Ja, aber meine Selbstständigkeit läuft ja noch nicht so. Ich habe ja nicht so viel Geld.“, oder „Ich bin ja noch angestellt und hab da nicht so viel Spielraum.“ Gibt es da vielleicht noch ein Tipp aus deiner Zeit, wo vielleicht das Geld noch nicht in Strömen geflossen ist? Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das heute so ist. Sonst würdest du nicht so zufrieden und glücklich mir gegenüber sitzen. Also wie man Sachen auslagern kann, ohne dass man das große Budget hat?

Agatha Bieschke: Also was wir am Anfang gemacht haben, ist wir haben uns gar keine festen Angestellten geleistet. Ich hab am Anfang tatsächlich bei jeder Selbständigkeit alles gemacht, einfach um zu verstehen, welchen Umfang hat die Aufgabe, damit mir auch niemand was erzählen kann, wenn ich dafür eine Stunde brauche, darf kein anderer dafür fünf Stunden brauchen. Und erst, als ich das begriffen hatte und erst als ich im Grunde so meinen Tätigkeitsbericht hatte, hab ich geguckt: „Was kann ich auslagern?“ Und heute kann man ja relativ einfach mit virtuellen Assistenten arbeiten, die pro Stunde bezahlt werden. Und dann kann man auch bei Fiberr zum Beispiel im Internet Design Sachen machen lassen, auch relativ günstig mit Festpreisen. Das kostet 40 – 50 Euro. Und so haben wir angefangen, also mit relativ wenig Geld.

Wie kann man sich an das Abgeben von Aufgaben herantasten?

Catrin Grobbin: Super. Okay, also das klingt ja durchaus irgendwie machbar. Na, da muss man vielleicht bisschen drauf herum kauen, „Warum mache ich das eigentlich immer noch alles selber?“ Ich hab auch noch so ein paar Aufgaben, wo ich denke, da könnte ich auch nochmal irgendwas abgeben. Hast du noch einen Tipp? Also wenn man so einen kleinen Widerstand bemerkt „Das kann ich doch nicht jemand anders machen lassen.“ Wie man da sozusagen den „Hintern hoch kriegt“, zu sagen: „Doch ich lasse das jetzt jemand anders machen und ich nehme Geld dafür in die Hand.“?

Agatha Bieschke: Kommt so ein bisschen drauf an, warum du glaubst, es nicht abgeben zu können. Ja, also es gibt ja z.B. den Grund „Ich möchte nicht, dass jemand weiß, wie es um meine Finanzen steht.“ Oder vielleicht auch, wenn man am Anfang der Selbstständigkeit steht. So ein bisschen Scham, dass man sagt „Eigentlich müsste ich ja erfolgreicher sein, als ich bin.“ Solche Glaubenssätze könnten dem ja im Weg stehen, dass man sich vielleicht denkt, „Ich müsste eigentlich wirklich weiter oder erfolgreicher sein.“ Oft sind Gedanken ein Hindernis und das, was mir als zweites Hindernis einfällt, ist, dass man glaubt, „Keiner macht es so gut wie ich.“ Da sage ich mir immer „Macht ja nichts, Hauptsache ich mache es nicht.“ Keiner könnte es so gut machen wie wir. Weil das unsere Firma ist. Und vielleicht muss man sich am Anfang ein bisschen mehr Zeit nehmen, damit es jemand genau so macht, wie man  es will. Und oft ist es so, dass wir es nicht abgeben, weil wir es mal eben schnell selber machen, bevor wir diese Zeit investieren, noch jemanden einzuarbeiten. Und da kann ich auch nur den Tipp geben, so schnell wie möglich abgeben und vielleicht auch tatsächlich an virtuelle Assistenten, damit man auch kleine Aufgaben übergeben kann. Also nehmen wir mal an, du willst Buchhaltung abgeben. Das ist ja etwas, was man als Selbstständiger oft gar nicht abgeben will. Und jetzt willst du die abgeben? Dann würde ich so schnell wie möglich kleine Sachen abgeben. Also sowas wie Du scannst mir schon alle Belege ein. Ich packe sie nur einen Karton. Du sortierst sie und scannst sie mir ein. Und dann mach ich erst mal weiter. Dann ist es nur eine Stunde und es war nicht schlimm.

Catrin Grobbin: D.h. heißt Perfektionsanspruch senken, aber auch rechtzeitig schon mal überlegen: „Was kann ich abgeben?“, damit man Zeit für die Einarbeitung hat. Und mit kleinen Sachen starten.

Agatha Bieschke: Genau und am besten eine Liste führen. Also immer eine Liste auf dem Schreibtisch haben und da reinschreiben. Wenn du jede Aufgabe, die du machst, also wirklich jede einzelne Aufgabe notierst, und dann am Ende der Woche oder am Ende des Monats mal daneben schreibst, welche Aufgabe auch jemand anders machen könnte. Eine Richtlinie für mich ist immer, ob das, was ich gerade tue, Geld bringt. Eigentlich ist das ja die Aufgabe eines Unternehmens, Umsatz zu generieren und nur wenn du Umsatz generierst, kannst du dir Mitarbeiter leisten. Und wenn du dir Mitarbeiter leisten kannst, kannst du dann noch mehr machen, was du liebst und dann ist es vielleicht nicht 10 Stunden ungeliebte Tätigkeiten, sondern vielleicht nur noch eine Stunde. Und deswegen ist die Hauptaufgabe eines Unternehmers in meinen Augen Umsatz zu generieren. Das ist so eine Hilfe, bei den Aufgaben zu sagen: „Okay, generiert das jetzt Umsatz? Wird mich das weiterbringen?“ Du machst ja auch Online-Kurse. Das wäre für mich Prio 1 und alles, was da nicht dazu gehört, das würde ich wahrscheinlich in  kleinen Schritten weg delegieren.

Catrin Grobbin: Ja. Ich habe jetzt auch angefangen, dass ich meine Podcast Episoden nicht selber abtippen. Ist auch eine dumme Idee, eigentlich. Aber am Anfang hab ich, wenn ich einen Artikel gemacht habe, selber abgeschrieben und habe jetzt festgestellt, es gibt Tools, die gar nicht teuer sind, die das einfach automatisch transkribieren. Und dann muss ich bloß noch drüber gucken und Sachen rauslöschen und so, das ist wesentlich schneller und ich glaube auch, dafür werde ich mir nochmal jemanden suchen, weil tatsächlich meine Arbeitszeit eigentlich dafür viel zu teuer ist. Wenn ich mal ehrlich drüber nachdenke.

Agatha Bieschke: Könntest du in derselben Zeit einfach etwas Teureres machen, ja genau.

Catrin Grobbin: Wo ich eine Rechnung drüber schreiben kann, anstatt meine Zeit mit Tippen zu verbringen. Genau.

Agatha Bieschke: Und da gibt es auch noch einen Tipp:  bei Fiverr gibt es gibt es echt wirklich nette Menschen, die z.B. aus deiner Transkription einen Blogartikel machen. Das kostet 20 Euro oder so und dann hast du ein richtigen Blog-Artikel. Das dauert natürlich auch drei, viermal, bis du jemanden hast, der in deiner Sprache spricht. Aber das geht ja. Irgendwann ist das vorbei.

Catrin Grobbin: Naja, guck mal, ich hab schon etwas gelernt heute. Super.

Agatha Bieschke: Genau.

Prio Frogging gegen das Aufschieben

Catrin Grobbin: Und was machst du denn, wenn du doch mal in so eine Aufschiebe-Falle fällst? Ich vermute mal, wenn es dir so geht, wie uns allen, dass du ab und zu doch auch nochmal irgendetwas aufschiebt. Oder ist das komplett passé?

Agatha Bieschke: Nein, natürlich ist das nicht komplett passé. Das ist für mich aber ein wunderbares Alarmzeichen, dass das wahrscheinlich etwas ist, was ich nicht machen müsste oder nicht machen wollte. Und ich habe da ja das Prio Frogging entwickelt und das hilft wirklich ganz gut. Also das Prio Frogging, das startet damit, dass du dir pro Lebensbereich wirklich darüber Gedanken machst, was du wirklich, wirklich willst. Also in deiner Gesundheit, in deiner Partnerschaft, in deinen Finanzen, in deinem Beruf und so weiter. Und wir haben da so ein Prozess entwickelt, wo man so hindurchgeführt wird. Mit der Analyse der menschlichen Bedürfnisse: Bin ich eher der Typ, der Abwechslung will? Bin ich eher der Typ, der Sicherheit braucht. Und wie ist die Balance da? Und wenn man damit durch ist und quasi für jeden Lebensbereich eine eigene Vision hat, dann notiere ich mir die immer am Anfang des Monats in Stichworten und am Anfang der Woche jede Woche neu in meinen Kalender. Und daraus leite ich dann die Wochen-Prioritäten ab und was muss ich täglich tun.

Was mich in diesen fünf Prios oder je nachdem, wie viele man hat, weiterbringt. Also momentan habe ich nur drei, was mich in diesen drei Prios weiterbringt. Und dann ist eine Regel, wenn wir das also definiert haben als Aufgaben, was muss das wirklich Freitag 17 Uhr fertig sein, komme, was wolle oder ich werde den Tag nicht überleben, dann mach ich das, was mir am unangenehmsten ist, einfach zuerst. Und wenn ich keine Kraft habe, etwas Großes zu machen, dann ist die Regel eine Kleinigkeit daraus zu machen. Irgendeinen Mini-Schritt, das sagst du ja auch in deinem Podcast, irgendetwas, was mich im Leben weiterbringt.

Oft sind wir ja so, dass wir täglich Dinge erledigen, die uns aber eigentlich nicht in unserer Lebens-Vision voranbringen. Wir haben so viel Drumherum, was wir ja auch noch machen müssen, z.B. fürs Kind kochen, oder abholen oder zum Arzt bringen oder was auch immer. Aber meine Tochter Aliana und ich haben als Grundregel für uns, dass wir jeden Tag gucken: „Was ist unsere Lebens-Vision und eine Kleinigkeit dafür schafft man jeden Tag. Und die je nachdem wie viel Zeit man hat, entscheidet man sich, wie groß die Aufgabe sein darf. Aber dann die unangenehmste als allererstes. Und das hat für mich den Grund, dass ich, sobald ich das erledigt habe – meistens ist das dann um 7.30 Uhr schon der Fall – dann bin ich so motiviert“ Denn ich hab ja gefühlt schon richtig was geschafft, nämlich das, was ich nicht mag. Und das stärkt so dermaßen das Selbstbewusstsein und auch das Selbstvertrauen in die eigene Verlässlichkeit. Dass ich es den Rest des Tages eher schaffe, in den Flow zu kommen oder zu bleiben. Das ist so unser Trick.

Catrin Grobbin: Ja, das klingt richtig gut. Wir nehmen die LeserInnen nochmal mit, die dich noch überhaupt nicht kennen. Also Aliana ist deine Tochter, mit der du zusammen auch eine Firma hast. Wie alt ist sie jetzt?

Agatha Bieschke: Sie wird morgen 21.

Catrin Grobbin: Oh, drück sie mal von mir! Wenn du dieses Interview liest, dann ist sie schon 21! Und sie ist schon zusammen neben dem Studium mit der Mama selbstständig. Mit dem Made for more Club und somit ist sie auch eine sehr produktive Frau. Muss man einfach sagen, sie hat einen Riesen-YouTube-Kanal. Und dieses Prio Frogging, das ist wirklich eine sehr tolle Methode. Ich kannte bisher nur „Eat The Frog First“, also den Frosch zuerst essen, das, was nicht schmeckt. Und Eure Erweiterung finde ich ganz toll, weil viele Leute ja sagen: „Ja, Staubsaugen mach ich zuerst, das mag ich auch nicht. Aber das ist eben nichts, was mich weiter bringt zu meinem Oberziel, das bringt mir nur eine saubere Wohnung.

