Lass uns Tacheles reden: Bist du Opfer oder Creator?

Heute reden wir mal Tacheles. Wir kennen uns ja nun schon eine Weile. Falls dies dein erster Blogartikel von mir ist, lies vielleicht zuerst einen anderen, denn es wird heute ein wenig ungemütlich hier bzw. unverblümt.

Es ist eine unbequeme Wahrheit: Viele oder sogar die meisten von uns stecken oft in einer Opferrolle.

Das ist gesellschaftlich sehr weit verbreitet und wird häufig auch durch „Zuwendung“ belohnt.

Falls du lieber hörst, anstatt zu lesen, findest du hier die ganze Podcast-Episode zu diesem Thema:

Was genau meine ich mit Opferhaltung?

Was genau meine ich mit Opferhaltung? Das, was wir denken und wie wir über die Dinge denken, beeinflusst unsere Gefühle und unsere Handlungen – positiv oder negativ. D.h. es kann entweder hilfreich sein oder hinderlich.

Ich gebe dir mal ein paar Beispiele:

„Ich muss so viel lernen.“ oder „Ich muss so viel arbeiten.“ – evtl. mit jammervollem Unterton vorgebracht. Im Gegenzug erhalten wir oft Mitleid:

“Oh, du Arme!” / “Oh, du Armer!” – auch von uns selbst.

Prüfe einmal selbst: Welche Energie spürst du, wenn du diesen Satz aussprichst?

Hast du Lust auf deine Arbeit oder das Lernen? Oder merkst du richtig, wie die Mundwinkel runtergehen und du jetzt gar keine Lust mehr hast.

Schauen wir uns ein zweites Beispiel für den Opfer-Modus an:

„Schon wieder Steuererklärung! Wer hat sich das bloß ausgedacht?! Sowas Blödes“

Dahinter steckt: “Ich arme Wurst, jetzt muss ich mich damit schon wieder rumärgern!”

Und ich kann das gut verstehen! So wie die meisten, habe ich auch in der Regel keine Lust auf meine Steuererklärung.

Aber prüf auch hier einmal nach: Wieviel Lust hast du, wenn du so über die Steuererklärung denkst? Wie viel Energie für die Problemlösung steht dir zur Verfügung?

Ein drittes Beispiel:

„Ich fühl mich gar nicht gut. In dieser Stimmung/ Verfassung kann ich nicht arbeiten.“

Das Mitgefühl der anderen (und dein eigenes) ist dir auch hier sicher. Krank sein ist immer ein guter Grund. Aber sei einmal ganz ehrlich: Wie fühlt es sich an, wenn du dich so komplett hängen lässt?

Natürlich ist wirkliches Kranksein ein Grund und ich möchte dich auch auf keinen Fall auffordern, zu arbeiten, wenn es dir wirklich nicht gut geht. Dann ist Selbstfürsorge dran.

Aber tatsächlich ist so – das weiß ich aus eigener Erfahrung und auch von meinen Klientinnen und Klienten – dass das eigene Befinden sich schlagartig verschlechtert, wenn wir an eine Aufgabe herangehen „sollen“, die wir nicht tun wollen, gegen die wir einen inneren Widerwillen haben.

Und wenn du das an dir beobachtest: Eben ging es dir noch gut, aber sobald du an die Aufgabe denkst, geht es dir viel schlechter und du „kannst nicht mehr arbeiten“, dann solltest du der Sache auf den Grund gehen.

Opferhaltung macht unglücklich und führt zum Aufschieben.

Opferhaltung macht unglücklich und führt zum Aufschieben. Denn wenn ich in dem Gefühl bleibe, dass andere etwas für mich entschieden haben, dass ich keinen Einfluss auf das habe, was ich tun „muss“, wenn ich gegen meinen inneren Widerstand handle, dann kann ich nicht in eine positive Arbeitshaltung kommen.

Natürlich gibt es Dinge, die uns keinen Spaß machen und die wir lieber vermeiden würden. Aber häufig gehören auch solche Aufgaben zu Zielen, die wir uns setzen. Und manchmal gehört auch ein bisschen Unbequemlichkeit zum Leben dazu.

Was ist im Gegensatz dazu ein Creator?

Ein Creator erlebt sich als UrheberIn des eigenen Lebens. Sie oder er trifft Entscheidungen – und lebt mit den Konsequenzen. Sie / Er setzt sich Ziele und verfolgt sie. Wenn Widerstände auftauchen sucht sie/er Lösungen statt Ausreden. Sie sucht Wege anstatt Gründen, warum es nicht geht.

Hart aber wahr: Du hast die Auswahl.

Ich persönlich kann dir aus eigener Erfahrung den Creator-Modus empfehlen! Wann immer ich es schaffe, begebe ich mich in die bewusste Schöpferinnenrolle. Und dann löffle ich die Suppen aus, die ich mir selbst “eingebrockt” habe. Meistens macht das sogar Spaß, und falls das nicht der Fall ist, ist es “nur” Arbeit.

Und wenn du dich entschieden hast, eine Creatorin/ ein Creator zu sein, dann kannst du diese Schritte gehen, um auf deine Ziele zuzusteuern:

Vier Schritte, um ein Creator zu sein

  1. Finde heraus, was du wirklich willst. Was möchtest du erreichen?
  2. Mach daraus ein klares Ziel.
  3. Brich dein Ziel auf kleine, machbare Schritte herunter.
  4. Dann geh Schritt für Schritt deinen Weg.

Nutze unterwegs alle Ressourcen, die du auftreiben kannst: Unterstützung, Erfahrung anderer, Tools, Techniken und Tipps, spüre und reguliere deine Emotionen, beachte und steuere deine Gedanken und schau immer wieder mal, ob du noch auf dem richtigen Weg bist.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg dafür!

Und falls du meine Unterstützung möchtest bin ich da. Schreib mir einfach und wir sprechen darüber:

    Einverstanden

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    Pomodoro-Technik – Uhr stellen und anfangen

    Oder auch: Wie Tomaten helfen, weniger aufzuschieben

    Ich werde häufig gefragt, was denn die hilfreichste Methode gegen das Aufschieben bzw. für das Anfangen einer ungeliebten Aufgabe sei.

    Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es ist ja sehr unterschiedlich warum und wie Leute aufschieben bzw. mit ihren Aufgaben nicht vorankommen. Insofern gibt es sehr unterschiedliche Methoden und Techniken, die für ganz unterschiedliche Probleme wirken oder auch eben nicht wirken. Es gibt allerdings eine Technik, die für viele Leute sehr, sehr effektiv ist und diese stelle ich dir jetzt vor. Ich nenne sie:

    “Einen Wecker stellen und einfach anfangen”

    Möchtest du diesen Artikel lieber hören? Voilà:

    Die Methode basiert auf der sogenannten Pomodoro-Technik oder auch Pomodoro Technique, die der Italiener Francesco Cirillo in den 1980ern entwickelt hat.

    Er benutzte damals für diese Methode seinen Küchenwecker, der die Form einer Tomate hatte, und da Tomate auf Italienisch eben Pomodoro heißt nannte er seine Methode Pomodoro-Technik.

    Bild: @canva.com


    Pomodoro-Technik Schritt für Schritt

    Die Pomodoro-Technik besteht, wenn du sie strikt nach Lehrbuch machst, aus fünf Schritten:

    1. Im ersten Schritt überlegst du, was du erledigen willst. Was steht gerade an?
    2. In Schritt zwei schreibst du deine Aufgabe auf. Im Prinzip machst du dir also eine To-Do-Liste.  Das hat den Vorteil, dass du auch noch mal darüber nachdenkst, was jetzt wirklich wichtig ist und was du tun willst.
    3. Schritt drei ist das Stellen eines Weckers oder einer Uhr auf 25 Minuten.

      In den 80er Jahren gab’s ja auch diese ganzen digitalen Varianten noch nicht, da war es der analoge Küchenwecker. Wenn es dir so geht wie mir und dich das laute Ticken stört, dann empfehle ich dir allerdings eher eine digitale Variante.

      Die meisten benutzten für solche Sachen ja ihr Handy, davon würde ich dir ehr abraten. Es sein denn, du hast mit Ablenkung durchs Handy überhaupt kein Thema, dann kannst du natürlich auch das benutzen. Es gibt inzwischen auch Apps, aber wie gesagt, das Handy sollte dich nicht ablenken oder bei deiner Aufgabe stören.

      Du stellst also diese Uhr auf 25 Minuten und arbeitest dann so lange ungestört an der Aufgabe, die du dir aufgeschrieben hast, bis dein Wecker klingelt. Vorher stehst du nicht auf, du gehst nicht zum Kühlschrank, du checkst nicht deine E-Mails, du machst nichts anderes. Idealerweise schaust du nicht mal aus dem Fenster, um den Wolken zuzusehen, sondern versuchst so gut es eben geht an dieser Aufgabe zu arbeiten.
    4. Das Klingeln des Weckers ist Schritt vier, du hast 25 Minuten an deiner Aufgabe gearbeitet.
    5. Schritt fünf ist eine kurze Pause von 5 Minuten.