Agatha Bieschke: Genau. Und vor allen Dingen ist das meistens ein Trick, um nichts wirklich Wichtiges zu tun. Lieber die Wohnung aufräumen und dann noch eben einkaufen. Mag ich ja auch nicht. Also eigentlich ist das ein Trick. Deswegen hängen wir dieses „Eat The Frog First“ immer an der Lebens-Priorität auf. Damit erreicht man seine Ziele plötzlich viel, viel, viel schneller. Und wenn man sich daran gewöhnt, dann hat man das tatsächlich jeden Tag. Aber es gibt trotzdem Dinge, die ich aufschiebe.

Catrin Grobbin: Ja, was ist denn dann dein Top 1, der Dinge, die du nicht gerne machst? Buchhaltung?

Agatha Bieschke: Ja, wenn ich sie mal mach. Also ich mache die meistens nur für eine meiner Firmen, nämlich für die Holding, weil da ist nicht so viel los. Das ist die Muttergesellschaft der anderen, und da mache ich es noch selbst und habe aber jetzt wirklich gesehen, wieso machst du das noch selbst? Das dauert nur eine halbe Stunde, aber in einer halben Stunde könnte ich wahrscheinlich schönen Content machen. Also ist es ab nächsten Monat bei der Assistentin.

Catrin Grobbin: Super. Ich glaube, da muss ich mich mal andocken. Buchhaltung ist auch bei meiner Prio ganz, ganz weit auf der Frosch-Liste.

Agatha Bieschke: Und Aliana ist selbständig, seit sie 16 ist. Also YouTube ist ja eine Selbstständigkeit, sobald man damit Geld verdient, und sie hat sich mit 16 selbstständig gemacht. Und jetzt haben wir den Made for More Club im November zusammen gegründet und sind im Februar online gegangen. Und Jura studiert sie auch noch. Also sie ist in meine Fußstapfen getreten.

Lass dich von Agathas Geschichte inspirieren, nicht frustrieren!

Catrin Grobbin: Ja! Also ganz kurz einmal zwischendurch: Wenn du jetzt grad diesen Artikel liest und frustriert bist, bitte nicht aufhören! Also nochmal: Bitte nicht schlecht fühlen! Wer mit mir schon gearbeitet hat, weiß: Auf den Kopf kloppen ist verboten. Bitte macht das nicht. Nur weil das jetzt gerade bei dir nicht so läuft, wie das jetzt hier bei Agatha und Aliana läuft. Ich muss gestehen, bei mir läuft es auch nicht immer so, sonst wäre ich reich und berühmt. Und würde in einem Schloss wohnen irgendwo mit Seezugang oder so. Also es ist okay, wo jede und jeder steht, aber wir schnappen uns jetzt heute mal die Goldklumpen, damit wir selber mit unseren Sachen weiter vorankommen. Also atmen und weiter hören.

Ich würde zu dem Club auch gleich noch fragen, aber zuerst zum Thema Prio Frogging. Also „Prioritäten-Froschen“ sozusagen. Da habt ihr ja auch einen gratis Online-Kurs dazu (Hier kannst du ihn angucken und mitmachen.).  Den finde ich nämlich auch ganz super!

Mut zur Veränderung: Was entfacht das Feuer in dir?

Agatha Bieschke: Und auch tatsächlich bitte nicht überfordert sein, wenn man das hört. Weil ich weiß, das hört sich nach viel an, aber ich muss sagen, ich glaube, ich arbeite weniger als andere. Dadurch, dass ich das einfach systematisch so gemacht habe, was mir wichtig war im Leben. Und das ist vielleicht etwas, was mir auch wirklich geholfen hat, wenn etwas nicht funktioniert, dann habe ich keine Angst gehabt, es zu ändern. Also ich habe ja mein Beamtentum einfach gekündigt, weil es für mich nicht funktioniert hat. Und die meisten Menschen, die ich kenne, die denken: „Jetzt habe ich da die Ausbildung, jetzt habe ich ein Studium, jetzt muss ich das machen, jetzt muss ich das funktionierend machen und ich muss mich an das anpassen, was ich glaube tun zu müssen. Und ich glaube, sich davon mal freizumachen.

Es ist auch völlig in Ordnung, wenn man alle zwei Jahre etwas anderes macht oder etwas Neues dazu nimmt oder was anderes weglässt. Und ich glaube, das ist das einzige. Also diese Regel hat mir geholfen, dieses System zu entwickeln. Denn wenn du etwas nicht magst, dann stiehlt dir das einfach Lebensenergie. Ja, wenn man jeden Tag 6 Stunden irgendwo sitzt und etwas tut, was man nur zu 50 % mag, weil man glaubt, man muss das tun, dann ist das in meinen Augen eine Lüge. Und wie soll man dann noch die Energie für Sport aufbringen und für Selbstständigkeit, wenn man schon den ganzen Tag eigentlich was getan hat, was man blöd findet? Das ist so wichtig zu gucken, was entfacht das Feuer in dir? Lass es und kündige eben oder vielleicht nicht sofort, man muss ja nicht sofort alle Brücken abbrennen. Aber sich das zu erlauben, vielleicht einen anderen Weg einzuschlagen oder einen zusätzlichen oder sich auf einen neuen einzulassen. Das hat mir dabei geholfen, weil es am Ende mach ich ja nur die Sachen jetzt, die ich liebe. Und manchmal habe ich auch Sachen, die ich nicht so liebe und wenn etwas nicht mehr funktioniert, lasse ich es eben.

Es ist nie zu spät.

Catrin Grobbin: Das ist ein super super wichtiger Hinweis. Ich beschäftige mich ja auch dieses Jahr viel mit diesem Thema: „Was will ich eigentlich wirklich? Weil ich gemerkt habe, dass da auch viele ein Thema mit haben. Dazu baue ja gerade einen Online-Kurs. Und jetzt, im Juni, wenn wir darüber sprechen, kann man sich auch noch gratis anmelden und einfach so darauf zugreifen, weil ich einfach ein bisschen Publikum brauche. Daraus wird dann später ein erschwinglicher Online-Kurs, weil so viele Leute sich nicht einmal erlauben, darüber nachzudenken, was sie eigentlich wollen.

Und ich kann auch aus meiner Erfahrung sagen, ich habe ja auch sozusagen auch eine zweite Karriere gestartet mit der Psychologie. Ich war ja mal Fremdsprachen-Assistentin, weil ich vom Land kam, Fremdsprachen lagen mir und dann wusste ich nicht, was ich machen soll, dann bin ich da irgendwie reingekommen und bin auch 5 kostbare Jahre da hängengeblieben. Und nur das erste halbe Jahr hatte ich Spaß. Ich bin heute immer noch so dankbar, dass ich diesen Bürosessel wieder verlassen hab, obwohl viele Leute auch gesagt haben: „Was? Aber das ist doch eine feste Anstellung in Hamburg. Das ist doch was Tolles!“ Aber ich habe so viele Menschen gesehen, die so unglücklich waren. Der schlimmste Satz, den ich dort gehört habe, war „Jetzt wüsste ich, was ich gerne machen würde. Aber jetzt ist es zu spät.“ Die Kollegin war damals 40, glaube ich. Und da hab ich mir geschworen, diesen Satz möchte ich zu mir selber nie sagen. Das hat mir so für sie wehgetan.

Agatha Bieschke: Genau. Das will ich auch nicht. Ich bin jetzt 43 und hab jetzt wieder den Club gegründet. Also es ist wirklich nie zu spät.

Catrin Grobbin: Und genau das würde ich auch unterschreiben.

Agatha Bieschke: Ich würde mir immer ein Vorbild suchen, das älter ist, wenn das das Thema ist. Also wenn Alter das Thema ist, dann würde ich mir jemanden suchen, der es gemacht hat, mit 50 oder mit 60. Und es gibt ja sogar jemand, der Name fällt mir gerade nicht ein (Greta Silver, Anm. d. Redaktion),  ist 66 und hat jetzt ein Podcast gegründet, der durch die Decke geht, und hat eine Firma und coacht. Es ist nie zu spät.

Catrin Grobbin: Ja, es ist nie zu spät.

Agatha Bieschke: Und mir hat man das auch gesagt, als ich bei der Polizei wegging. Ich war auf Lebenszeit verbeamtet. Das macht man ja nun überhaupt gar nicht. Das ist ja so eine Sicherheit! Und das Einzige, dessen ich mir sicher war, war, dass ich unglücklich sein würde die nächsten 40 Jahre. Das war die einzige Sicherheit, die ich hatte. Und das ist so wichtig, das zu verstehen, wenn man darüber nachdenkt, was man wirklich, wirklich will.

Warum will ich das eigentlich?

Agatha Bieschke: Eine der Sachen, die ich mir heute zur Frage wie man weniger aufschiebt, notiert habe, ist: Wir fragen uns nicht nur, was ich wirklich will, sondern wir fragen uns: „Und was bedeutet das? Was steckt dahinter?“ Also ich habe so ein gutes Beispiel von mir. Ich habe irgendwann mal den Glaubenssatz geglaubt, ich müsste zwei Kilo abnehmen, weil wenn ich zwei Kilo abnehme, dann bin ich ein Role Model. Dann kann ich mich bei Instagram zeigen. Und dann? Also verrückt, oder?

Catrin Grobbin: Ich schmunzle nicht, weil ich das blöd finde, sondern weil ich das selber manchmal denke. Ich guck auch meine kleinen Corona-Röllchen an und denke das auch ab und zu. Aber dann denke ich immer: „Eigentlich auch egal.“ Ich meine, diese Gedanken gerade jetzt nach dieser Lockdown Geschichte fast jeder. Ich glaube, fast jeder hat zugenommen in diesem letzten Jahr. Deswegen muss ich gerade schmunzeln.

Agatha Bieschke: Ja und diese zwei Kilo. Dann war das so: Okay. Warum möchtest du abnehmen? Weil ich online was machen möchte. Warum möchtest du online was machen? Und ich habe immer weiter mich gefragt. Immer weiter. Warum möchtest du das? Bis ich am Ende zu meinen Werten kam. Und meine Werte waren einfach Freiheit und Unabhängigkeit. Und dann wusste ich: „Okay, wie kann ich Freiheit und Unabhängigkeit erreichen? Mit Online-Business.“ Dann hab ich das quasi umgekehrt, dann hab ich mir gesagt: „Kümmere dich nicht um die zwei Kilo, dann mach jetzt mal das Online-Business, denn es geht um Freiheit und Unabhängigkeit. Und dann habe ich parallel die zwei Kilo trotzdem abgenommen.

Also manchmal muss man einfach nur ganz genau wissen „Warum mach ich das?“ Und ich glaube, das wissen viele auch nicht. Die fangen irgendetwas an, so Neujahrsvorsätze und wissen nicht: Warum will ich denn abnehmen? Weil ich abnehmen will. Und warum willst du abnehmen? Was steckt dahinter? Weil ich gerne meine Enkel noch erleben möchte oder so. Und das ist dann vielleicht ein richtiger Motivator. Und das treibt einen dann auch wirklich an. Wenn man das nicht weiß.

Catrin Grobbin: Wenn es eigentlich um Gesundheit geht und gar nicht um die Kilos an sich, sondern um gesunden Lifestyle.

Agatha Bieschke: Ja, und manchen sind tatsächlich die Kilos wichtig, weil sie Model werden wollen oder weil das was ganz anderes ist, was dahinter steckt. Wirklich, dein Kurs kommt wie gerufen. Sowas machen wir auch im Club und ich glaube, dein Kurs kann sehr vielen helfen, weil ich glaube, ganz viele wissen einfach nicht, was sie wollen und warum sie es wollen.

Wir sind das “Wollen-dürfen” oft nicht gewöhnt.

Catrin Grobbin: Genau, wir sind es auch nicht gewohnt. Ich glaube, dass wir da noch an ererbten Dingen knabbern, weil unsere Eltern das nicht durften. Also meine Mutter hat nicht groß ausgesucht damals, was sie jetzt arbeiten will, und von meinem Vater weiß ich das gar nicht genau. Die sind einfach irgendwie losgeschickt worden, oder? Na, zum Teil wurden ja Lehrstellen auch noch gesucht für die Generationen vor uns. Und ich bin jetzt 45 und ich glaube, wir sind fast die erste Generation, die sich selber wählen sollte. Plötzlich. Was will ich eigentlich machen? Jedenfalls in meinem Umfeld. Mein Gefühl ist, das ist noch relativ frisch, dass man sich selbst aussuchen soll, was einem Spaß macht. Nicht einfach nur, wo ein Platz frei ist oder so. Das ist was Neues. Und das ist völlig in Ordnung, finde ich, dass wir ein bisschen Zeit brauchen, bis wir an dieses neue Schema von „Ich darf mir etwas wünschen.“ gewöhnt sind.

Agatha Bieschke: Und ich finde es auch schön. Vielleicht ist das noch einen Schritt weiter, sich zu erlauben, immer wieder was Neues zu machen. Und das finde ich auch total schön. Also ich möchte die Zeit bei der Polizei nicht missen, weil ich habe immer eine gute Party-Geschichte auf Lager und ich möchte den Aufbau der Selbstständigkeit nicht missen. Ich möchte jetzt auch die letzten zwei Jahre bei dem Konzern nicht missen. Da habe ich auch unheimlich viel nochmal gelernt. Und trotzdem kann ich auch damit aufhören, ohne weinen oder zurück zu gucken oder Angst zu haben. Weil ich weiß, jetzt kommt wieder ein phantastisches Kapitel und wer weiß, was ich in zwei Jahren will. Und sich das zu erlauben, ist auch schön.

Und ich glaube, wir Frauen haben es da ja sowieso nochmal schwer. Wir sind ja auch noch zerrissen zwischen Kindern und Erwartungen der Gesellschaft. Rollen-Erwartungen in der Gesellschaft und auch in der Familie. Da ist ja auch noch vieles ererbt. Also unsere Mütter, die waren ja noch im klassischen Rollenbild. Und wir sind vielleicht die ersten, die das auch aussuchen können, so wie du sagst und gleichzeitig aber die mit dem schlechten Gewissen, würde ich sagen, weil sie eigentlich immer so ein bisschen zerrissen sind.

Das Gehirn braucht Pausen

Agatha Bieschke: Und dann wirklich zu gucken, was sind die Erwartungen anderer Menschen der Gesellschaft und was sind eigentlich meine eigenen? Meine eigene Stimme? Wo ist die eigentlich? Die ist manchmal durch 20 Jahre Kindheit so gedämpft, nur noch schwer zu verstehen, dass man gut daran tut, sie wieder zu hören. Und das ist sehr schwer mit den ganzen Ablenkungen, die es heutzutage gibt. Damals war das nicht ganz so. Da konnte man auch mal sich langweilen. Und heute wird es immer schwieriger, weil man immer bespaßt wird durch irgendein Medium. Und da verlernt man, auf die eigene Stimme zu hören.

Catrin Grobbin: Ja, ja, das ist auch meine Erfahrung. Das heißt auch mal Smartphone wegpacken. Also nicht jetzt, bitte lies noch zu Ende. 😊 Aber nicht immer nur Podcasts hören auf jedem Spaziergang und auf jedem Weg, sondern auch mal so ein bisschen Zeit für sich und für das Nachwirkenlassen und mal spüren „Was will ich eigentlich?“ oder „Was ist mir wichtig und wo stimmt es gerade und wo stimmt es vielleicht auch nicht für mich?“

Agatha Bieschke: Das sind bei mir die besten Ideen, wenn ich wandern gehe. Alpenüberquerung, sieben Tage, oben gibt’s kein Handy. Danach habe ich meine Geschäftsidee. Das kann ich nur jedem empfehlen. Oder ein Kreuzfahrtschiff, weil auf dem Meer gibt’s auch kein Internet.

Catrin Grobbin: Ah, gut zu wissen. Nein. Aber das finde ich total gut. Ja, diese Pausen. Pausen, damit man wieder Raum hat für Neues, die finde ich auch super wichtig.

Agatha Bieschke: Ich glaube auch das Gehirn ist da einfach nicht gemacht für diese ständige Dauerbeschallung. Nee, bestimmt nicht.

Catrin Grobbin: Wir brauchen das. Das Steinzeithirn, was wir haben. Vielleicht in einer Million Jahren oder so. Aber heute noch nicht.

Agatha Bieschke: Und ich habe bei meinen Kindern, denke ich schon: „Wow, da muss schon irgendein genetischer Adaptationsvorgang passiert sein. Aber ist es nicht. Also die werden auch nervös und aggressiv, wenn das Gehirns eine zu große Aktivität hat. Wir brauchen tatsächlich diese Pause.

Entspannung und Dankbarkeit

Catrin Grobbin: Ja, genau, auch mal sacken lassen. Das führt mich noch zu einem Thema, über das ich mit dir gerne sprechen wollte. Und zwar: Du machst ja viel und es könnte einem ja quasi fast schwindlig werden. Was machst du denn außer Wandern über die Alpen für deine Entspannung? Denn das ist ja auch Thema dieses Podcast. Wir wollen ja nicht dazu aufrufen, jetzt hektisch betriebsam alles umzukrempeln, sondern du wirkst auf mich auch sehr ruhig und entspannt und geerdet. Welche Tipps hast du denn da noch?

Agatha Bieschke: Wenn man sich Gedanken darüber macht, was man wirklich, wirklich im Leben will, dann sollte man die Bereiche Gesundheit und meinetwegen Spiritualität oder Entspannung in die Lebensprios mit aufnehmen und dafür einfach jeden Tag Zeit einplanen. V.a. wenn man dazu neigt, gestresst zu sein. Also was ich immer mache, ist jeden Morgen eine Stunde in den Wald und zwar ohne Podcast. Manchmal höre ich einen Podcast, aber das schon seit Wochen nicht, sondern da gehe ich mit meinem Hund eine Stunde spazieren. Jeden Morgen und am liebsten so früh, dass da noch keiner ist. Das ist einfach ein Ritual. Und jeden Abend lese ich. Also bei mir ist um 21:00 Uhr/ 21:30 Uhr meistens alles an Medien aus und dann wird nochmal eine halbe bis dreiviertel Stunde gelesen. Das sind so die beiden Sachen, die mich erden.

Dann mach ich einiges auch an mentalen Übungen und Dankbarkeit auf jeden Fall. Also ich habe mir angewöhnt, immer wenn ich was sehe, was mich glücklich macht, dass ich wirklich laut in meinen Gedanken sage: „Ich bin so dankbar, dass du da bist.“ Ich versuche da so ein Trigger bei mir zu setzen und daran arbeite ich immer. Also ich versuche immer, wenn mein Mann irgendwie in den Raum kommt: „Ich bin so dankbar, dass es dich gibt.“ und manchmal auch laut. Aber wenn er das sieben Mal am Tag hört, wer weiß, vielleicht nutzt sich das ab. Also so versuche ich das einfach. Und das mache ich bei meinen Kindern. Und wenn die Sonne scheint, und wenn es regnet, dann bin ich dankbar, dass die Pflanzen Wasser kriegen. Ich versuche ganz oft am Tag diese Dankbarkeit bewusst wahrzunehmen. Durch einige Meditationen weiß ich, wo das Glücksgefühl bei mir im Körper liegt. Und dann versuche ich das immer zu suchen. Zwischendurch am Tag, so denke ich: „Okay. Wo ist es?“

Und eine Technik, die ich noch hab, benutze ich, wenn ich eine neue Tätigkeit anfange. Also wenn wir jetzt z.B. den Podcast anfangen, dann setze ich mich vor jedem Live zwei Minuten hin, mache die Augen zu und sage mir in Gedanken: „Wie möchtest du die nächste Stunde verleben?“ Und dann sage ich meine Power Wörter wie freundlich, fröhlich, glücklich, erfolgreich, selbstbewusst. Und das erzeugt inzwischen durch Übung auch dieses Glücksgefühl.

Und wenn ich die Tätigkeit beende, dann gucke ich: „Was liegt jetzt an? Wie möchtest du dann die nächste Stunde verbringen?“ Und dass man ganz oft solche Breaks hat, als wie so ein Boxenstopp beim Rennwagen, dass man diese Breaks hat und guckt und sich eine Intention und ein Ziel setzt für die nächste Zeit, die man gleich verlebt und nicht so durch den Tag „rushen“. Das bringt irgendwie nicht so viel. Und ich bin viel besser, weil ich das vorher festgelegt habe, wie ich sein will und dann gelingt das viel besser.

Catrin Grobbin: Super. Wir haben ganz viele Parallelen da an der Stelle. Ich habe ja tatsächlich ein positives Notizbuch rausgebracht. Kann man auf Amazon kaufen, weil ich das meinen Klientinnen und Klienten manchmal die Hand drücke. Da steht gar nicht viel an Text drin, 2 Seiten Text ist da, glaub ich, drin, aber viele kleine Bildchen von mir und ganz viel Platz, um alle schönen Dinge des Tages zu notieren, damit man das übt und nicht bei diesem negativ Fokus bleibt, den wir vom Gehirn aus einfach eingebaut haben.

Und ich mache das ähnlich wie du. Ich nenne das nur „Ich gehe in meine Mitte“ oder „Ich erde mich nochmal.“. Das mache ich vor jeder Coaching-Sitzung, vor jedem Seminartermin. Weil bei mir ist ja auch manchmal Hurrikan, mit einem kleineren Kind. Heute waren wir ganz spontan beim Kinderarzt. Das war dann auch so: „Okay. Ich muss den Tag umplanen. Alles klar.“ Aber auf dem Weg vom Bus habe ich dann schon wieder gesagt: Hurrikan außen, ich innen. Jetzt gehe ich mal wieder in meine Mitte, denn sonst kann ich nicht gut arbeiten in meinem Job und es fühlt sich auch einfach nicht gut an, wenn man in diesem Huzzle so drin bleibt. Die Idee mit den Kraftwörtern finde ich schön, das werde ich mal dazunehmen, glaub ich.

“Was möchte ich haben.” und “Wie möchte ich sein?”

Agatha Bieschke: Viele Menschen haben Ziele, was sie erreichen wollen, also haben z.B. Aber was ich wichtig finde ist, dass man Ziele hat fürs Sein. Also „Wie möchte ich sein?“ Und je öfter man sich das ins Bewusstsein ruft und je öfter man dann versucht auch zu agieren wie ein freundlicher und fröhlicher Mensch, desto mehr wächst man da auch rein, dass man das ist. Und mit der Dankbarkeit, das machen wir jetzt schon seit 21 Jahren, weil wir haben damals mit den Kindern angefangen. Wir haben nämlich, sobald die ein bisschen was sagen konnten, jeden Abend Wunschkreis gemacht. Und zwar haben wir uns an den Händen genommen und jeder musste sagen, was das Schönste an seinem Tag war. Und das haben wir durchgezogen, jeden Abend. Und dadurch kam auch tatsächlich dieser Fokus, weil selbst wenn die Kinder nichts gefunden haben, blieben wir so lange sitzen, bis sie eine Kleinigkeit gefunden haben. Und ich glaube, das trainiert den Verstand, auch das Positive dann wahrzunehmen. Und am nächsten Tag, wenn du sowas gefragt wirst, achtest du ja drauf, was positiv war. Und umso mehr Positives passiert dann auch.