    Die Schritte wiederholst du jetzt noch drei Mal und kannst dann eine längere Pause von 15 bis 20 Minuten machen.

    Du machst also jeweils nach 25 Minuten eine kurze Pause von fünf Minuten machen und nach je vier pomodori also 4 x 25 Minuten plus Pause kannst du eine längere Pause machen von 15 bis 20 Minuten.

    Das ist also die klassische Form.

    Abwandlungen der Pomodoro-Technik

    Das waren die fünf Schritte, die sich Francesco Cirillo ausgedacht hat.

    Ich stelle dir jetzt noch ein paar Abwandlungen vor, die sich besonders für das Thema aufschieben bewährt haben:

    Je nachdem, wie du arbeitest, kann es perfekt für dich sein, 25 Minuten zu arbeiten. Es kann aber auch sein, dass eine Aufgabe irgendwie besonders unangenehm ist und dann sind 25 Minuten häufig sehr sehr lang.
    Dann würde ich vorschlagen, dass du vielleicht mit fünf oder 10 Minuten anfängst, um überhaupt erst einmal anzufangen. Wenn du dann gut ins Arbeiten gekommen bist, kannst du die “Pomodoro” immer noch auf die 25 Minuten verlängern. Wenn es aber heute überhaupt nicht funktioniert, dann hast du es wenigstens versucht und versuchst es ein andermal noch mal mit fünf bis zehn Minuten.

    Eine andere Möglichkeit ist, dass du sagst: „30 Minuten, da bin ich ja gerade erst in der Aufgabe drin! Das ist was Kompliziertes, da muss ich mich erstmal einarbeiten.“ Dann schaust du, was für dich eine sinnvolle Länge für diese Aufgabe ist. Für viele sind dann 45 Minuten oder auch 60 Minuten optimal.

    Ich würde es nur nicht weiter ausdehnen als höchstens anderthalb Stunden, weil bekannt ist, dass dann die Konzentration nachlässt. Und deshalb solltest du auch mindestens alle anderthalb Stunden eine Pause machen, natürlich immer ein bisschen abhängig davon, wie fit du dich gerade fühlst und wie anstrengend die Aufgabe ist.

    Oft ist es auch abhängig von der Tageszeit. Am Nachmittag, oder direkt nach dem Essen, wenn man müde ist, dann würde ich 45 bis höchstens 60 Minuten empfehlen.

    Pomodoro-Technik als Hundeschule

    Ganz wichtig, damit die Methode funktioniert, ist, dass du wirklich sitzen bleibst und keine Ablenkungen zulässt, während du deine Aufgabe machst. Damit übst du deine Ausdauer, auch für unliebsame Aufgaben. Du trainierst quasi deinen inneren Schweinehund darauf, dass er gefälligst auch sitzen bleibt, bis diese Uhr geklingelt hat.

    Schweinehundschule


    Das ist eine Übungssache, vor allen Dingen, wenn du es vielleicht nicht gewohnt bist dich richtig zu konzentrieren oder wenn du es gerade bei dieser Aufgabe bisher nicht geschafft hast, dich zu konzentrieren und dranzubleiben.

    Es kann sein, dass es ein paar Anläufe braucht, bis es funktioniert. Wenn du es dann aber geschafft hast, dann solltest du dir auf jeden Fall eine Belohnung gönnen. Die sollte natürlich angemessen sein, für die Menge an Arbeit, die du geschafft hast. Also bitte nach 25 Minuten Arbeit nur fünf Minuten Pause oder eine kleine Belohnung und nicht eine endlos lange Pause oder gleich das große technische Gerät kaufen, was du dir schon so lange gewünscht hast. Das ist dann die größere Belohnung für ein größeres Häppchen Arbeit.

    Aber was, wenn du total viel auf deiner To-Do-Liste hast? Ich höre öfter: „Mensch, ich habe so viele Sachen zu tun, ich kann doch nicht ständig Pausen machen und andauernd nichts tun. Ich muss das jetzt einfach mal durchziehen.“ Dann kann es eine Belohnung sein, zu einer angenehmeren Tätigkeit zu wechseln. Also 25 Minuten, oder eben das von dir gewählte Zeitfenster, an der Aufgabe zu sitzen, die dir so schwer fällt. Und anschließend zur Belohnung zu einer leichteren Aufgabe wechseln.

    Und etwas später spricht ja nichts dagegen vielleicht noch eine weitere Tomate hinzuzufügen, also dich für eine weitere Pomodoro-Einheit an die unangenehme Aufgabe zu setzen.

    Das ist eine Methode, die wirklich für viele, viele Leute sehr, sehr hilfreich ist. Wie alle Methoden und Tipps die ich hier präsentiere, ist die Technik natürlich kein Muss. Damit will ich sagen, wenn sie für dich nicht funktioniert, dann such dir einfach eine andere aus. Aber ich würde empfehlen, dass du sie ein paar Mal ausprobierst, bevor du dich entscheidest. Weil wir ja bei neuen Methoden immer erst einmal schauen müssen, wie sie funktionieren und erst einmal reinkommen und sie uns zu eigen machen müssen.

    Ich freu mich über Post

    Berichte mir gerne deine Erfahrungen, schreib mir eine Mail wie es für dich funktioniert hat, was du von der Methode und von dieser Folge hältst.

    Und du kannst mir natürlich auch immer deine Wünsche schreiben meine Mail:

      Einverstanden

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      Ich wünsche dir sehr viel Erfolg beim Anwenden!

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      Wie du mit Schweinehund-Übungen Widerstand abbaust und ins Tun kommst

      Was ist eine Schweinehund-Übung? Dafür muss ich zuerst ein bisschen ausholen:

      Der „Innere Schweinehund“ ist für mich eine gute Metapher, d.h. ein Vorstellungsbild für die inneren Anteile in mir und dir, die etwas nicht tun wollen, was „eigentlich“ dran ist. Und er sieht bei jeder und jedem anders aus und kann sogar von Thema zu Thema anders sein. Häufig stecken auch mehrere innere Anteile dahinter.

      Als ich ein Kind war, hatten wir einen Hund, der heute mein ganz persönliches Bild für meinen „Inneren Schweinehund“ ist. Denn er hatte keine Hundeschule besucht und war häufig der Meinung, er sei der Boss. Wenn er irgendetwas nicht wollte, war er stur wie ein Esel. Heute weiß ich, dass man mit einem Hund, vor allem, wenn er auch noch so groß ist, unbedingt in die Hundeschule gehen sollte, um einen guten Umgang miteinander zu finden und die Rangfolge klar zu machen.

      Zu diesem Artikel gibt es übrigens auch eine Podcast-Episode:

      In meinen Programmen, Seminaren und Coachings stelle ich immer folgende „Reihenfolge“ für die „Hundeschule“ für den inneren Schweinehund vor:

      Den inneren Schweinehund…

      1. … kennenlernen
      2. …in Bewegung bringen
      3. …an die Leine nehmen
      4. …sich anfreunden, Kooperation, Rangordnung klar

      Im Schweinehund-Dressur-Programm oder der Schweinehund-Schule gibt es heute eine Anregung: die Schweinehund-Übung.

      Eine Schweinehund-Übung ist etwas, das du aufschiebst und das dir schwer fällt, und das dir auf der anderen Seite aber so wichtig ist, dass du es auf jeden Fall machen willst (oder musst). Oder worunter du leidest, wenn du es nicht tust. Bei dieser Aufgabe ziehst du aktuell womöglich von der einen Seite und der Schweinehund zieht in die andere Richtung.

      Häufig wird empfohlen, eine „Schweinehund“-Übung pro Tag zu machen. Wenn dies zu herausfordernd ist, kannst du aber auch in größeren Abständen damit anfangen, z.B. einmal oder zweimal pro Woche. Das Ziel ist es auf jeden Fall, die Übung zu schaffen!

      Untrainiert hat der Schweinehund gelernt: „Wenn ich zu etwas keine Lust hab, dann kann ich es sein lassen.“ bzw. „Ich als Schweinehund gewinne ja sowieso.“.

      Die Übung signalisiert dem Schweinehund, dass du „der Boss“ bist, d.h. du als Herrchen oder Frauchen entscheidest letztendlich, wo es lang geht. Und es gibt keine Alternative, die Aufgabe wird auf jeden Fall gemacht.