Catrin Grobbin: Ja, da würde ich absolut unterschreiben. Wir machen das im Bett. Was war das Schönste heute oder was war heute schön? Ich weiß gar nicht, ob wir es jeden Tag machen. Ich werde nochmal drauf achten, aber wann immer ich daran denke, eine Runde Rücken kratzen und „Was war das Schöne heute?“ Das ist, finde ich, auch eine ganz, ganz wichtige Sache. Also ich glaub wir machen es vor allen Dingen, wenn der Satz fällt „Heute war gar kein schöner Tag, spätestens dann gehen wir nochmal auf die Suche. Denn ich glaube, es gibt keinen Tag, an dem nicht irgendwas Gutes passiert ist. Und ich versuche es ja bei mir tatsächlich auch bewusst zu stoppen, wenn ich merke, der Tag geht in eine andere Richtung, als ich das möchte. Weil man kann ja das Ruder noch rumreißen, wenn man merkt, der Vormittag war nicht so, wie ich wollte. „Okay, was muss ich machen?“ Meistens muss ich einfach ein bisschen langsamer werden. Ein bisschen mehr atmen und nochmal einen Restart machen. Dann wird der Tag auch in der Regel wieder besser.

Boxenstopps im Alltag

Agatha Bieschke: Ja, und dann hilft auch in der Unternehmensführung, also bei stressigen Situationen. Auch im Konzern gab es natürlich extrem stressig Situationen mit so vielen Mitarbeitern. Ich habe ganz Norddeutschland gehabt, fast 540 Immobilien, die ich mit dem Team verwaltet habe und das jedes Mal eine Intention vor jedem Meeting zu setzen. Und jedes Mal, wenn man merkt, „Jetzt ist aber hier Attacke.“, wieder ein Boxenstopp zu machen, um einfach irgendwie wieder zurückzukommen. Dann ist man auch einfach effektiver und besser. Und manchmal spart die Zeit, die man aufbringt, in den meisten Fällen am anderen Ende Zeit, weil man sich einfach nicht mehr so verzettelt oder so verstrahlt durch die Gegend läuft.

Catrin Grobbin: Ja, genau. So „Aaah! Panikattacke!“ Ja, man muss aus der Stressreaktion raus, sag ich immer. Oder möglichst gar nicht erst rein. Das ist superwichtig

Agatha Bieschke: Auch, wenn man es nicht immer verhindern kann.

Catrin Grobbin: Ja, genau. Aber wenn man es merkt, sag ich mal, hat man ja wieder die Möglichkeit, es zu schnappen und zu sagen „Hey, warte, stopp, so will ich das nicht!“ und dann wieder neu zu fokussieren.

Agatha Bieschke: Und kein Chef der Welt wird einen dafür köpfen, wenn man kurz eine Runde um den Block geht, um das zu tun. Im Gegenteil, das machen Raucher ja auch jede Stunde. Also immer. Also können wir ja die Nichtraucher Zeit, also die wir nicht rauchen, nutzen für so eine kurze Pause.

Catrin Grobbin: Ja genau. Oder wenn man so einen Chef hat, möchte man da vielleicht auch nicht sein Leben immer verbringen.

Agatha Bieschke: Womit wir wieder beim Anfangs-Thema wären.

Catrin Grobbin: Ja richtig, genau, dann haben wir den Kreis jetzt einmal rund. Ich schau gerade so ein bisschen auf die Zeit, wir wollen das Interview ja „konsumierbar halten“. Du musst du einfach nochmal wiederkommen!

Mehr von Agatha

Ich wollte zum Abschluss noch einmal fragen, wenn man jetzt denkt: „Mensch! Agatha, die klingt so toll und ich würde so gerne mit ihr arbeiten oder was bei ihr machen. Das, was sie sagt, klingt alles super und ich würde gerne noch mehr von ihr lernen. Was kann man tun?

Agatha Bieschke: Wir haben ganz viele kostenlose Ressourcen, unter anderem eben dieses Prio Frogging auf das Prio Frogging folgen nochmal eine Einheit über Selbstbewusstsein und über Planung. Und man findet uns hauptsächlich im Augenblick über den Made for More Club. Das ist www.madeformoreclub.com, das ist Coaching zu einem extrem erschwinglichen Preis für Frauen, wo wir eben auch all den Fragen auf den Grund gehen wie „Was will ich eigentlich wirklich?“ Und jeden Monat wechselnde Themen zu Selbstbewusstsein, Zielerreichung und so weiter. Und dann haben wir natürlich den Podcast. Your Mind is not your Feind, über den wir sehr glücklich sind. Und bei Instagram findet man uns auch. Ich bin unter Agatha_Bieschke. Und meine Tochter ist AlianaSophie bei Instagram und bei YouTube MissAliana.

Catrin Grobbin: Super. Gibt’s noch was, was du loswerden möchtest, bevor wir hier langsam zum Ende kommen?

Agatha Bieschke: Ja, ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck erweckt, als wäre das irgendwie zu stressig. Was ich mache, das will ich auch tatsächlich nochmal betonen, dass wenn man weiß, was man liebt und lernt, Schritt für Schritt alles andere ein bisschen Schritt für Schritt auszulagern und Kapazitäten schafft, um dann wieder mehr Geld zu verdienen, dann ist das wirklich etwas, was selbstverständlich kommt, dass man sich nur noch auf die wichtigen Dinge konzentriert oder auf die, die wirklich einen Selbst, das Unternehmen oder die Firma, an der man arbeitet, weiterbringt. Und es ist nicht so, als würde ich 60 Stunden die Woche arbeiten. Auf gar keinen Fall.

Catrin Grobbin: Super, wenn wir das schon sind, wie viele Stunden arbeitest du so im Schnitt?

Agatha Bieschke: Naja, jetzt wo ich natürlich fest angestellt war, habe ich da ja meine 40 Stunden gearbeitet und sicherlich gibt’s auch Phasen, wo ich da mehr arbeiten musste. Und ansonsten ich würde mal sagen, jetzt, wo alles parallel lief, waren da schon Wochen mit 50 dabei. Aber wenn ich nur selbstständig bin, komme ich auf 20 Stunden.

Catrin Grobbin: Das ist gut zu hören. Nochmal, weil das ist nämlich, finde ich, der feine Unterschied zwischen den Selbstständigen, die wirklich dann 70, 80 Stunden in der Woche arbeiten und womöglich damit nicht mal richtig viel Geld verdienen und denen, die es richtig hinkriegen. Das ist ja auch mein Ziel. Deswegen darf es auch etwas länger dauern, bis es soweit ist, weil so viel kann ich ja gar nicht arbeiten mit jüngerem Kind. Also wer das hier liest und Kinder hat, die auch kleiner sind, das geht ja technisch einfach nicht, sonst schläft man nicht mehr. Das ist gar keine gute Idee. Mein Ziel ist auch tatsächlich weniger arbeiten und damit dann einfach gutes Geld verdienen, was man so braucht. Vielleicht ein bisschen mehr. Und das Ziel von Selbstständigkeit sollte nicht selbst und ständig sein.

Agatha Bieschke: Absolut. Und welches Buch da wirklich zu empfehlen ist für alle Selbstständigen, die bei dir zuhören, ist “Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer*”, denn da ist, wirklich Schritt für Schritt erklärt, was man am besten macht, damit man nicht selbst und ständig arbeitet. Das hat uns sehr geholfen damals.

Catrin Grobbin: Super das ist nochmal toller Tipp zum Schluss. Wunderbar. Ich bedanke mich sehr, sehr, sehr, dass du da warst. Es war mir ein Fest! Lass uns gerne zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nochmal sprechen. Wir haben noch jede Menge andere Themen, über die wir reden können.

Agatha Bieschke: Sehr gerne. Vielleicht kann Aliana ja auch mal kommen und mal sagen, wie das so als 21jährige ist. Ja, Arianna, wie sie alles unter einen Hut bringt.

Catrin Grobbin: Unbedingt. Sehr, sehr gerne. Ich glaube, dass auch viele Studierende hier zuhören. Zumindest einige sprechen mich immer mal an. Ich bin ja auch viel an Unis unterwegs.

Agatha Bieschke: Ich habe mich auch sehr gefreut.

Catrin Grobbin: Danke dir.

Agatha Bieschke: Tschüß!

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    Hilfen und Tipps für’s entspanntere Homeschooling – Interview mit Sandra Schlautmann

    Immer noch sind die Auswirkungen des Lockdowns v.a. auch für Eltern schulpflichtiger Kinder spürbar. Und auch wenn die Schulen so langsam wieder öffnen, ist das Thema Homeschooling immer noch präsent – und bleibt es vermutlich auch noch etwas.

    Aus diesem Grund habe ich für meinen Podcast “Weniger aufschieben – entspannter leben” ein Interview mit Sandra Schlautmann geführt. Sie ist Lerntherapeutin und Traumacoach mit eigener Praxis und hat viele Jahre Erfahrung mit herausfordernden Situationen, u.a. auch im Bereich Schule.

    Sie gibt einige hilfreiche Hinweise, was Eltern für mehr Entspannung im Homeschooling tun können (und was sie lieber lassen sollten). Außerdem stellt sie ihre unterstützenden Trancereisen für Kinder “Die Welt in dir” vor. Eine dieser tollen Audiodateien gibt es sogar geschenkt: Auf dieser Seite können sich meine Podcast-HörerInnen gratis eine Datei anhören: https://www.wachgecoacht.de/wenigeraufschieben

    Hier kannst du dir das ganze Interview anhören:

    Und hier ist die Version zum Lesen:

    Catrin Grobbin: Aktuell haben wir ja mal wieder bzw. immer noch Home-Schooling, das führt zu viel Stress in den Familien. Liebe Sandra, du kennst das ja aus deiner Arbeit. Magst du mal ein bisschen darüber berichten?

    Sandra Schlautmann: Leider ja, vielleicht geht es dir ja ähnlich, dieses Wort Homeschooling kann ich schon kaum noch hören, viele Eltern, die zu mir kommen, fühlen sich überfordert und gestresst.

    Catrin Grobbin: Lerntherapie und Hypnose sind ja zwei deiner Arbeitsschwerpunkte. Kannst du bitte noch ein bisschen darüber sagen, was du tust?

    Sandra Schlautmann: Genau. Ich bin Lern- und Trauma-Coach. Ich arbeite mit Kindern und Erwachsenen, die ihre ganz persönlichen Päckchen zu tragen haben. Ganz egal, wie groß oder klein diese Päckchen sind. Das kann anfangen mit einer Leseangst, geht über Schulverweigerung, Verarbeitung schlimmer Erlebnisse und endet bei komplexen Traumafolgestörungen. Mein Steckenpferd ist tatsächlich die Traumatherapie. Doch wir wissen alle: Was uns schmerzt und auch wie stark, was auf die Seele drückt, ist oft komplett subjektiv. Das kann das Rascheln des Mathearbeitsheftes ebenso sein wie schlimme Handlungen des Onkels.

    Zwei meiner Methoden hier sind lerntherapeutische Tools und auch Hypnosetherapie. Auf die wollen wir uns heute in diesem Kontext konzentrieren.

    Catrin Grobbin: Du hast ja viel Erfahrung mit Kindern, denen das Lernen schwer fällt und auch mit gestressten Eltern. Was sind deine besten Tipps für das Home-Schooling? Oder auch Eltern-No-Goes?

    Sandra Schlautmann:

    1) Fokus auf die Unzulänglichkeiten / Fehler des Kindes:
    Gerade im Homescooling sieht das Elternteil eher, was das Kind nicht kann. Vielleicht ist es die Konzentration, vielleicht die Auffassungsgabe, vielleicht die 5 in der Arbeit. Fragen Sie sich, ob das dem Kind hilft.

    Meine Bitte: Setzen Sie in Relation: Wenn statt 7 Fehler nur 3 gemacht werden. Wenn statt permanenter Unruhe mal 1 Std ruhig gearbeitet wurde. Oder auch, wenn von 40 Wörtern 10 richtig geschrieben wurden. Positive bestärkung entspannt alle Beteiligten und lenkt ihr Kind zum richtigen Ziel.

    2) Verzweifelt den Job des Lehrers machen wollen
    (Es gibt Gründe, warum sie kein Lehrer sind.) Sie haben das recht, diese Rolle nicht ausfüllen zu müssen. Ich weiß, das ist schwer. Meine Erfahrung zeigt aber, dass viele Eltern allein durch diese Anregung Erleichterung verspüren. Was wiederum das Homescooling leichter macht

    3) Etwas erwarten, was man selbst nicht tun würde:
    Max schaltet die Cam aus und spielt am PC, anstatt dem Lehrer zu folgen. Mia macht die Aufgaben nicht zuende. Lisa möchte bis 10.00 schlafen und versteht nicht, wieso sie früher aufstehen muss.
    Fragen Sie sich, wie es bei Ihnen ist. Machen Sie ihre ToDos stets zeitnah zuende? Haben Sie Freude am Lernen? Was tun Sie, wenn etwas gewünscht ist, was Sie unlogisch finden?
    Meine Bitte: gehen Sie mit leuchtendem Beispiel voran. Kinder lernen am Modell und Sie als Eltern können so besser verstehen, wenn ihr Kind dann mal doch nicht „funktioniert“

    4) Eigene Fehler ausblenden
    „Fokus auf Unzulänglichkeiten? Ich nicht“ – Verzweifelt in die Lehrerrolle? Ich nicht. Ich kenne das vom Tanzen, dass der Trainer auf fälschlich eingedrehte Füße hinweist. Wie oft habe ich tatsächlich gedacht, ich mach es richtig – bis er zu mir kam und sie zurecht bog. Also meine Bitte: Wann immer sie gut gemeinte Ratschläge erhalten, hören Sie hin, reflektieren Sie.

    Catrin Grobbin: Da kann ich richtig fühlen, wie das mehr Entspannung reinbringt! Manche und mancher denkt jetzt aber auch vielleicht: “Jetzt haben wir viel, was wir als Eltern tun können. Aber gibt es nicht auch etwas direkt für die Kinder?” Ja, gibt es. Du hast ja Trancereisen für Kinder herausgebracht. Ich hab schon mal reingehört und finde sie großartig! Magst du dazu etwas mehr sagen?

    Sandra Schlautmann: Ja, es handelt sich um die Welt in dir. Gerade jetzt, in dieser besonders herausfordernden Zeit, finde ich es ganz besonders wichtig, dass unsere Kinder einen Ort und einen Moment haben, in dem sie Stress abbauen können, zur Ruhe kommen können, ganz bei sich sein können. Um sich dann gesund zu entwickeln.

    Wir Erwachsenen haben das oft leichter: Wir können meditieren, Yoga machen oder anderes, was uns gut tut. Ich beispielsweise fahre gern an einen ganz besonderen Lieblingsplatz und bin dort ganz bei mir. Mein Wunsch war es, Kindern so etwas auch zu ermöglichen. Zu jeder Zeit. An absolut jedem Ort. Ohne großen Aufwand. So ist „Die Welt in dir“ entstanden.
    Hier reisen die Kinder in ihre eigene innere Welt, kommen zur Ruhe und, ja, entdecken sich ein Stück weit selbst und neu.
    Das erste Bundle der Welt in dir ist also quasi eine Auszeit to go

    A propos: Ich möchte deinen Podcasthörern gern ein Geschenk machen – die erste Auszeit To Go, ist das okay?

    Catrin Grobbin: Ja, natürlich super gern.

    Sandra Schlautmann: Als Geschenk extra für die Podcasthörer gibt es auf www.Wachgecoacht.de/wenigeraufschieben die erste Reise als Geschenk.

    Catrin Grobbin: Das ist ja toll! Vielen lieben Dank! Ich verlinke das gern auch noch in den Shownotes.

    Als ich merkte, wie gut die Kinder diese kurzen Reisen annahmen und nutzen,

    habe ich noch mehr Wissen aus Lerntherapie und Hypnose kombiniert und in das zweite Bundle gepackt.

    Hier geht es darum, die Stärken, die ein Kind bereits hat, ganz egal, ob es persönliche Eigenschaften sind oder bereits gelerntes Wissen, für das Kind verfügbar zu machen.

    Die Kraft des Unterbewusstseins ist enorm.

    Sowohl im Negativen als auch im Positiven.

    Wenn wir im Stress sind, können wir dieses Wissen gar nicht abrufen, das ist biologisch unmöglich. Je mehr Stress, Trigger, Prägungen oder Druck auf das Unterbewusstsein einwirkt, desto weniger möglich, bis hin zu unmöglich ist es.

    Wie soll also ein Kind mit Prüfungsangst die Mathearbeit rocken?

    Wie soll ein Kind selbstsicher seinen Wert spüren, wenn das Unterbewusstsein zu sehr noch an Misserfolgserlebnissen knabbert?

    Also tut das zweite Bundle genau das. Nachdem das Kind die Auszeit to Go drauf hat, können dann im Unterbewusstsein „Schätze gehoben“ werden oder eben „kleine Wunder bewirkt werden“. Weil so viele Ressourcen (bspw das kleine 1×1 oder auch viele positive Erfolgserlebnisse) bereits abgespeichert sind. Die Welt in dir reduziert den Stress und macht, gekoppelt mit passenden Suggestionen, das Wissen besser verfügbar.

    z.B. innere Bücherei

    Für wen sind die?

    Sind wir mal ehrlich: Die Welt in dir ist eine Serie von suggestiven hypnotischen Trancen für Kinder, die so von mir geschrieben sind, dass sie möglichst vielen Kindern helfen. Eine individuelle Hypnose / Hypnotherapie ist natürlich deutlich maßgeschneiderter. Also, wichtig: bei besonders gravierenden Themen stets Einzeltermine nutzen. Dann ist diese Hypnose hier weiterhin gut, aber nur ein tropfen auf dem heißen Stein. (Für wen sind sie NICHT)

    Ansonsten ist es fast witzig zu sagen, dass dWid von scheinbar jedem gehört wird. Besonders gut funktioniert sie bei Kids ab dem GS Alter. Spannend ist…dass Eltern sich oft mit entspannen und es zu einem gemeinsamen Ritual wird.

    Bitte einfach ausprobieren und sehr gerne feedbacken, wie ihr reist, den Link zur ersten Reise findet ihr als Geschenk in den Shownotes

    Catrin Grobbin: Wie wende ich das denn an? Wie mache ich es überhaupt?

    Sandra Schlautmann: Speziell in der ersten Folge ist alles erlaubt. Es gibt Menschen, die entspannen im Liebliengsstuhl, ich erhielt aber auch schonmal ein Foto, wie ein Kind im Bad zwischen WC und Dusche eingerollt lag, weil es genau in diesem Moment reisen wollte.
    Also: Runterladen, am besten Kopfhörer auf und reisen.

    Es gibt allerdings eine kleine, feine Regel: Wann immer das Kind reisen will, soll es das tun dürfen. Bitte kein „Du musst aber erst noch…“. Die Reisen sind bewusst so kurz gehalten, dass auch noch danach der Müll runtergebracht werden kann.

    So lernt das Kind, auf sich selbst zu hören. Genauere Anweisungen stehen bei jeder Reise dabei.

    Wer merkt, dass er Anderes braucht oder wünscht, oder auch mehr reisen mag, findet alle Infos auf meiner Internetseite www.wachgecoacht.de

    Catrin Grobbin: Super, vielen Dank! Und vielen Dank für das schöne Interview!

    Wer Fragen dazu hat oder gern intensivere Unterstützung von Sandra Schlautmann haben möchte, findet alle Infos zu ihr und ihrer Arbeit auf www.wachgecoacht.de.

    Sandra Schlautmann
    Sandra Schlautmann

    Warum du dir ab und zu eine Portion Stille gönnen sollten

    Ich bin bekannt dafür, dass ich gern und viel rede. Auch deshalb ist es ganz richtig, dass ich mir einen Beruf gesucht habe, in dem ich dafür bezahlt werde, dass ich zu und mit Menschen spreche.

    Als ich mich dennoch 2015 zu einem Schweigeretreat angemeldet habe, haben einige Menschen mich gefragt: „Glaubst du denn, du hältst das durch? Fünf Tage nicht zu sprechen?!“. Und auch als ich vor Kurzem eine kürzere Online-Version in meinen Alltag integriert habe, haben einige zu mir gesagt „Für mich wäre das ja nix.“.

    Tatsächlich sind wir in unserem modernen Alltag so wenig an Stille gewohnt, dass viel es sich gar nicht mehr vorstellen können, dass es angenehm sein kann, eine kleine oder auch größere Weile auf Sprache und auch weitestgehend auf andere Reize zu verzichten, um nach Innen zu gehen und zur Ruhe zu kommen.

    Wir sind eigentlich ständig umgeben von Geräuschen und eben auch von Sprache: andere Menschen, das Handy, Fernsehen, Radio, Internetmusik,… vielen haben ständig eine akustische Hintergrundkulisse laufen.

    Ich möchte das auch gar nicht als falsch hinstellen. Jede und jeder so, wie es individuell passt und sich gut anfühlt. Aber ich persönlich erlebe Stille – mindestens hin und wieder – als erholsam und nährend. Ich brauche es sogar, um immer wieder einen Gang runterzuschalten und mich nicht in der kreativ-hektischen Betriebsamkeit meines reichen Lebens zu verlieren.

    Die Wissenschaft bestätigt mein Empfinden. Die Forschung hat gezeigt, dass Lärm Stress auslöst und auf Dauer sogar krank machen kann.

    Im Gegenzug ergab z.B. eine Studie, die den stressenden oder entspannenden Effekt verschiedener Musikstile untersuchen sollte, dass die ProbandInnen v.a. in den Ruhepausen zwischen den Musikstücken am entspanntesten waren. Und zwar v.a. bei einer Abwechslung von Musik und Stille. Das Gehirn liebt die Gegensätze. Unsere Nervenzellen sind v.a. darauf programmiert, uns zu informieren, wenn es etwas Neues zu melden gibt. Wer mal an einer lauten Hauptstraße gewohnt hat wie ich, weiß, dass man sich sogar an regelmäßigen Autolärm gewöhnen und darüber hinweg hören kann. Ist man dann im Urlaub in einer viel ruhigeren Umgebung merkt man plötzlich, wie entspannend die Stille sein kann. Und die erste Zeit wieder zu Hause in der lauteren Umgebung ist plötzlich wieder neu stressig und anstrengend. Deshalb lebe ich ganz bewusst seit vielen Jahren NICHT mehr an einer stark befahrenen Straße…

    Was genau in der Stille geschieht, wird derzeit noch untersucht. Erste Forschung mit Mäusen, die uns genetisch ja sehr ähnlich sein sollen, ergab, dass in der Stille Nervenzellen wachsen. Die gleiche Untersuchung bei Menschen durchzuführen, gestaltet sich bisher eher schwierig, so dass man bisher darüber keine Aussagen treffen kann.

    Allerdings zeigten andere Studien, dass die Konzentration leidet, wenn man dauerhaft vielen verschiedenen Reizen ausgesetzt ist. In der Ruhe und Stille, z.B. in der Natur, regeneriert sich diese wieder. Diesen Effekt kennen wir, wenn wir einen richtig schönen und entspannenden Urlaub verlebt haben.

    In einem Retreat – also einem gezielten Rückzug aus dem Alltag – wird immer auch meditiert. Forschung zu diesem Thema hat ergeben, dass sich die Gehirnstrukturen bei Menschen, die regelmäßig meditieren, dahingehend verändern, dass sie z.B. weniger Angst erleben und weniger gestresst sind. Dafür empfinden sie mehr Mitgefühl mit anderen Lebewesen.

    Und Meditation kann nicht nur das Stillsitzen und „an Nichts denken“ sein, es gibt auch Meditationsformen in Bewegung, Meditationsspaziergänge oder meditativen Tanz. Die Auswahl ist so groß, dass eigentlich für jede und jeden eine passende Form der „Stille“ und des „Nichtstuns“ dabei sein sollte.

    Unabhängig von diesen Forschungsergebnissen habe ich persönlich mir nach der schönen Erfahrung des letzten Online-Retreats fest vorgenommen, solch eine Auszeit in dieser oder einer anderen Form wieder regelmäßiger in mein Leben einzubauen. Wie gesagt, ich kann ganz deutlich spüren, wie sich dabei mein Akku wieder auflädt und wie ich danach mit neuer Energie ganz anders wieder starten kann.