      D.h. durch das Training soll der Schweinehund lernen „Wenn mir etwas wichtig genug ist, dann mache ich es auf jeden Fall.“, „Widerstand nützt nichts. Ich komme nicht drumherum – warum also nicht gleich hinter mich bringen?“

      Und am Ende gibt es eine Belohnung, so wie in der Hundeschule auch.

      Wichtig dafür ist natürlich, dass du weißt, was dir wirklich wichtig ist. Was ist wichtig genug, um diese Anstrengung zu unternehmen? Du musst deine eigenen Prioritäten klar haben. Was ist es wert, meinen Schweinehund in Bewegung zu bringen?

      Falls das dein Thema ist, kannst du aktuell noch gratis bei der Aufzeichnung meines Programms „Was will ich eigentlich wirklich?!“ dabei sein. Wenn alles fertig ist, wird ein kostenpflichtiger Online-Kurs daraus. Hier kannst du dich anmelden.

      Das zweite, was du brauchst, sind kleine Häppchen, die du bewältigen kannst. Dazu gibt es auch schon mehrere Beiträge und Podcast-Episoden, in denen es darum geht, in kleinen Abschnitten zu planen und zu arbeiten. Es geht nicht darum, gleich einen Marathon zu laufen oder 3 Stunden am ungeliebten Projekt zu arbeiten. Das gibt nur Muskelkater und Misserfolgserlebnisse. Es hat mehr Aussicht auf Erfolg, wenn du klein anfängst und dich dann evtl. steigerst.

      Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich dir noch ein paar Beispiele von mir geben. Das meiste, was ich tue, macht mir ja Spaß, dabei schiebe ich nicht auf. Wenn ich etwas aufschiebe, dann sind es aktuell v.a. Sport, weil ich aktuell nicht so fit bin und das Fertigstellen meiner Doktorarbeit, denn sie dauert einfach schon so lange und ich finde es sehr anstrengend, daran zu arbeiten. Mittlerweile weiß ich auch, dass ich vermutlich nicht für so langfristige Projekte geschaffen bin, aber das wusste ich damals, als ich damit angefangen habe, nicht (und ich wusste auch nicht, dass ich soooo lange daran sitzen würde 😉) Aber nun ist die Arbeit ja schon zu ca. 80% fertig.

      Meine Schweinehund-Übung ist: Wann immer ich es schaffe, mindestens einmal pro Woche, besser noch mehrmals pro Woche Arbeite ich mindestens 10 – 30 Minuten an meiner Dissertation, wenn es geht, auch mehrere kleine Abschnitte. Dafür nutze ich die Pomodoro-Technik und stelle mir eine Uhr für kleine Abschnitte. Gleich nach diesem Artikel werde ich mich auch wieder ransetzen.

      Zweitens übe ich gerade, mindestens alle 2 Wochen mal „aus der Puste zu kommen“, d.h. Sport in irgendeiner Form zu machen, kombiniert mit Dehnübungen so oft, wie möglich. Und neu habe ich auch ein paar Übungen für Muskelaufbau dazu genommen, v.a. Planks und Sit-ups, weil ich das Ziel habe, gesund und fit älter zu werden – mit 45 Jahren denke ich schon mal so langsam daran, wie ich meinen Körper in 20 Jahren haben möchte.

      Ein wichtiger „Trick“ für die Schweinehund-Übung ist noch, dass du schaust, wann geht es am besten?

      Bei mir ist es oft günstig gleich morgens, wenn der Schweinehund noch schläft. Dann klappt es bei mir am besten, so wie heute, gleich die Sportsachen anzuziehen und eine Runde zu laufen. Dabei kombiniere ich außerdem Dinge, die mir Freude machen – das Vogelgezwitscher, die frische Luft, die Ruhe – mit dem Aspekt, der mir weniger Freude macht – der Anstrengung.

      Oder ich arbeite auch gern gleich morgens noch vor dem Frühstück los, wenn ich eine schwierige Aufgabe vor mir habe. Dann ist die erste Runde schon gleich geschafft. Oder ich mache es abends kurz vor dem Schlafengehen – dabei musst du aber schauen, wie das mit deiner Schlafhygiene klappt, d.h. ob Arbeit am Abend deinen Schlaf negativ beeinflusst oder nicht. Bei mir ist das in der Regel kein Problem, allerdings bin ich abends häufig schon sehr müde, deshalb mache ich die meisten unangenehmen Dinge gleich morgens.

      Überleg mal, zu welcher Tageszeit der Widerstand bei dir am geringsten ist und die Energie hoch. Wann würde es dir leicht fallen? Wann ist die Chance für ein Erfolgserlebnis am größten?

      Du solltest eine Schweinehund-Übung nicht unbedingt einplanen, wenn du vom Biorhythmus her gerade in einem Tief bist, wie die meisten z.B. nach dem Mittagessen. Dann ist die Gefahr groß, dass es nicht klappt.

      Jetzt bist du dran! Was wäre eine gute Schweinehundübung für dich?

      • Etwas aufräumen oder entrümpeln?
      • An deinem Buch schreiben?
      • Für eine Bewerbung arbeiten?
      • An der Steuererklärung arbeiten?
      • Für die Prüfung lernen?
      • Sport machen?

      Mit welchem kleinen Zipfel davon könntest du anfangen und das Signal setzen: „Ich mache es auf jeden Fall.“

      Wann kannst du die Sache angehen und deine Schweinehund-Übung machen? Im Zweifel wäre vielleicht jetzt gerade ein guter Zeitpunkt?! Oder falls es jetzt gerade wirklich nicht passt, stell dir am besten einen Wecker auf einen guten Zeitpunkt, damit du schnell in die Umsetzung kommst.

      Schreib mir gern mal, was du dir vorgenommen hast, wie es gelaufen ist, und was dir schwer fällt! Vielleicht mach ich dann mal einen Artikel oder eine Podcast-Episode dazu.

        Einverstanden

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        Was ist ein Scanner?

        Man nennt sie Scanner, Vielseitig Interessierte, Multitalente, Tausendsassa, Rennaissance-Seelen oder auch Universalgenies.

        Und sie sitzen immer wieder in meinem Veranstaltungen und Coachings und verstehen nicht, warum bei ihnen die Dinge anders laufen, als “gewöhnlich”.

        Da ich selbst Scannerin bin, kann ich das sehr gut verstehen. Denn ich habe auch eine Weile gebraucht, mich selbst an dieser Stelle zu verstehen und anzunehmen.

        Auch in einigen Podcast-Episoden habe ich den Begriff schon verwendet und werde immer wieder gefragt: Was ist denn nun ein Scanner. Dazu gibt es in diesem Artikel eine kurze Einführung.

        Falls du lieber hören möchtest, ist hier die Podcast-Version. Sie enthält die gleichen Informationen, ist aber natürlich nicht wortwörtlich gleich:

        Ein Scanner liebt viele verschiedene Aktivitäten: Lesen, schreiben, planen, zeichnen, malen, organisieren, programmieren, kommunizieren, entwickeln, zocken, kochen, tanzen, schwimmen, musizieren, dichten, reparieren, erfinden und, und, und…

        Scanner legen sich nicht gern fest, sie sind eben vielseitig interessiert. Die Welt ist für sie wie ein Süßigkeitenladen. Sie wollen am liebsten alles entdecken und verstehen, was sie interessiert – und ständig entdecken sie neue Interessen. Ihre unbändige Neugier kennt oft kein Ende. Deshalb lesen sie meist viel und sind häufig auch sehr kreativ.

        Scanner haben besondere Fähigkeiten

        • Sie vertiefen Themen schnell und zielorientiert, lesen auch gern mal quer, und eignen sich schnell Wissen an.
        • Sie beobachten sehr genau und hinterfragen gern alles.
        • Scanner sind Schnelldenker (Ob man eher schnell oder langsam denkt und spricht, ist übrigens physiologisch festgelegt.)
        • Sie sind Spezialisten auf vielen Gebieten, wissen viel zu vielem – aber meist nicht alles zu einem.
        • Sie haben meist schon viele unterschiedliche Dinge getan, sich mit vielem beschäftigt  – und auch wieder damit aufgehört
        • Sie arbeiten häufig unorthodox, kreativ und chaotisch.
        • Sie hassen Routine, können davon sogar krank werden (Bore-out).

        Mein ganz persönlicher Begriff dafür ist “Sesamstraßenkind”: Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm. Deshalb frage ich auch manchmal sogar Bauarbeiter auf der Straße, was sie da gerade machen, wenn es mich zu neugierig macht…

        Manch ein Scanner widmet sich nur einer Sache nach der anderen. Ein anderer hat vielleicht zwei, drei, sieben oder zehn Projekte auf einmal am Laufen und ist damit mehr als glücklich. Aber eines haben sie alle gemeinsam:

        Sie wollen ALLES, was ihren Interessen entspricht aufsaugen und nicht wählen. Es gibt nur „und“, auch wenn die Tätigkeiten nacheinander ausgeführt werden, aber wenn der Scanner mehrere Dinge tun möchte, dann tut er sie. Ein „oder“ gibt es für ihn nicht. 