    Und wenn dich dieser Beitrag anspricht, dann überleg doch auch einmal ganz bewusst, wann und wie du kleine oder größere Auszeiten in deinen Alltag einbauen kannst:

    • Vielleicht einen Spaziergang?
    • Eine Mittagspause ohne die Kinder?
    • Eine Morgenmeditation, bevor die anderen wach sind?
    • Oder ein bewusster Rückzug am Abend ohne Fernsehen oder andere Medien?

    Interessanterweise sind wir nach solchen Pausen meistens nicht nur erholter sondern auch wieder konzentrierter, kreativer und leistungsfähiger und schaffen mehr. D.h. dass wir nicht, wie man vielleicht meinen könnte, Zeit verlieren, wenn wir eine Auszeit in Stille einbauen, sondern dass wir eher Zeit gewinnen. Einfach, weil die Arbeit danach wieder viel leichter von der Hand geht.

    Da ich jetzt meine Coaching-Ausbildung bei Lola Jones mit „Divine OpeningsTM“ abgeschlossen habe, werde ich in Zukunft sicherlich auch eine Form des Retreats im Alltag anbieten. Zu diesem Thema ist gerade noch vieles im Fluss und noch nichts fertig aber das kommt sicherlich. Ganz im eigenen Tempo. Wenn dich das interessiert und du meinen Newsletter noch nicht abonniert hast, solltest du das jetzt tun, denn alle aktuellen Infos über neue Angebote von mir gehen auf jeden Fall auch immer über diesen Weg in die Welt.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag mit schönen, stillen Momenten nur für dich.

    Bild (c) Canva.com

    Ins Tun kommen unter „widrigen Umständen“

    Dieser Artikel wirkt vielleicht wie ein Widerspruch zum letzten Artikel zum Thema Selbstfürsorge. Aber in Wirklichkeit ergänzen sich die beiden wunderbar.

    Vorab: Wenn es dir wirklich schlecht geht, wenn du krank bist – dann komm erst mal wieder auf die Beine!

    Wenn du dich aber stark belastet fühlst, weil du nichts auf die Reihe kriegst, wenn du gern etwas schaffen möchtest, aber nicht weißt, wie, dann lies weiter.

    Widrige Umstände – was ist das?

    Das höre ich immer wieder:

    • “Ich bin nicht in der Stimmung.”
    • “Ich werde zu oft abgelenkt”
    • “Das Wetter ist zu schlecht.”
    • “Heute/Im Moment kann ich mich nicht konzentrieren.”
    • “Ich hab zu wenig (zuviel) Zeit.”

    Und manches stimmt davon auch. Manchmal.

    Aber manchmal ist es auch eine Ausrede. Bzw. ein Ausdruck dafür, dass ich nicht weiß, wie ich anfangen kann. Und ehrlich: wenn du zu einer Aufgabe keine Lust hast, findest du IMMER einen Grund, der dagegen spricht, jetzt damit anzufangen.

    Unsere Hoffnung ist oft, dass die ideale Stimmung und ideale Rahmenbedingungen die Arbeit leichter machen. Und wenn beides zusammenkommt, ist das auch so. Wir lieben den Flow, wenn alles läuft und die Arbeit quasi von allein geht.

    Ehrlich, ich finde auch: Das ist toll! Aber passiert selten von allein und man kann auch nicht immer darauf warten. Oft muss man einfach irgendwie anfangen. Und dann in den Flow kommen. Flow liegt zwischen Unterforderung und Überforderung, auf dem optimalen Anforderungsniveau.

    Und was ist, wenn es WIRKLICH widrige Bedingungen gibt?

    Die aktuelle Situation ist für uns alle eine große Herausforderung. Vieles ist anders als sonst. Es ist kein “Normalbetrieb”. Und natürlich hat dies alles sowohl Auswirkungen auf die Psyche als auch auf die „normalen“ Abläufe.

    Nochmal: Es ist absolut okay, auf dich zu achten! Wenn das eigentlich gerade dein Thema ist, dann lies lieber den Artikel zu Self-Care.

    Aber wenn du gleichzeitig darunter leidest, dass du nichts schaffst oder etwas schaffen MUSST, z.B. weil sonst Konsequenzen drohen, dann hab ich hier 7 (+1) Strategien, um ins Tun zu kommen:

    1. Schreib auf, was zu tun ist
    2. Überlege, wann Zeitfenster sind, die aktuell machbar sind –
      (2a) Sei für diese Zeitfenster gut vorbereitet, hab alles parat, um dann gleich anzufangen.)
    3. Welche Termine gibt es? Mache eine Planung.
    4. Wenn du keine hast: Setz dir Termine!
    5. Welche Unterstützung kannst du finden? (z.B. Kinderbetreuung oder Hilfe bei der Aufgabe)
    6. Bring dich in einen Arbeitsmodus (d.h. fühle dich mindestens „okay“, geh in Akzeptanz mit der Situation, gib die Opferhaltung auf.
    7. Fang mit dem einfachsten Teil an

    Und wie geht Dranbleiben? Das ist eigentlich nur…

    …immer wieder anfangen.

    Hier ist die komplette Podcast-Episode zu diesem Artikel:

    Eine Portion Selbstfürsorge bitte: Was du tun solltest, wenn du dich angeschlagen fühlst

    In diesem Artikel geht es darum, wie wichtig es ist, dass du gut für dich sorgst, vor allem, wenn es dir gerade nicht so gut geht. Ich gebe dir Anregungen für deine Selbstfürsorge und am Ende sende ich dir eine Beruhigungs- und Heilungsenergie, in die du tief eintauchen darfst, wenn du magst.

    In einem früheren Blogartikel haben wir schon Ideen gesammelt, was du dir Gutes tun kannst, wenn es mal turbulent zugeht.

    Heute will ich mit dir gezielt mal auf die Tage schauen, an denen es dir vielleicht nicht so gut geht. Wenn du vielleicht gesundheitlich angeschlagen bist oder auch seelisch nicht so ganz auf der Höhe bist.

    Besonders die aktuelle Situation ist für uns alle ungewohnt und stresst die meisten (oder vielleicht sogar alle) auf irgendeine Weise. Manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlich

    Vielleicht bist du Mutter oder Vater und betreust gerade neben deiner Arbeit ein oder mehrere Kinder.

    Vielleicht bist du Studentin oder Student und hast große Mühe mit dem Online-Semester, den fehlenden Kontakten, der großen Arbeitslast und damit, dich die ganze Zeit selbst zu organisieren

    Vielleicht versuchst du „nur“ im Home-Office vernünftig zu arbeiten, wirst aber ständig von deinen eigenen Ansprüchen überrollt. Denn schließlich muss man sich im Home-Office komplett selbst organisieren, die Hausarbeit guckt einen an, vielleicht sind der Partner oder die Partnerin auch zu Hause.

    Oder vielleicht geht es dir ganz anders, aber du fühlst dich einfach so gestresst und angestrengt und kannst gar nicht genau benennen, wieso eigentlich.

    Oder vielleicht bist du auch heute einfach aufgewacht, hast vielleicht einiges auf dem Zettel, und stellst fest, dass du heute irgendwie nicht in topform bist.

    Wie sehr stresst dich das dann und wie sehr setzt du dich dann selbst unter Druck?

    Viele von uns sind MeisterInnen darin, uns selbst dafür zu verurteilen, wenn wir nicht das schaffen, was wir eigentlich vor hatten, wenn wir mal nicht 100% oder sogar mehr leisten. Der „innere Antreiber“ und die innere Perfektionistin arbeiten dabei häufig Hand in Hand.

    Abgesehen davon, dass sich das nicht gut anfühlt, es kann auch in eine fiese Abwärtsspirale führen. Der Druck führt dazu, dass du dich noch schlechter fühlst, noch weniger Energie hast, noch weniger schaffst, dich noch mehr verurteilst usw. Es ist wichtig, diese Spirale am besten so früh wie möglich zu durchbrechen.

    Mich stresst es meistens zuerst auch, wenn ich merke, dass ich nicht so funktioniere wie geplant. Aber Widerstand hilft an der Stelle nicht. Was hilft?

    Wie kannst du gut damit umgehen, wenn es dir mal nicht 100%ig gut geht?

    Für einen positiven Umgang mit dir selbst gibt es seit einiger Zeit einen neuen Begriff „Self-care“. Dieser ist nicht zu verwechseln mit Wellness, d.h. Schaumbäder, Sauna usw., wenngleich man im Rahmen der Selbstfürsorge als Ausgleich auch Wellness machen oder eine hilfreiche Morgenroutine in den Tagesablauf einbauen kann.

    Self-care oder auf deutsch „Selbstfürsorge“ ist viel pragmatischer, alltagspraktischer. Der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Joachim Küchenhoff definiert Selbstfürsorge als: „[…]

    • die Fähigkeit mit sich gut umzugehen,
    • zu sich selbst gut zu sein, sich zu schützen und nach sich selbst zu schauen,
    • die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen,
    • Belastungen richtig einzuschätzen,
    • sich nicht zu überfordern oder sensibel auf Überforderungen zu achten“.

    Das geht auch inmitten eines vollen Alltags und ohne weitere Hilfsmittel. Hierfür habe ich drei (bzw. vier) wichtige Punkte zusammengestellt, die dir helfen können:

    1.           Sei nachsichtig mit dir selbst

    Lass mich eins klar sagen: Wenn du etwas, das du dir vorgenommen hast, nicht machst, weil du angeschlagen bist, dich krank fühlst, erschöpft bist, oder dich um Wichtigeres kümmern musst, dann ist das kein Aufschieben!

    Es ist okay, wenn du mal nicht fit bist. Melde dich bei dir selbst krank.

    2.           Mach deine Gesundheit zur Top-Priorität

    Wenn du richtig krank bist: pfleg dich/lass dich pflegen, leg dich ins Bett und werde in Ruhe wieder gesund. Und auch, wenn du nur kränkelig bist: Wenn du kannst, nimm dir die Zeit, um ganz in Ruhe wieder in deine Kraft zu kommen.

    Schlafe so viel du kannst. Lass dir alles Gute zukommen, das du brauchst.

    3.           Setze deinen Anspruch runter und tu dir Gutes

    Nett zu dir selbst sein. Tu dir was Gutes: Schal, Tee, gemütliche Kleidung, schöner Arbeitsort.

    Wenn du nur ein bisschen angeschlagen bist und spürst, dass du noch etwas tun kannst und willst oder wenn du trotzdem etwas tun musst, dich z.B. um Kinder kümmern oder etwas arbeiten, mach das, was unbedingt sein muss:

    • Mach Abstriche, nimm dir die richtigen Sachen vor und lass die falschen weg. Ein Zeitpuffer hilft an dieser Stelle sehr.
    • Setze Prioritäten!
    • Mach Pausen
    • Gönn dir besonders gutes Essen
    • Geh langsam
    • Nimm dir die Zeit, die du brauchst
    • Spür nach, was dir hilft und was dir gut tut,
    • Spüre, was dir leicht fällt bzw. wie dir die Dinge leicht fallen
    • Tröste dich. Auch das geht vorbei. Nimm dich in den Arm und beruhige dich.

    Gute Besserung! Wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht!

    Übrigens: Das kannst du danach übrigens dann auch in den „gesunden“ und fitten Alltag übernehmen.

    4.           Übernimm das, was sich gut anfühlt, auch in „fitte“ Tage

    Wenn du gesund bist, handle auch mal so wie beschrieben: sei nett mit dir, überfordere dich nicht, achte darauf, was dir gut tut und was nicht, arbeite ohne Widerstand in deiner eigenen Reihenfolge und deinem eigenen Tempo.

    Zum Abschluss habe ich noch eine Entspannungsübung für dich. Die Aufnahme stammt aus meiner Podcast-Episode zu diesem Artikel und darin ist eine Heilungs- und Beruhigungsenergie enthalten, die du dir gern abholen kannst, wenn du magst.

    Falls du lieber liest, ist hier noch einmal die Anleitung als Text:

    Wenn du hinterher noch einen Termin hast oder noch etwas Bestimmtes zu tun hast, dann stell dir sicherheitshalber einen Wecker. Oder unterbrich die Folge an dieser Stelle und höre sie später weiter, wenn es besser passt.

    Entspanne dich einfach und setze die Absicht, dass die entspannende und heilsame Energie zu dir kommen und dir gut tun darf.

    Setze oder lege dich entspannt hin.

    Atme ein paarmal tief ein und wieder aus und komm so gut zur Ruhe, wie du kannst.

    Denke an etwas Schönes, Entspannendes. Vielleicht gibt es einen schönen Ort, der dir gut tut, an den du gerade denken magst.

    Stell dir diesen Ort ganz lebendig vor.

    Was kannst du dort sehen?

    Du wirst innerlich ganz ruhig und entspannt.

    Was kannst du hören?

    Vielleicht kannst du auch etwas fühlen oder riechen?

    Du spürst, wie langsam die Anstrengung und Anspannung nachlässt und du dich immer mehr entspannst.

    Genieße den Zustand der Entspannung, so lange du magst.

    Alles Gute für dich!

    Deine Catrin

    Prioritäten setzen

    In diesem Artikel geht es darum, wie du mit Hilfe einer Vierfeldermatrix deine Aufgaben in die richtige Reihenfolge bringen kannst. Es gibt dazu auch eine Podcast-Episode:

    “Prioritätensetzung heißt, darüber zu entscheiden, welche Aufgaben erstrangig, zweitrangig und welche nachrangig zu behandeln sind” (vgl. SEIWERT, 2005, S. 41f.). Dies ist ein wichtiges Vorgehen, damit man am Ende des Tages nicht zwar viel aber das falsche gearbeitet hat. Häufig werden die Aufgaben, die einen persönlich weiter bringen, immer wieder nachrangig behandelt. Hierzu zählt bei vielen Menschen auch das eigene Studium.

    ABC-Analyse / Eisenhower-Prinzip

    Es ist ein hilfreiches Vorgehen, den anstehenden Aufgaben die Buchstaben A, B und C (sowie D) zuzuweisen (“ABC-Analyse”) (vgl. SEIWERT, 2005, S. 63). Es kann lohnend sein, seinen eigenen Tagesablauf einmal darauf hin zu analysieren, welche Aufgabentypen am häufigsten erledigt werden und welche häufig zurück stehen müssen. Die Prioritäten-Vergabe lässt sich noch mit den Attributen “dringend” und “nicht dringend” verknüpfen. Dann ergibt sich das folgende Schema. Es geht auf Dwight D. Eisenhower (1890 – 1969) zurück. Man kann es als (grobes) Entscheidungsraster verwenden, v.a. wenn schnell entschieden werden muss, welche Aufgaben zuerst bearbeitet werden sollten.

    A-Aufgaben sind die wichtigsten Aufgaben und gleichzeitig dringend. Diese sollte man selbst und möglichst sofort in Angriff nehmen. Sie können nur von einem selbst erledigt werden, sind also nicht an jemand anderen delegierbar. Für die Erfüllung der ausgeübten Funktion (im Job) bzw. die eigenen Ziele sind sie von höchstem Wert. Hierzu gehören z.B. das Lernen für eine wichtige Prüfung, das Schreiben der Abschlussarbeit oder das prestigeträchtige Projekt bei der Arbeit, das zur Beförderung führen könnte.

    B-Aufgaben sind durchschnittlich wichtig aber noch nicht dringend. Es können Aufgaben darunter sein, die teilweise delegierbar sind. Z.B. Korrekturlesen. Oder das Suchen neuer Ideen, das man am besten mit anderen Menschen gemeinsam erledigen kann. Es kann auch sinnvoll sein, jemanden zu beschäftigen, der die Interviews für die Abschlussarbeit abtippt, wenn ich selbst nicht so schnell tippen kann. Oder eine Putzhilfe, die regelmäßig zu Hause klar Schiff macht, während ich in dieser Zeit Geld verdiene. Manchmal kann man auch Aufgaben mit jemandem tauschen. Es muss nicht jeder alles selbst können.

    C-Aufgaben sind die Aufgaben mit dem geringsten Wert für die eigenen Ziele. Leider haben sie meist den größten Anteil an der Menge der Arbeit (z.B. Routineaufgaben, Papierkram, Telefonieren, Haushalt usw.). Also Aufgaben, die für das Ziel, das man gerade vor Augen hat, nichts bringen, die sich aber “vordrängeln”. Hierunter zählen gerade in Studienabschlusszeiten häufig auch Gefallen für andere Menschen.

    D-Aufgaben sind weder wichtig noch dringend. Sie sollten am besten direkt in den Papierkorb wandern. Einzige Einschränkung: Wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die einem Freude bereiten, sollten sie in die Kategorie “Belohnung” wechseln, weil sie eine angenehme Abwechslung bieten können (z.B. meinen Avatar im Computerspiel auf Level 100 bringen, meinen Garten verschönern usw.). Oder wenn du dich davon nicht trennen magst, such am besten jemand anderen, der die Sache für dich erledigt, und gib sie ab.

    Tipp: Folgende Tagesplanung hat sich bewährt (vgl. SEIWERT, 2005, S. 43):
    1 – 2 A-Prioritäten pro Tag einplanen (ca. 2 – 3 Stunden gesamt)
    2 – 3 B-Aufgaben pro Tag einplanen (ca. 1 Stunde)
    den Rest für C-Aufgaben (ca. 3-4 Stunde) reservieren

    Achtung:

    Manche B’s sind eigentlich A’s, sage ich in meinen Veranstaltungen häufig. D.h. sie sind noch nicht dringend, aber sehr wichtig für die eigenen Ziele. Wenn man zu lange wartet, werden sie dringend, deshalb sollte man sie rechtzeitig mit in die Planung aufnehmen.

    Wenn ich mich selbständig machen will, ist die Akquise von neuen Kunden zu Beginn vielleicht noch nicht dringend. Es gibt viele andere Tätigkeiten, die zuerst meine Aufmerksamkeit fordern wie die Finanzierung, das Layout, die Erstellung meiner Homepage usw. Wenn ich aber nicht zu irgendeinem Punkt damit beginne, ein Angebot zu erstellen und es potentiellen KundInnen zu zeigen, werde ich langfristig keine Einnahmen generieren und mein Business kann nicht ins Laufen kommen.

    Wenn mein Ziel ist, den Studienabschluss zu machen, dann ist das Schreiben einer entsprechenden Hausarbeit oder sogar der Abschlussarbeit auf jeden Fall wichtig. Wenn der Abgabetermin erst in einem halben Jahr ist, dann ist es erst mal noch nicht dringend. Aber wenn man lange genug wartet, wird die Aufgabe irgendwann dringend. Wenn der Abgabetermin nicht mehr lange hin ist, dann ist es wirklich dringend.

    Und auch die klassische Steuererklärung ist sehr wichtig, aber eine lange Zeit noch nicht dringend, bis sie dann bei vielen in der Regel plötzlich sehr dringend wird.

    Es macht bei solchen Aufgaben Sinn, etwas rechtzeitiger anzufangen und die Dringlichkeit selbst herzustellen, d.h. die Priorität auf A heraufzusetzen. Bereits Kunden zu haben und das Angebot dann entsprechend ihrer Bedarfe fertigzustellen oder zu entwickeln, ist mittlerweile sogar eine Empfehlung vieler Marketing-ExpertInnen. Und eine Abschlussarbeit für Studium oder Weiterbildung oder die Steuererklärung kann man im Zweifelsfalls auch vor dem offiziellen Termin abgeben, falls man sich verschätzt hat.

    Das fühlt sich sogar sehr gut an und trägt zur persönlichen Entspannung bei.

    Literatur:
    Seiwert, L. (2005): Das neue 1 x 1 des Zeitmanagement. GU, München.

    Bildquelle: canva.com

    Weniger Prokrastination und entspanntes Zeitmanagement mit der Ivy Lee Methode

    In diesem Beitrag stelle ich dir eine sehr einfache Methode vor, die viele noch gar nicht kennen. Mit dieser Methode kannst du ohne viel Aufwand eine gute Planung machen. Dadurch kannst du effizienter arbeiten, mehr schaffen und dadurch motivierter sein, weil du nicht so eine endlos lange To-Do-Liste hast, die am Ende des Tages fast genauso lang ist wie am Morgen.

    Die Methode besteht aus 6 einfachen Schritten, die ich dir im folgenden Video der Reihe nach erkläre:

    Falls du lieber liest, hier die Zusammenfassung:

    1. Du notierst dir die 6 wichtigsten Aufgaben für morgen, wenn du am Abend vorplanst (oder für heute wenn du jetzt sofort anfangen willst)
    2. Bring die Aufgaben in die richtige Reihenfolge. D.h. sortiere sie nach Priorität 1 – 6, Priorität 1 ist am wichtigsten. (Meinen Artikel über Prioritäten findest du hier.)
    3. Do it! Erledige Aufgabe 1. 🙂 Hier für kannst du alle Techniken nutzen, die du kennst, z.B. große Aufgaben unterteilen, Pomodoro-Technik, Umgang mit Emotionen zur Aufgabe,…
    4. Überprüfe die restlichen Prioritäten 2 – 6. Stimmt noch alles? Falls nicht, passe die Prioritäten an.
    5. Erledige Aufgabe 2, dann wiederhole Schritt 4 und geh danach die nächste Aufgabe an, bis alles erledigt oder der Tag vorbei ist.
    6. Erstelle eine neue Liste mit 6 Aufgaben für den nächsten Tag.

    Soweit die “reine Lehre”. Wenn du mir schon ein bisschen folgst, weißt du, dass ich die “Queen des Anpassens und Abwandelns” bin. D.h. ich empfehle u.U. auch, die Methode auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. D.h. von mir aus könntest du dir auch nur 3 Aufgaben vornehmen.

    Wichtig ist aber, dass du realistisch planst. 20 – 30 To-Do’s für einen Tag sind in der Regel nicht zu schaffen. Und sich ständig zu viel vorzunehmen und das nicht zu schaffen, wirkt sich negativ auf die eigene Motivation aus. Dann fühlst du dich, als hättest du “nichts geschafft” und bist unzufrieden mit dir selbst. Im Gegenteil dazu fühlt es sich einfach gut an und ist motivierend, wenn du dein Tagwerk abends geschafft hast. Dann kannst du guten Gewissens deinen Feierabend genießen.

    Insofern ist die Ivy-Lee-Methode einerseits gut geeignet, um weniger aufzuschieben, weil du gleich morgens weißt, womit du starten willst und nicht zuerst überlegen musst, was zu tun ist. Es gibt also eine Ausrede weniger ;-). Und dadurch, dass die wichtigste Aufgabe zuerst dran kommt, umgehst du den Impuls, dich davor womöglich zu drücken, weil die Aufgabe in irgendeiner Form unangenehm ist.

    Und andererseits führt die Methode zu mehr Entspannung, weil du abends deinen Erfolg siehst und v.a. die wichtigsten Aufgaben schon erledigt hast.

    Zur Geschichte der Methode:

    1918 suchte Charles M. Schwab, der Präsident des zweitgrößten Stahlunternehmens der damaligen Zeit, “Bethlehem Steel”, einen Weg zu mehr Produktivität und Effizienz im Unternehmen. Ivy Lee war damals ein Experte für Produktivität und Schwab fragte ihn “Wie könnten wir in der gleichen Zeit produktiver sein?”. Ivy Lee antwortete: “Um das zu beantworten, brauche ich 15 Minuten mit Ihnen und Ihren Führungskräften. Danach können Sie die Methode drei Monate lang ausprobieren. Anschließend können Sie mir das Bezahlen, was Sie für angemessen halten.” Er bekam 25.000 US Dollar. Das wäre auch heute für 15 Minuten schon ein guter Lohn, aber damals war es ungleich mehr Geld. Daran sieht man, dass die Methode erstaunlich gut funktioniert haben muss. (Sie wird manchmal auch 25.000 $-Methode genannt.)