        Die Faszination eines Scanners und was das mit der Konzentration auf sich hat

        Ist der Scanner wieder in etwas Neues verliebt und entscheidet sich dafür, geht er konzentriert und fokussiert an die Sache ran. Er will alles aufsaugen und lernen und ist fast wie in einem Rauschzustand.

        Hat er sein selbst erklärtes Ziel erreicht, fängt er schnell an, sich zu langweilen, und seine Konzentrationsfähigkeit schwindet.

        Wenn der Scanner die Möglichkeit hat, weiterzuziehen, dann widmet er sich einem oder mehreren neuen Projekt. Hat er diese Möglichkeit nicht, wird er unglücklich.

        Die Art von Scannern, in der Welt zu sein, wird häufig von außen skeptisch oder auch negativ betrachtet. Sie seien sprunghaft, Hans-Dampf-in-allen-Gassen oder Dillettanten in vielem statt Spezialisten in einem Bereich.

        Verwechslung möglich

        Es gibt auch andere Phänomene, die zwar gleichzeitig mit dem Scanner-Dasein auftreten können, aber auch ganz für sich stehen können:

        Entscheidungsunfähigkeit: Scanner haben manchmal Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, einfach weil sie so viel interessiert. Ein Nicht-Scanner, der sich nicht entscheiden kann, springt zwischen vielen Themen herum, bis endlich das Richtige gefunden wird. Oder er oder sie traut sich nicht, zu dem EINEN richtigen Thema zu stehen und tanzt deshalb drumherum.

        Depression: Ein Kennzeichen einer Depression sind Konzentrationsprobleme. Deshalb könnte man auf die Idee kommen, ein Scanner zu sein, weil es schwer fällt, an einer Sache zu bleiben. Scanner haben jedoch kein Konzentrationsproblem, wenn sie ein Thema am Wickel haben. Sie haben eins, wenn sie das Thema nicht (mehr) interessiert.

        ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, “Träumer”, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, “Zappelphillipp”): Auch hier könnte man auf die Idee kommen, ScannerIn zu sein, weil man sich nicht länger auf eine Sache konzentriert. Natürlich kann man gleichzeitig Scanner sein und ADS oder ADHS haben, das muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein.

        HSP (Hochsensibilität): Hochsensible Personen nehmen mehr Reize auf als andere. Deshalb sind sie schneller “satt” und überfordert, wenn viele Reize zusammen kommen (viele Menschen, wie z.B. in Einkaufszentren oder Events). Grund ist, dass das interne Filtersystem im Gehirn viel mehr durchlässt als bei anderen. Ca. 20% der Bevölkerung sind HSP, oft ohne es zu wissen. Auch Scanner können entsprechend HSP sein und sollten dann darauf achten, sich bei aller Begeisterung nicht zu viel auf einmal zuzumuten.

        Begriff Scanner stammt von Barbara Sher

        Dieser Artikel kann und soll nur einen ersten Eindruck zum Thema geben. Wer mehr lesen möchte, sollte sich die Bücher von Barbara Sher anschauen. Sie hat den Begriff “Scanner” für vielseitig interessierte erfunden und geprägt. Die Bücher dazu sind:

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        Klassische Coachinganliegen und -themen von Scannern

        Scanner, die in mein Coaching kommen, sagen häufig Sätze wie:

        Ich hab so viele verschiedene Projekte und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

        So viele Dinge brauchen gleichzeitig meine Aufmerksamkeit, dass ich gar nicht weiß, wo es jetzt weiter geht.

        Ich hab es schon mit normalem Zeitmanagement versucht, aber irgendwie halte ich den Plan, den ich mir mache nie ein und nutze auch die Tools nicht regelmäßig.

        Ich hab Mühe, mich an eine Aufgabe ranzusetzen, wenn sie zeitlich „dran“ ist, weil mich ausgerechnet dann immer was anderes interessiert.

        Meine Arbeit von 9 bis 17 Uhr langeweilt mich zu Tode. Aber von irgendwas  muss man ja leben.

        Ich habe so viele Talente und Interessen, ich weiß nicht, welche Arbeit ich damit machen soll.

        Ich kann vieles ein bisschen oder auch ein bisschen mehr aber nichts so richtig perfekt.

        Wenn ich das für mich Wichtige zu einem Thema herausgefunden habe, bin ich fertig damit.

        Meine Wohnung ist ein Chaos, ich hebe alles Mögliche auf, weil ich es ja noch zum Basteln gebrauchen könnte. Leider weiß ich nie, wann ich wieder mit Makramée, Malen, Stricken, Töpfern,… anfangen werde, dafür muss ich in der richtigen Stimmung sein.

        Wenn ich ein interessantes Thema am Wickel habe, dann schaffe ich es kaum, ins Bett zu gehen. Ich will mich dann immer weiter und weiter damit beschäftigen.

        Nach einer total intensiven Phase mit hoher Energie falle ich immer in ein tiefes Loch und bin total erschöpft.

        Häufige Coaching-Themen sind entsprechend:

        Was will ich eigentlich wirklich?

        • Welcher ist der richtige Beruf für mich?
        • Wie bringe ich meine Interessen unter einen Hut?
        • Wie kann ich meine vielen Interessen ausleben und gleichzeitig meinen Lebensunterhalt bestreiten?

        Prokrastination

        • Wie bringe ich angefangene Projekte zu Ende?
        • Wie konzentriere ich mich über längere Zeit (oder immer wieder) auf ein bestimmtes Projekt?

        Entspannung

        • Wie schaffe ich mir auch genügend Erholungsphasen und hetze nicht von einem Projekt zum nächsten ohne Pause?
        • Wie kann ich mich erden und auch mal „runterfahren“?

        Generell

        • Wie kann ich meine besondere Art, in der Welt zu sein, meiner Persönlichkeit und meine Begabungen genießen anstatt darunter zu leiden?
        • Wie kann ich Frieden damit schließen, wie ich bin?

        Mein Wunsch: Versöhne dich mit dir selbst

        Falls du dich in diesem Text wiedergefunden hast und damit haderst, wie du so tickst, dann ist mein Wunsch für dich (für alle übrigens, auch für Nicht-Scanner), dass du dich mit dir selbst aussöhnst. Du bist wundervoll und einzigartig, so wie du bist!

        Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir ein paar berühmte Scanner-Persönlichkeiten nenne:

        Aristoteles war ein Scanner und interessierte sich für Philosophie, Logik, Physik, Astronomie, Psychologie, Kunst der Prophezeiung, Zoologie, Theater und Lyrik.

        Auch Benjamin Franklin gehörte eindeutig zu uns Scannern. Er beschäftigte sich u.a. mit Natur- und Wirtschaftswissenschaften, Musik, Philosophie und Politik.

        Und einer meiner Lieblingsscanner ist Leonardo da Vinci, der laut Wikipedia als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten gilt. Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph.

        Zum Schluss ein Bild aus der Natur: Die Honigbiene

        Niemand kann dir von außen betrachtet sagen, wann du mit deinem Projekt fertig bist. Barbara Sher zieht hierfür als Bild die Honigbiene heran. Sie fliegt von Blüte zu Blüte und von außen betrachtet könnte dies ziellos und beliebig wirken. Man könnte sagen, sie legt sich nicht auf eine Blüte fest. Sie legt sich nicht mal auf eine bestimmte Blumenart fest. Betrachtet man aber ihr Ziel: Nektar zu sammeln, dann ist ihr Vorgehen absolut sinnvoll.

        Und wenn ich noch ergänzen darf: Betrachtet man das Ziel der Natur: Bestäubung, dann ist es umso sinnvoller, was die Biene da macht!

        Wenn ich dir im Rahmen eines Coachings oder mit einem meiner Online-Kurse weiterhelfen kann, dann schau dich gern hier auf meiner Internetseite um und melde dich bei mir.

        Und falls du durch die Struktur meiner Seite nicht intuitiv durchsteigst, schreib mir. Hier ist auch eine Scannerin am Werk, die nicht alles immer sofort schafft, was auf der Agenda steht… 😉

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          Weniger aufschieben mit der Häppchen-Taktik

          Wenn du nicht ins Tun kommst, hilft die Häppchen-Taktik

          Vielleicht kennst du das auch: Wenn du eine große (oder vermeintlich große) Aufgabe vor dir hast, dann steht diese vor dir wie ein großer Berg, den du nicht angehen kannst und willst. Du verfällst aufgrund der Stressreaktion entweder in eine Art Schockstarre oder du ergreifst die Flucht – und tust ohne zu überlegen etwas ganz anderes wie vielleicht Putzen oder Videos anschauen.

          Das passiert vor allem dann, wenn du so etwas noch nie gemacht hast. Oder wenn es schon so lange her ist, dass du nicht mehr weißt, wie es geht.

          Oder auch, wenn du schon weißt, wie viel Arbeit es ist (wie z.B. die Steuererklärung).

          Oft geschieht es auch auch, wenn du dich gerade nicht so energiegeladen fühlst, weil du körperlich oder psychisch nicht ganz auf der Höhe bist.

          Wenn du vor so einem großen Berg stehst, dann hilft dir die Häppchen-Taktik, ins Tun zu kommen.

          Diese Methode nennt sich auch Salami-Taktik oder Scheibchen-Taktik, in meinen Seminaren nenne ich sie auch “Große Aufgaben unterteilen” oder “Schritt für Schritt” arbeiten. Wenn du den ursprünglichen Begriff “Salami-Taktik” gut findest, aber fleischlos lebst, kannst du auch “Gurken-Technik” sagen (finde ich), denn dieser Name beschreibt das Vorgehen genauso: das große Ganze wird in kleine Häppchen unterteilt.

          Die drei Schritte der Häppchen-Taktik

          Die drei Schritte:

          1. Alles aufschreiben, was zur Aufgabe gehört, woraus sie sich zusammensetzt
          2. Große Brocken noch weiter unterteilen
          3. Sinnvolle Reihenfolge

          Und dann empfehle ich dir, am besten gleich mit der Bearbeitung anfangen. Denn wir neigen dazu, etwas Angefangenes beenden. Somit kommst du deinem Ziel sofort einen greifbaren Schritt näher.

          Beim Beispiel Steuererklärung kannst du die Aufgabe in folgende Schritte unterteilen:

          • Belege suchen (wenn du sie nicht vorher schon an einem Ort gesammelt hast)
          • Belege sortieren
          • Formulare besorgen (Papier oder digital) oder Auflistung für Steuerberater machen
          • Formulare ausfüllen
          • Erklärung abgeben (Papier und/oder digital)

          Die einzelnen Schritte kannst du dann je nachdem, wie deine Steuererklärung aufgebaut ist, noch weiter unterteilen. So kannst du die Belege an verschiedenen Orten suchen oder nach Papierbelegen und digitalen Belegen unterteilen. Das Ausfüllen der Formulare kannst du nach den Formularen aufteilen (Mantelbogen, Anlage N, evtl. Anlage S,…).

          Und das war schon die ganze Methode.

          Die Häppchen-Taktik lässt sich auch kombinieren

          Um mit den einzelnen Schritten noch besser ins Tun zu kommen, lässt sich die Methode mit weiteren kombinieren, z.B. mit der Pomodoro-Technik, Arbeitszeitrestriktion und der sozialen Unterstützung. Wenn du diese noch nicht kennst, lies gern die entsprechenden Artikel oder hör die Podcast-Episoden dazu an.

          Z.B. mit einer Uhr = siehe Folge 001 Mit einer Uhr ins Arbeiten kommen – Pomodoro-Technik

          Und auch gut kombinierbar mit 013 Warum weniger Zeit manchmal mehr ist – Arbeitszeitrestriktion

          003 Gemeinsam geht es oft leichter

          Schnapp dir am besten gleich die Aufgabe, die du aktuell vor dir herschiebst, und mach ein Brainstorming. Dann hast du den ersten Schritt schon getan.

          Wenn ich Dir dabei helfen kann, melde dich gern für ein Coaching.

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            Zum Experten-Artikel im Hamburger Abendblatt: rund um Prokrastination/ Aufschieberitis

            Wow, das war wirklich schön! Der Moment, als ich am 29.06.2020 am Nachmittag in meinen EMail-Posteingang schaute und darin eine Email von Ann-Britt Petersen vorfand. Darin stand:

            “Liebe Frau Grobbin,

            für eine der nächsten Wochenend-Ausgaben der Seite “Von Mensch zu Mensch” im Hamburger Abendblatt, recherchiere ich einen Artikel zum Thema “Aufschieberitis”. Dazu habe ich Ihre sehr ansprechende Internetseite im Netz gefunden und würde Sie gern als Expertin zu diesem Thema interviewen. Es soll in meinem Artikel darum gehen, das Phänomen vorzustellen, das ja viele Menschen in Ansätzen kennen, man denke nur an die Steuererklärung. Es soll auch thematisiert werden, was dahinter stecken kann, welche Auswüchse es annehmen kann und wie man es bewältigen kann.” […]

            Ann-Britt Petersen
            Freie Redakteurin
            im Auftrag vom
            Hamburger Abendblatt
            Ressort “Von Mensch zu Mensch”

            Ein Interview für das Hamburger Abendblatt! Einer der größten Tageszeitungen Deutschlands mit einer Auflage von über 150.000 Exemplaren und 500.000 LeserInnen! Ich freue mich ja generell über Presseanfragen, aber über diese besonders! Zumal, wenn sie mit so einem freundlichen Lob meines Internetauftritts einher geht. 🙂

            Am 07.09. war es soweit, Frau Petersen und ich trafen uns im Abaton Bistro, einem netten Restaurant in Uni-Nähe. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und hatten ein sehr nettes Gespräch von über einer Stunde Dauer, während dem Frau Petersen sich viele Notizen machte.

            Aktuell (Stand: 29.09.2020) geht es hier zum Artikel im Hamburger Abendblatt.

            Da ich nicht weiß, ob und wie lange dieser ARtikel frei verfügbar sein wird, und weil darin natürlich nicht Platz für alle Details war, die wir besprochen haben, kannst du nun hier meinen eigenen Artikel zu den Themen lesen.

            Was ist Prokrastination?

            Natürlich ging es zunächst darum, was Prokrastination oder Aufschieben überhaupt ist. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen von “procrastinatio” für Vertagung oder Aufschub. Im anglo-amerikanischen Raum ist “procrastination” ein landläufiger Begriff, im Deutschen sagt man häufiger auch Aufschieben oder Aufschieberitis.

            Geht man das Thema wissenschaftlich an, so wird unterschieden zwischen “Prokrastination” bei einem größeren Problem mit starken Konsequenzen und “Aufschieben” bei einem noch “normalen” Verhalten. Definitionen gibt es so viele, wie es mittlerweile Literatur zum Thema gibt. Den meisten gemeinsam ist, dass jemand, der aufschiebt, eine Sache, die eigentlich erledigt werden sollte, nicht beginnt oder nicht fertigstellt, obwohl klar ist, dass negative Folgen drohen.

            Mehr Details zu diesen grundlegenden Themen inkl. der Quellen findest du in meinem kurzen Überblicksartikel zu Prokrastination.

            Wer ist betroffen?

            Wenn ich danach gehe, wer von mir alles Tipps und Trick lernen möchte, wenn ich davon berichte, womit ich mich in meiner Arbeit beschäftige, dann schiebt so gut wie jede/r Dinge auf. Trotzdem haben die meisten das Gefühl, sie wären die einzige Person, die bestimmte Sachen nicht erledigt. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der es oft darum geht, nach außen einen guten Eindruck zu machen. Einige Studien finden entsprechend heraus, dass bis zu 95% der Befragten mindestens sporadisch aufschieben.

            Betrachtet man die schwerere Form, die “richtige Prokrastination”, so fallen in der Forschung oft zwischen 10 und 30 % darunter. Da es weder einheitliche Messinstrumente noch allgemeingültige Normwerte gibt, sind die Ergebnisse nicht vollständig vergleichbar.

            Gibt es Personen, die besonders gefährdet sind?

            Laut einigen Studien steigt das Risiko für Prokrastination mit dem Ausmaß an Freiheit und entsprechend der Anforderung an die Selbstorganisation. Deshalb scheinen z.B. Studierende stark gefährdet zu sein, ebenso wie Freiberufler. Im Studium scheinen diejenigen stärker aufzuschieben, bei denen das Studium zum Großteil frei und selbstorganisiert ist. Allerdings weiß ich auch, dass diejenigen, die stark reglementierte Studiengänge nicht schaffen, ihr Studium dann eher abbrechen und somit wahrscheinlich aus den Stichproben herausfallen, deshalb wäre ich da mit einer endgültigen Schlussfolgerung eher vorsichtig. Fakt ist natürlich, dass nur diejenigen ein Studium wie Jura, BWL, Medizin oder Pharmazie erfolgreich schaffen, die es irgendwie rechtzeitig schaffen, die erforderlichen Leistungen zu erbringen. Aus meiner Praxis weiß ich aber auch, dass dies nicht selten mit den berühmten “Nachtschichten” einher geht.

            Welche Auswirkungen kann Prokrastination haben?