    Die Vorteile der Methode auf einen Blick:

    • Klarer Fokus auf wenige Aufgaben. Du weißt genau, was zu tun ist.
    • Klarheit: Klare Prioritäten. Es ist ganz klar, was zu tun ist.
    • Weniger “Selbst-Beschummeln”, d.h. du merkst, wenn du das weniger wichtige zuerst machst.
    • Effizienz: Das Ziel ist möglichst ungestörte Arbeit ohne Ablenkung. Dafür kannst du z.B. ergänzend die Pomodoro-Technik nutzen.
    • Schriftlicher Überblick über die Aufgaben.
    • Motivation durch Erfolgserlebnisse durch das Erledigen und Abhaken wirklich wichtiger Aufgaben.
    • Einfache Anwendung: Papier und Stift reicht.
    • Leichter Einstieg am Morgen.

    Probier es am besten jetzt gleich aus und erstell dir deine erste Liste nach der Ivy-Lee-Methode. Schreib mir gern, wie es geklappt hat.

    Ich wünsche dir einen schönen, angenehmen, produktiven Tag!

    Herzliche Grüße

    Deine Catrin

    Wie ich meine 1000 Dinge organisiere und dabei entspannt bleibe

    Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich die “1000 Dinge”, die ich so tue, unter einen Hut und organisiert kriege, habe ich im Rahmen meiner CatrinTVLive-Reihe einmal erklärt und gezeigt, wie ich das mache.

    Hier gibt es das ganze Video zu sehen (ab 3:31 Minuten geht es mit dem Thema los):

    Und für die Eiligen hier die Zusammenfassung:

    Meine “1000 Dinge” bestehen aus einer halben Stelle an der Universität Hamburg sowie einer halben Stelle, in der ich freiberuflich offline wie online Trainings und Coachings gebe. Nebenbei sitze ich noch an meiner Doktorarbeit und habe außerdem Familie, d.h. meinen Mann und meine kleine Tochter. Und in meiner Freizeit bin ich sehr gern kreativ tätig. D.h. ich habe viele verschiedene “Baustellen”.

    Wie organisiere ich mich zeitlich? Ich benutze…

    … meinen Kalender (tatsächlich ein echter, richtig zum Anfassen),

    … einen Google-Kalender für Terminüberblick (damit auch mein Mann für Planungszwecke meine Termine jederzeit einsehen kann),

    … mein Handy (Erinnerungsfunktion, Einkaufszettel als Foto oder Notizen, Ideen als Notizen),

    … To-Do-Listen.

    Welche Zeitmanagement-Techniken nutze ich?

    Prioritäten setzen (dazu gibt es auch einen eigenen Beitrag auf dieser Seite)
    Der Trick ist, die Aufgaben zu erledigen, wenn sie noch “B-Priorität” haben, d.h. zwar wichtig aber noch nicht dringend sind.

    Flexibel bleiben – Möglichkeit zum Umplanen haben

    Atmen! Vor allem, wenn ich merke, dass ich gerade gestresst bin.

    Hilfreiche Fragen: Wie könnte es einfach gehen? Wer könnte mir helfen? Was könnte mir helfen? Wie könnte ich das einfacher machen?

    Im Fluss arbeiten und nicht dagegen, d.h. ich suche aus den Aufgaben aus, wonach mir gerade am ehesten ist

    den richtigen Zeitpunkt wählen, z.B. Denkaufgaben am Morgen, Routinetätigkeiten im Mittagstief,…

    (Das Gewinnspiel, das auf Facebook stattgefunden hat, ist leider bereits beendet. 🙁 Aber es gibt immer mal wieder ein neues. Also bleibt dran! :-))

    Der erste Schnee(Mann)

    Vor ein paar Tagen hatten wir im Norden den ersten Schnee. Gerade ist es ein bisschen komisch, darüber zu schreiben, denn mittlerweile ist das Wetter schon wieder ganz anders und die weiße Pracht ist wieder komplett verschwunden. Aber der Artikel ist in meinem Kopf und möchte aufgeschrieben werden…

    Ich hatte mich vorher schon auf den Tag gefreut, an dem unsere Tochter Schnee bewusst erleben würde. Sie hat zwar schon ein paar Mal Schnee gesehen (schon am Tag, als wir ganz am Anfang aus dem Krankenhaus kamen, schneite es dicke Flocken) und sogar schon in der Hand gehalten, aber ich vermute, dass sie sich daran nicht mehr erinnern kann. Nun, seit sie laufen kann, erlebt sie die Welt sowieso nochmal ganz anders und viel aktiver.

    Als wir an besagtem verschneiten Morgen aus dem Haus sind, hatte ich versucht, extra ein bisschen Zeit einzuplanen, damit wir den Schnee gebührend würdigen und ausprobieren können. So ganz hatte mein Zeitplan nicht geklappt, aber ein bisschen Zeit war noch übrig. Allerdings war ihre Reaktion eher verhalten, sie schien den Schnee eher unheimlich zu finden. Kurz war ich enttäuscht. Aber dann habe ich versucht, mich in ihre Lage zu versetzen und fand, dass man das auch wirklich seltsam und beängstigend finden kann, wenn alles plötzlich anders aussieht, überall weißes Zeug, das beim Gehen komische Geräusche macht und an den Schuhen kleben bleibt… Und dann auch noch kalt ist! Den verschneiten Weihnachtsbaum vor dem Haus fand sie dann trotzdem schön, und so einigten wir uns auf eine gemischte Erfahrung und machten uns auf den Weg zur KiTa.

    Am Abend im Dunkeln bauten einige Kinder mit dem Schnee auf dem Rasen gerade den ersten Schneemann. Unterwegs hatten wir schon einen ganz kleinen Schneemann auf einem Holzpfosten an der Straße gesehen. Jetzt sprang der Funke über, Töchterchen wollte unbedingt raus aus dem Kinderwagen und “Auch!”. 🙂 Also kriegte ich doch noch mein erstes gemeinsames schönes Schnee-Erlebnis! Als mein Mann nach ein paar Minuten dazu kam, wurde es noch schöner! Die ganze Familie im Schnee… Es fühlte sich an wie ein paar sehr schöne Kindheitserlebnisse, die lange zurückliegen.

    Nachdem wir ein bisschen an dem einen Schneemann mitgebaut hatten, haben wir auch noch einen eigenen kleinen gemacht. Der war sehr klein und niedlich – und auch etwas gefährdet, denn die Nachbarjungs waren gerade dabei, einen anderen Schneemann, den sie gebaut hatten, genüsslich wieder in seine Einzelteile zu zerlegen… Also haben wir ihn kurzerhand mit rauf auf den Balkon genommen. Dort stand er, bis er nach einiger Schrumpfung mittlerweile wieder ganz verschwunden ist. Heute, ein paar Tage später hat unsere Kleine sein Verschwinden bemerkt und kurz bitterlich beklagt.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Schnee und den nächsten Schneemann! Wie toll, wenn man mit seinem eigenen Kind auch nochmal ein bisschen Kind spielen und etwas kindliche Begeisterung wieder ausgraben kann!

    Euch auch tolle Wintererlebnisse!

    Herzliche Grüße

    Eure Catrin Grobbin

    Teilzeitkrank – Es lebe der Kontrast!

    Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich den letzten Beitrag veröffentlicht habe. Meine Leserinnen und Leser mögen es mir nachsehen. Der Grund hierfür war, dass ich mich seit gut vier Wochen mehr oder weniger mit einer hartnäckigen Erkältung herumschlage. Anders, als es z.B. Seppo in seinem gleichnamigen Blogartikel beschrieben hat, war ich die meiste Zeit ganz krank. Allerdings wissen die Eltern unter Euch, dass man als Mama (oder Papa) eigentlich nur noch teilzeitkrank sein kann. D.h. man muss mindestens eine gewisse Zeit des Tages in irgendeiner Form aktiv sein, um den Nachwuchs angemessen zu versorgen und zu betüddeln. Eine echte Herausforderung, und erst jetzt weiß ich nachträglich die Zeit zu schätzen, in der ich mich, wenn es mich erwischt hatte, einfach ein paar Tage und Nächte ins Bett gelegt und auskuriert habe…

    Es wäre nicht dieser Blog, wenn ich jetzt beim Lamento stehen bliebe, denn es ist nicht meine Intention, mich hier in Gejammer zu ergehen. Vielmehr habe ich mich diese vier Wochen so gut ich konnte darin geübt, es als einen Kontrast zu sehen, und mich darauf zu freuen, wenn es alles wieder besser und leichter geht. Ich habe viel gelernt in diesen Wochen: wieder mehr Geduld, vor allem mit mir selbst. Termine abzusagen, von denen ich eigentlich gesagt hatte, sie wären unabsagbar und unverschiebbar. Weniger, viel weniger von mir selbst zu erwarten. Aushalten, dass es gerade ist, wie es ist. Insgesamt: langsamer machen!

    Ich habe neulich in “Atempause” geschrieben, dass ich ein wenig viel gearbeitet hatte. Nun, jetzt weiß ich, dass es sich nicht nur viel anfühlte, sondern dass es auch zuviel war. Eine Bestätigung, ein Lernerfolg. Immer noch bin ich dabei, auszuloten, was mit einem Kind anders ist. Das machbare Arbeitspensum ist auf jeden Fall geringer, jedenfalls für mich. Die vielgerühmte “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” ist aus meiner Sicht auf jeden Fall ein Balanceakt, bei dem es auch darum geht, zu entscheiden, wo man welche Abstriche macht. Entweder man lässt das Kind rund um die Uhr fremdbetreuen – oder man muss weniger arbeiten. Und wie eine andere Mutter dieses Jahr am Sandkasten sagte: “Ich habe die Kinder ja bekommen, um mit ihnen Zeit zu verbringen, und nicht um sie in noch eine Betreuung zu geben und in noch eine”…

    Nun zum zweiten Teil der Überschrift: dem Kontrast. Jetzt habe ich die Erkältung fast überstanden, Donnerstag gehe ich wieder arbeiten und freue mich sogar schon (fast) darauf. Und es fühlte sich wirklich gut an, das erste Mal wieder einkaufen gehen zu können, das erste Mal mit Spaß einen Bauklotzturm zu bauen, das erste Mal wieder mit rausgehen und die Schaukel anschubsen zu können! Ich wertschätze gerade jeden kleinen Schritt, der wieder besser geht! Und gleichzeitig wertschätze ich auch die Signale meines Körpers, die mir sagen, dass ich die letzten Tage der Rekonvaleszenz (und vielleicht auch noch etwas länger) noch ein wenig langsam machen sollte, dass ich nicht gleich zuviel erwarten sollte, wenn ich z.B. nach dem In-die-KiTa-bringen schon wieder erschöpft bin und meine Ruhe haben will. Eine gute Erinnerung daran, dass vieles, an das ich normalerweise so sehr gewöhnt bin, nicht selbstverständlich ist. Dass das reibungslose Funktionieren meines Körpers und das Energielevel, den ich im Alltag gewöhnt sind, alles andere als selbstverständlich sondern eher ein Grund zum täglichen Feiern ist.

    In diesem Sinne: Hoch die Teetassen! Genießt mit mir den wunderbaren Alltag und alle gemeisterten Herausforderungen – und lasst uns ab und zu daran denken, immer mal wieder innezuhalten und langsamer zu machen. Denn auch wenn es ein schöner Kontrast ist, zu oft muss ich auch nicht krank im Bett liegen. 😉 Dann lieber gleich ein wenig entspannter und weniger machen und dafür gesund bleiben.

    Ich wünsche Euch einen gesunden Herbst und Winter, alles Gute und herzliche Grüße

    Eure Catrin Grobbin