            Die Auswirkungen von Prokrastination können vielfältig sein. Zunächst natürlich unangenehme Gefühle wie Scham, schlechtes Gewissen oder Ärger über sich selbst, Reue über verpasste Chancen bis hin zu Überforderung und depressiver Verstimmung. Und dann alle Formen von Auswirkungen, die mit dem Nicht-Erledigen von Aufgaben oder dem Verpassen von Fristen einher gehen: Strafzahlungen, Ärger mit Auftraggebern oder auch Familie und Freunden, Verlängerung oder sogar Abbruch des Studiums bis hin zu Abmahnungen oder sogar Verlust des Arbeitsplatzes durch starke Prokrastination. Selbständige, die ihre Rechnungen nicht zahlen oder sich nicht um neue Aufträge kümmern, können Pleite gehen. Viele suchen sich zum Glück zu einem früheren Zeitpunkt Hilfe, um das Schlimmste zu vermeiden.

            Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

            Vorab: Wenn die Prokrastination sehr stark ist und/oder gleichzeitig eine psychische Erkrankung vorliegt, sollte man sich um eine Psychotherapie bemühen. Gute erste Anlaufstellen dafür sind z.B. der Hausarzt, die psychosozialen Beratungsstellen vor Ort sowie die Kassenärztliche Vereinigung. Auf Psychenet.de gibt es eine gute Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten.

            Wenn das Leben noch bewältigt wird, jedoch durch die Prokrastination eingeschränkt wird, ist ein Workshop, Seminar oder Coaching eine gute Wahl. Zu mir kommen häufig Menschen, die zwar das meiste “noch irgendwie hinkriegen”, sich jedoch zunehmend unwohl mit ihrem Verhalten fühlen und es gern verändern möchten. Oft genannt wird als Grund für die Kontaktaufnahme der Wunsch, die Aufgaben entspannter anzugehen, tagsüber zu arbeiten anstatt “Nachtschichten” zu schieben und eine bessere Aufteilung von Arbeit und Freizeit zu erreichen.

            Was kann man selbst tun?

            1. Ist-Zustand bestimmen

            Zunächst ist es wichtig, den Ist-Zustand in Augenschein zu nehmen. Was genau wird aufgeschoben? Gibt es bestimmte Arten von Aufgaben, die aufgeschoben werden? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Welche Auswirkungen? Welche Gefühle lösen diese Aufgaben aus?

            2. Ursachen klären

            Das führt dann zum zweiten Schritt: den Ursachen auf den Grund zu gehen. Diese können sehr unterschiedlich sein.

            Manchmal ist das Zeitmanagement nicht gut oder passend. Dann hilft es, gute und passende Techniken zu benutzen, um diese zu verbessern.

            Oder das eigene Ziel ist nicht klar, d.h. warum soll die Aufgabe erledigt werden. “Damit ich einen Zettel habe, wo Bachelor draufsteht.” (Zitat einer Studentin, als ich sie im Seminar nach ihrem Ziel fragte) ist nur dann ein motivierendes Ziel, wenn klar ist, was man davon hat, diesen Zettel zu haben. “Ein gutes Einkommen, Spaß bei der Arbeit, Arbeiten in einem tollen Team” während Beispiele für Ziele, die attraktiv genug sein könnten, um die Prokrastination zu überwinden und die entsprechende Aufgabe anzugehen.

            Sehr häufig liegt es aber auch daran, dass man sich mit der Aufgabe überfordert fühlt oder Angst davor hat. Es kann z.B. Angst sein, etwas falsch zu machen oder sogar ganz zu versagen, v.a. wenn noch Perfektionsanspruch hinzukommt. Dieser spielt recht häufig mit hinein. Anstatt eine Aufgabe unperfekt zu erledigen, fängt man lieber gar nicht erst an. Oder man wartet z.B. bei Texten darauf, dass einen “die Muse küsst” und der Text im Kopf fertig ist, bevor man mit dem Schreiben beginnt. Dies geschieht allerdings eher selten. Auch diese Zeilen entstehen z.B. gerade beim Schreiben selbst und in der Auseinandersetzung mit dem Thema.

            Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema kommen viele schon langsam in neue Verhaltensmuster. Anstatt z.B. im “Tagebuch des Aufschiebens” bis zum nächsten Seminartermin einzutragen, was (schon wieder) nicht geschafft wurde, setzen sich viele einfach dran und erledigen die kleineren Aufgaben. Eine häufige Rückmeldung ist auch, dass es jetzt nicht mehr so einfach sei, sich selbst “zu belügen”, d.h. man merke jetzt so gut wie immer viel früher, dass man gerade aufschiebe. Das ist natürlich nicht nur angenehm. Deshalb weise ich vor den entsprechenden Übungen in einem Workshop oder Seminar auch immer auf die “Nebenwirkungen” hin.

            3. Methoden und Techniken

            Im dritten Schritt kann man dann gezielt nach Methoden und Techniken suchen, die helfen, das Problem zu lösen und ins Tun zu kommen. Methoden, die für viele sehr gut funktionieren, sind z.B.

            • Ein Anfangsritual: z.B. zuerst einen Tee kochen oder kurz (!) die Dinge zurechtlegen – und dann anfangen!
            • Gute Planung: damit klar ist, was zu tun ist. Sinnvolle Menge festlegen, wir nehmen uns oft zuviel vor. Eine gute Methode, um dies zu vermeiden, ist die Ivy-Lee-Methode.
            • Die Pomodoro-Technik: Wecker auf 25 Minuten stellen und während dieser Zeit am Projekt arbeiten – ohne Unterbrechung.
            • Salami-Taktik: die Aufgabe in kleine Abschnitte unterteilen und diese dann nach und nach abarbeiten (mehr Zeitmanagement-Tipps findest du hier).
            • Ablenkungen abschalten, z.B. das Handy auf Flugzeugmodus schalten und weit weg legen.
            • Gemeinsam arbeiten: Gleichgesinnte suchen und gleichzeitig arbeiten und darüber berichten. Das geht übrigens auch online.
            • Konstruktiver Umgang mit Emotionen: die Gefühle, die zu Prokrastination führen, beachten und einen guten Umgang damit finden z.B. Bewegung, eine Entspannungsübung oder Meditation
            • Konstruktiver Umgang mit den eigenen Gedanken: Bemerken, welche Gedanken zum Aufschieben führen und diese durch konstruktive Gedanken ersetzen.
            • Unterstützung suchen: Wenn man selbst nicht weiterkommt, ist es keine Schande, sich von einem Profi ein bisschen unter die Arme greifen zu lassen. Bei mir geht das z.B. im Rahmen eines Coachings oder durch einen Online-Kurs.

            Das war der erweiterte Überblick über die Inhalte unseres Gesprächs.

            Als der Artikel am 29.08.2020 dann erschien und ich die Zeitung in den Händen hielt, war ich schon etwas stolz. Ich habe auch gleich zwei Zeitungen gekauft, damit ich ein Exemplar in Reserve habe, falls mit dem ersten irgendetwas passiert. 🙂

            Freundlicherweise war in der Printversion auch noch ein Hinweis auf den Anti-Aufschiebe-Tag 2020 enthalten, der am 06.09.2020 stattfand. Von diesem Tag berichte ich in einem der nächsten Blog-Artikel.

            Aktuell (Stand: 29.09.2020) geht es hier zum Artikel im Hamburger Abendblatt.

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            Gemeinsam geht es oft besser als allein – mit anderen schneller weiter kommen

            Vielleicht kennst du das auch: Wenn du allein vor einer Aufgabe sitzt, kommst du häufig einfach nicht voran. Es geht vielen so, allein, sind manche Aufgaben noch schwerer als sie sowieso schon sind bzw. sie scheinen schwer.

            Das trifft für viele für Aufgaben zu, aber auch für Ziele, die man sich setzt, wie z.B. mehr Sport machen oder das eigene Gewicht zu reduzieren.

            Je unangenehmer die Aufgabe ist oder je weniger man überblicken kann, wie viel Aufwand sie bedeutet, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, diese lieber gar nicht erst anzugehen. Oder auch wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll oder wenn man ÜBERHAUPT keine Lust darauf hat, anzufangen. 😉 Oder es kann auch sein, dass man es allein nicht hinbekommt, etwas Neues in den Alltag zu integrieren, wie z.B. regelmäßige Entspannungs- oder Bewegungspausen.

            Gerade in solchen Fällen kann es überaus hilfreich sein, sich Unterstützung von anderen Menschen zu holen. Im folgenden Video gib es die Kurzfassung mit einigen Anregungen, wenn du gerade wenig Zeit zum Lesen hast. Im anschließenden Blogartikel stelle ich dir noch ausführlicher verschiedene Möglichkeiten vor, wie du dies tun kannst.

            Und hier nun ausführlich verschiedene Möglichkeiten, wie du mit Hilfe von “sozialer Unterstützung”, d.h. mit Hilfe anderer Menschen in die Umsetzung kommen kannst.

            Erzähl jemandem davon

            Eine Möglichkeit, sich bei einem Vorhaben unterstützen zu lassen, kann z.B. sein, sich jemanden zu suchen, der mindestens weiß dass du daran arbeiten willst. Dadurch erhöhst du den “sozialen Druck”. Du könntest die andere Person z.B. auch bitten, ab und zu mal nachzufragen, wie es denn läuft oder einen bestimmten Termin absprechen, zu dem du “Bericht erstattest”.

            Such dir eine/n Verbündete/n

            Gemeinsam geht es noch leichter. Such dir einen Sportpartner oder eine Sportpartnerin, jemanden, der die gleiche oder eine ähnliche Aufgabe erledigen muss oder will. Wenn ihr zu festgelegten Zeiten oder auch zeitversetzt an der gleichen Sache arbeitet, könnt ihr euch austauschen und gegenseitig motivieren.

            Der oder die Verbündete kann natürlich auch ein/e ExpertIn sein, die oder der dich unterstützt. Viele setzen z.B. gemeinsam mit einem Coach viel mehr um als allein oder “nur” mit Freunden, einfach weil “jemand vom Fach” noch viel mehr Ideen und passendere Anregungen geben kann als andere Menschen, die im Zweifel auch keine Idee haben. Auch die Tatsache, dass man für diese Art von Begleitung Geld bezahlt hat, führt dazu, eher umzusetzen als wenn man dies nicht tut.

            Finde eine Gruppe

            Noch besser als eine andere Person ist eine Gruppe, also mindestens noch zwei andere Leute. Zwei Menschen sind sich nämlich auch schnell mal einig, es sein zu lassen (außer natürlich, die andere Person ist dein Coach). Oder du bist sehr abhängig davon, dass dein/e Partner/in gesund bleibt oder motiviert bei der Sache ist.

            Wenn du mehrere Menschen um dich hast, die gleichzeitig ein Vorhaben verfolgen, hast du auch eine Auswahl, wer dir mehr liegt und kannst gezielt Kontakte ausbauen und pflegen und dich dadurch motivieren (lassen).

            Übrigens müssen gar nicht alle am selben Ort leben. Spätestens seit Corona, aber auch schon vorher hat sich herausgestellt, dass auch virtuelle Begleitung hervorragend funktioniert. Schon seit einger Zeit biete ich deshalb auch unregelmäßig gemeinsames online Co-Working an und integriere es in meine Coaching-Programme und Seminare gegen das Aufschieben.

            Im folgenden, kurzen Video erkläre ich, wie gemeinsames Online-Arbeiten, das ich je nach Länge gern auch “Workathon” (für lange Einheiten) oder “Work-Sprint” nenne, geht. Wenn du die aktuellen Termine nachschauen oder dich anmelden willst, findest du mehr Informationen zum online-Co-Working auf dieser Seite.

            Verschiedene Möglichkeiten, gemeinsam mehr zu schaffen

            Wie kannst du mit anderen gemeinsam nun konkret mehr schaffen und weniger aufschieben? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

            Austausch, gegenseitige Ermutigung und Unterstützung

            Allein durch die Tatsache, dass du mit anderen Menschen verbunden bist und ihnen von deinem Projekt erzählen kannst, kannst du schon mehr ins Tun kommen und mehr Schwung aufnehmen. Allerdings kann es auch passieren, dass der Austausch mehr in Richtung “Kaffeeklatsch” oder “Klagerunde” driftete, deshalb ist es wichtig, eine gute Struktur zu haben.

            Gegenseitige Beratung

            Wenn der Austausch noch strukturierter betrieben wird und man sich gegenseitig dabei unterstützt, gute Lösungen zu finden, ist dies eine Form von gegenseitiger Beratung. Auch das ist eine gute Möglichkeit um die Ideen mehrerer Menschen zu nutzen. Kim-Oliver Tietze hat dafür z.B. die Methode der “Kollegialen Beratung” entwickelt.

            Gemeinsames Arbeiten am Projekt eines Einzelnen

            Einer stellt eine Frage und alle überlegen gemeinsam. Gemeinsames Brainstorming oder in schriftlicher Form Brainwriting ist eine super Methode, um mehr Anregungen zu generieren und auf neue Lösungen zu kommen. Viele Abschlussarbeiten sind auf diese Weise schließlich doch noch zu einem guten Ende gekommen.

            In meinem Seminaren wurden außerdem schon wechselseitige Verabredungen zu “Abheftpartys” getroffen oder gemeinsamem Gartenaufräumen oder noch ganz vielen anderen Projekten. Der Kreativität sind hier fast keine Grenzen gesetzt.

            Gleichzeitiges Arbeiten an eigenen Projekten

            Das ist der absolute “Kracher”, wenn es um die Steigerung von Produktivität und das Vermeiden von Aufschieben geht. Alle sitzen zeitgleich an den Aufgaben, die sie allein nicht anfangen würden. Während man sich gegenseitig arbeiten sieht, arbeitet es sich einfach viel leichter. Und man fühlt sich gleichzeitig auch etwas beobachtet, was die Tendenz, sich ablenken zu lassen, im Zaum hält. und wer vorher auch noch laut sagt, was die Aufgabe ist, ist motivierter, hinterher auch zu berichten, dass es geklappt hat.

            Gemeinsame Pausen

            Wer viel arbeitet, soll auch Pausen machen. Nach getaner Arbeit, egal ob zeitgleich am gleichen Ort oder virtuell oder zeitversetzt, sollte man auch soziale Kontakt zur Erholung mit einplanen. Dabei kann man dann auch stolz berichten, was geschafft wurde und im Anschluss dann evtl. noch ein paar Fragen stellen und sich wieder gegenseitig beraten…

            Kurz: Gemeinsam ist man weniger allein. Und gemeinsam arbeitet es sich auch wirklich besser. Probier es mal aus. Und dann berichte mir gern wie es geklappt hat.

            Herzliche Grüße

            Deine Catrin

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            Was Anti-Aufschiebe-Training mit Entspannung und einem guten Leben zu tun hat

            Seit ca. 10 Jahren gebe ich nun schon Trainings gegen Prokrastination, d.h. gegen das tägliche Aufschieben. 2005 begann ich, mich aus persönlichem Interesse mit dem Thema zu beschäftigen, und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen, nicht zuletzt aufgrund der anhaltend großen Nachfrage. Wenn ich jemandem erzähle, was ich so tue, Diplompsychologin, Schwerpunkt Beratung und Training, Promotion zu Prokrastination… ist es erstaunlich, wie viele Menschen an dem Thema “Aufschieben” andocken und mich fragen, was sie denn dagegen tun können. Der Leidensdruck, der durch Prokrastination entsteht, ist meiner Wahrnehmung nach enorm groß!

            Prokrastination bedeutet nicht, dass jemand faul ist, im Gegenteil. Ich habe einmal gelesen, der Unterschied zwischen faulen Menschen und solchen, die aufschieben, sei, dass die ersten nichts tun, die Aufschieber hingegen tun ständig irgendetwas – nur selten oder nicht immer das richtige. Fabian Grolimund nennt dieses Phänomen sehr treffend “Müllzeit”: Zeit, die weder für Entspannung noch für produktives Tun verwendet wird. Man tut irgendwas, manchmal auch etwas sinnvolles, häufiger irgendetwas zur Ablenkung, nur um nicht die ungeliebte, verwirrende, nervige oder irgendwie anders unangenehme Tätigkeit X angehen zu müssen. Gleichzeitig erlaubt man sich nicht entspannte Freizeit, weil man ja “eigentlich etwas anderes tun müsste”.

            Das ist aus meiner Sicht eines der größten Probleme mit dem Aufschieben. Menschen, die darunter leiden, haben keine gesunde Aufteilung zwischen Arbeit und Freizeit mehr, weder schaffen sie etwas und haben Erfolgserlebnisse, noch können sie sich erholen und neue Kraft schöpfen. Das ist einer der Hauptpunkte, den mir Teilnehmende meiner Trainings und Seminare berichten, wenn wir anfangen, über das Thema zu sprechen. Gleichzeitig ist es häufig nicht der Hauptgrund, in die Veranstaltung zu kommen. Die meisten kommen, weil sie ernste Konsequenzen für Studium oder Arbeit befürchten, keine Lust mehr auf die Nachtschichten haben, merken, dass sich einige Dinge in einer Woche nicht mehr abarbeiten lassen (Stichwort: Bachelor- und Masterarbeit), oder manchmal werden sie auch von Partner oder Partnerin geschickt, die keine Lust mehr auf den ständigen Stress haben. Aber im Verlaufe des Trainings, wenn die Dinge langsam besser werden, zeigt sich häufig, wie viel Anspannung von ihnen abfällt, wenn sie die Erfahrung machen, wie gut es sich anfühlt, etwas rechtzeitig oder sogar frühzeitig fertig zu haben. Wie entlastend es auch sein kann, Prioritäten zu setzen, auch mal etwas von der To-do-Liste zu streichen, das gar nicht getan werden muss. Wie angenehm es ist, wenn man sich erlaubt, etwas unperfekt aber fertig zu machen und dann damit zufrieden zu sein. Und dann mit gutem Gefühl eine Pause zu genießen! Aaahhh! Mhmmm!

            Und neben dem “Wohlfühlaspekt” ist es erstaunlich, wie viel produktiver ausgeruhte, entspannte Menschen sind, die sich nicht so sehr von der Aufgabe stressen lassen, die mehr im Flow sind und im Kontakt mit ihrer Energie und ihren Zielen! Plötzlich tun sich Dinge fast von allein, kann Kreativität sich wieder entfalten, entstehen neue Ideen, ist der Kopf wieder frei!

            Und deshalb widerspricht es sich aus meiner Sicht auch überhaupt nicht, dass ich neben den Prokrastinationstrainings auch Seminare zur Achtsamkeit und Entspannung anbiete, denn dies ist einfach nur die andere Seite der Medaille. Es braucht beides: das Entspanntsein und das aktive Gestalten, Aktivität und Ruhe, weshalb ich es auch häufig “Entspannte Lebensgestaltung” nenne.

            Ich freue mich sehr, dass ich für viele Menschen einen aktiven Beitrag dazu leisten kann, dass sie wieder mehr in diese Balance kommen können! Ich wünsche jeder und jedem, der/die Schwierigkeiten in diesen Bereichen hat, ein niedrigschwelliges Angebot in der Nähe, um entspannt das umsetzen zu können, was ihr oder ihm im Leben wichtig und bedeutsam ist. Das ist für mich ein wichtiges (natürlich nicht das einzige) Kriterium um das zu erreichen, was ich ein “gutes Leben” nennen würde.

            Herzliche Grüße!

            Eure/Ihre Catrin Grobbin

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            Dem Gefühl folgen und Prioritäten setzen

            Hallo allerseits!

            Na, habt Ihr mich vermisst? Ich hoffe doch schon. 🙂  Es ist eine Weile her, dass ich die Zeit gefunden habe, einen Artikel zu schreiben und böse Zungen könnten jetzt sagen, dass ich selbst ein Prokrastinationsproblem habe. Nein! Ich doch nicht! ;-))

            Tatsächlich gibt es ja einen Unterschied zwischen auf-schieben und ver-schieben. Beim ersteren erledigt man alles andere zuerst, um einer unliebsame oder unangenehme Aufgabe aus dem Weg zu gehen. Beim zweiten geht es einfach darum, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was zuerst dran ist und was warten muss. Und Mitte diesen Jahres war es für mich Zeit, einmal zu überprüfen, was ich gerade tue und ob sich das noch stimmig anfühlt. Dabei habe ich festgestellt, dass ein sehr wichtiges Projekt schon seit längerer Zeit keine Aufmerksamkeit mehr erhalten hat. Dass ich sehr viel “online” gemacht habe, aber dafür einiges “offline” vernachlässigt habe. Und diese Energieverteilung fühlte sich nicht mehr gut an.

            Deshalb habe ich meine Prioritäten neu gesetzt und entschieden, dass das Projekt jetzt den Raum erhält, den es verdient hat. Ich habe mich gleich an die Arbeit gemacht und bin vollständig eingetaucht und habe den ganzen Sommer und Frühherbst – abzüglich Urlaub natürlich – in jeder freien Arbeitsminute dran gesessen. Flow sozusagen. Das fühlte sich richtig gut an!

            Überhaupt kann ich sehr empfehlen, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob das, was man gerade tut, noch die wichtigsten Prioritäten abdeckt. Oder ob eine Veränderung notwendig ist. Oft merkt man, dass es dringend Zeit ist, mal wieder zu stoppen und eine kleine Denkpause einzulegen, wenn sich eine innerliche Unzufriedenheit einstellt. Man arbeitet zwar, aber irgendwie fühlt es sich nicht mehr richtig an. Oder man ist nicht mehr voll und ganz zufrieden, obwohl die Arbeit sehr wohl effektiv ist.

            Als Werkzeug kann man den Dingen Buchstaben zuordnen: A für sehr wichtig und dringend zu erledigen, B für sehr wichtig und (noch)  nicht dringend, C für weniger wichtig aber dringend (ja, das gibt es auch, ob Dinge, die der Aufrechterhaltung des täglichen Lebens dienen oder die wir für andere Leute tun) und D für weder noch. Zeitplanungsbücher empfehlen, A schnell selbst zu machen, B auch, C zu delegieren und D sein zu lassen. Nunja, ganz so einfach ist das wohl nicht. Aber eine regelmäßige “Inventur”, mit welchen Buchstaben ich die meiste Zeit des Tages beschäftigt bin, finde ich sehr sinnvoll und hilfreich. Und wer es schafft, die B-Prioritäten rechtzeitig zu erledigen, vermeidet zuviele A’s, die dann alle gleichzeitig “brennen”.

            Soviel als erste Anregung dazu. Über dieses und verwandte Themen schreibe ich in der nächsten Zeit sicherlich noch mehr unter der Rubrik “Prokrastination”. Es passt aber gleichzeitig zur Entspannungsthematik und zur Achtsamkeit.

            Und ich nehme mir hiermit offiziell vor, wieder regelmäßiger zu schreiben – weil es sich gut anfühlt.

            Bis dahin herzliche Grüße

            Catrin Grobbin

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            Welches Futter gebe ich meinem inneren Schweinehund?

            Diese Frage wurde mir kürzlich in einem meiner Trainings gestellt. Gemeint war natürlich damit: Was gebe ich ihm, damit er mitmacht und mich nicht so ausbremst?

            Diese Frage ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Es gibt nämlich keine Antwort, die für alle gleichermaßen passt. Das ist zumindest mein Kenntnisstand nach umfangreicher Recherche und meine Erfahrung aus den zahlreichen Veranstaltungen und Coachings, die ich in den vergangenen 10 Jahren zu dem Thema durchgeführt habe. Es gibt nämlich aus meiner Sicht nicht „den einen inneren Schweinehund“, der bei jedem, der ein Aufschiebeproblem hat, wohnt. Vielmehr sind es sehr individuelle Gestalten, die da ihr blockierende Unwesen treiben. Deshalb fängt meine Antwort nicht gleich beim Füttern an, das kommt in einem späteren Beitrag.

            Wer etwas an seinem Aufschiebeverhalten ändern möchte, der sollte sich die Zeit nehmen, seinen inneren Aufschiebe-Anteil möglichst genau kennenzulernen. Erst nach einer gründlichen (und sicherlich auch fortlaufenden) Selbstbetrachtung findet man heraus, wo des Pudels Kern steckt, d.h. woraus das eigene Aufschiebeverhalten entsteht. In einem nächsten Schritt kann man dann Wege finden, dieses Verhalten zu verändern.

            Eine Übung dafür ist das „Tagebuch des Aufschiebens“, die ich auch in meinen Kursen aufgebe. Eins vorweg: Sie ist nicht sonderlich beliebt. Bei einer Erhebung im Rahmen meiner Forschung war diese Übung die absolut unbeliebteste von allen.  Gleichzeitig ist sie aber eine sehr wirksame, weswegen ich sie ungeachtet der Rückmeldungen unbeirrt weiterhin einsetze. Zu Risiken und Nebenwirkungen: Es ist nach dieser Übung nicht mehr so eine Weiteres möglich, sich selbst in die Tasche zu lügen. Prokrastinierendes Verhalten wird bewusst, man kommt sich selbst und seinem inneren Schweinehund dadurch schneller auf die Schliche.

            Wer möchte, kann dazu gern mein Arbeitsblatt zum „Aufschiebe-Tagebuch“ nutzen. Es befindet sich auf einer ganz neuen Seite, auf die ich freie Inhalte zum Thema Prokrastination stelle. Für den Zugang ist eine einmalige Registrierung notwendig. Hier kommst du zu den Inhalten: https://catringrobbin.de/interessante-inhalte. Der Link zum freien Prokrastinations-Bereich ist aktuell ganz unten auf der Seite.

            Wenn du weitere Fragen rund um das Thema hast, schreib mir gern einen Kommentar unter diesen Beitrag.

            Ich wünsche viel Spaß und Erfolg bei deiner Entdeckungswoche!

            Herzliche Grüße

            Catrin Grobbin

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